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duld

aus AufEinWort, der freien Forschung

dul-d ahd.-deu.

dulden Vb. ‘leiden, ertragen’, besonders ‘zulassen’,

  • Ww
    • ahd. thulten (8. Jh.),
    • mhd. dulten, dulden
  • ist wie
    • mnd. dülden,
    • mnl. nl. dulden,
    • afries. thelda
    • (westgerm. *þuldjan)
  • abgeleitet von dem nur im Westgerm. existierenden Verbalabstraktum
    • ahd. thult (9. Jh.),
    • mhd. frühnhd. mnd. dult,
    • aengl. þyld
    • (gleichbed. mit den präfigierten, unter Geduld, genannten Formen).
  • Es gehört zu den schwachen Verben
    • ahd. tholēn ‘erleiden, ertragen, büßen’ (8. Jh.), tholōn ‘leiden, geduldig erwarten’ (9. Jh.),
    • mhd. doln,
    • frühnhd. dolen (bis ins 16. Jh.),
    • asächs. tholon,
    • mnd. mnl. dōlen,
    • aengl. þolian,
    • anord. þola,
    • schwed. tåla,
    • got. þulan
    • (germ. *þulēn, *þulōn).
  • Diese Verben gehen mit
  • und
    • griech. tlḗnai (τλῆναι) ‘ertragen, erdulden’
  • auf die Wurzel ie. *tel(ə)- ‘aufheben, wägen, tragen, ertragen, dulden’ zurück.
    • uig. *telh₂- „stützen, heben, wiegen“.
  • In ahd. Zeit
    • nur im südwestd. Raum belegt,
    • dehnt sich dulden, auch als Wiedergabe des christlichen Leidensbegriffs, über das gesamte hd. Sprachgebiet aus
    • und verdrängt das alte ēn- bzw. ōn-Verb schließlich ganz.
  • dulden (mit durch -l- zu -d- erweichtem -t-)
    • meint heute vorwiegend ‘etw. zulassen, gegen etw. nichts unternehmen’,
    • während es in der Bedeutung ‘Unangenehmes durchstehen’ durch erdulden oder ertragen ersetzt wird.