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Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 18:11 Uhr
front- Nwf. frōns
▷ frōns
uit.-lat. Stirn; das Vordere, Vorderste, Äußere, Äußerste
Von uital. *fronts, von uig. *bʰrónts (vgl. ir. braine „Bug, Schneide“, anord. brandr „Schwertklinge“), von *bʰren- „vorstehen, Schneide“.
Substantiv
frōns f (Genitiv frontis); dritte Deklination
- (wörtlich):
- (Anatomie) die Stirn, Braue, Vorderseite
- die Braue oder das Gesicht als Indikator der Gefühle
- (bildlich):
- als Spiegel des Charakters oder der Gefühle einer Person
- (insbesondere) als Ausdruck von Scham
- frontem perfricāre
- eine kühne Miene annehmen
- (wörtlich: „sich die Röte von der Stirn wischen“)
- (übertragene Bedeutung) ein Gefühl der Bescheidenheit; Anstand, Schicklichkeit
- (Spätlatein) als Ausdruck von Unverschämtheit, Kühnheit
- (übertragene Bedeutung):
- die äußere Erscheinung, äußere Qualität, das Aussehen (im Unterschied zur inneren Natur)
- Synonyme: faciēs, speciēs, forma, habitus
- prīmā fronte ― auf den ersten Blick
- der vordere Teil von etwas; die Vorderseite, Fassade (im Gegensatz zu Rückseite und Seiten)
- Antonyme: tergum, latus
- ā fronte, in fronte, in prīmā fronte, in frontem ― vorne, im Vordergrund
- (Militär) die Front einer Armee oder Flotte in Schlachtordnung
- (Vermessung, Geographie) Front (der Teil, der der Straße, dem Fluss, der Küste zugewandt ist), normalerweise in Bezug auf seine Länge
- die Küstenlinie; ein vorspringendes Stück Küste
- das äußere Ende oder die äußere oder innere Oberfläche (z. B. einer Wand), das obere oder untere Ende (eines Grabens), die breite Seite (eines Rechtecks)
- eines der flachen Enden einer Papyrusrolle
- die freiliegende Oberfläche, Außenseite von irgendetwas
Derived terms
Etymology 2
Aus uig. *bʰron-d- (vgl. aengl. brant „steil“, lettisch bruôds „Dachfirst“, von *bʰren- „Vorsprung“.
Alternative Formen fruns (dialektal)
Substantiv frōns f (Genitiv frondis); dritte Deklination
- (wörtlich) Ein belaubter Zweig, grüner Ast, Laub.
- Synonym: folium
- Limumque tenent in fronde relictum. (Metamorphosen, 1, 347, Ovidius)
- Und sie halten etwas übrig gebliebenen Schlamm in ihrem Laub. (Metamorphosen, 1, 347, Ovid)
- (poetisch, übertragene Bedeutung) Ein Kranz aus belaubten Zweigen, ein Kranz aus Blättern, belaubter Kranz.