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„Johannes Wenck“ – Versionsunterschied

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Johannes Wenck Professor an der Universität Heidelberg († 1460)
Johannes Wenck Professor an der Universität Heidelberg († 1460)


Ein scharfer Gegner des Koinzidenzkonzepts war der Theologieprofessor Johannes Wenck, ein Zeitgenosse von Nikolaus. Er meinte, diese Betrachtungsweise führe zum Pantheismus, da sie ontologisch Gott und Welt zusammenfallen lasse und damit den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpfen aufhebe. Daher handle es sich um Häresie. Gegen diesen Vorwurf setzte sich Nikolaus heftig zur Wehr.
Ein scharfer Gegner des [[Koinzidenzlehre (Cusanus)|Koinzidenzkonzepts]] war der Theologieprofessor Johannes Wenck, ein Zeitgenosse von [[Nikolaus von Kues]]. Er meinte mit [[Werk:De ignota litteratura|''De ignota litteratura'']], diese Betrachtungsweise führe zum [[Pantheismus]], da sie ontologisch Gott und Welt zusammenfallen lasse und damit den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpfen aufhebe. Daher handle es sich um [[Häresie]]. Gegen diesen Vorwurf setzte sich Nikolaus mit [[Apologia Doctae Ignorantiae]] zur Verteidugung.
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==== Biographie ====
==== Biographie ====
<p><span class="abbr" title="Wenck">W.</span> studierte 1413–18 an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Paris, erwarb hier 1414 das <span class="abbr" title="philosophisch">phil.</span> Lizentiat und wurde 1415 zum Magister Artium promoviert. 1424 zum Priester (der Diözese Speyer) geweiht, wurde er Ende 1426 als „Magister Parisiensis Johannes Winck de Herenberch, prespiter Spir. Dioc.“ an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span>Heidelberg intituliert. 1427 nahm er das Theologiestudium bei [https://www.deutsche-biographie.de/sfz55625.html →]Nicolaus Magni de Jawor (um 1355–1435) mit dem „cursus biblicus“ auf und hörte 1431 / 32 dessen Kommentar zu den Sentenzen des Petrus Lombardus. 1432 erwarb <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> das <span class="abbr" title="theologisch">theol.</span> Lizentiat und wenig später die Magisterwürde. Als Professor der Theologie stand <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg 1435 / 36, 1444 / 45 und 1451 als Rektor vor (Dekan 1440–60). Seine umfangreiche Bibliothek vermachte <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg, sein Haus mit dazugehörigem Grundstück hinterließ er als Burse für Studenten, verbunden mit der Bedingung, daß diese die via antiqua zu vertreten hätten.</p><p>Im „realistischen“ Paris geschult, vertrat <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> die via antiqua, eine philosophische Richtung, die nicht nur von der Realität konkreter Einzeldinge, sondern <span class="abbr" title="unter anderem, und andere">u. a.</span> auch von jener der Transzendentalien ausging. Kirchenpolitisch blieb er entschiedener Konziliarist. Bekannt wurde <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> durch seine Auseinandersetzung<span class="pb" title="Seite im Original 767">|</span>mit [https://www.deutsche-biographie.de/sfz72026.html →]Nikolaus von Kues (1401–60), dessen „nominalistisch“ geprägte Schrift „De docta ignorantia“ (1440) er in seinem Werk „De ignota litteratura“ (1442 / 43) als dem christlichen Glauben widersprechend auszuweisen suchte. Nikolaus mache als „Pseudo-Apostel“, der auf den Spuren der Waldenser, [https://www.deutsche-biographie.de/sfz69687.html →]Meister Eckharts und [https://www.deutsche-biographie.de/ppn118632299.html →]John Wycliffs wandle, einseitig die visio scientalis geltend, die den menschlichen Geist aufblähe und den menschlichen Intellekt vergotte. Er ziele auf eine rein begrifflich argumentierende, neue philosophische Theologie. Die nur für den Himmel vorgesehene Erkenntnis mache er schon hier auf Erden geltend, überspringe die Aussagen der <span class="abbr" title="Heilige(r)">Hl.</span> Schrift und ergehe sich in Spekulationen. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> warf Nikolaus zudem Pantheismus und Leugnung der Trinitätslehre vor, denn die drei göttlichen Personen fielen nach seiner Koinzidenzlehre in eins. Nikolaus, der zum Zeitpunkt des Streits als Kardinal auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, wehrte sich gegen <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Vorwürfe 1449 mit seiner „Apologia de docta ignorantia“, ohne <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> dabei respektlos zu behandeln.</p><p><span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Argumentation zielte auf eine Verteidigung des christlichen Glaubens und der universitär-schulmäßigen Wissenschaft. Sie war theologisch durchdacht, biblisch fundiert und von der via antiqua formiert, wobei ihr <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> [https://www.deutsche-biographie.de/sfz309.html →]Albertus Magnus (um 1200–80) und zunehmend [https://www.deutsche-biographie.de/sfz126001.html →]Thomas von Aquin als Gewährsmänner dienten. Möglicherweise angeregt durch die Antwort des Cusanus, wandte sich <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, der auch zahlreiche Kommentare zu biblischen Büchern verfaßte, Mitte der 1450er Jahre verstärkt dem platonisch-dionysischen Denken zu, ohne sich vom aristotelisch geprägten Schuldenken zu verabschieden, wie sein Kommentar zu „De Coelesti Hierarchia“ des Pseudo-Dionysios (1455) belegt. In der Verfügung <span class="abbr" title="Kurfürst">Kf.</span>[https://www.deutsche-biographie.de/sfz56981.html →]Friedrichs I. (1425–76), die via antiqua 1452 an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg einzuführen, ist <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Einfluß erkennbar. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Bedeutung liegt <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> darin, die Neuheit des cusanischen Denkens scharfsinnig erkannt und dessen Nähe zu [https://www.deutsche-biographie.de/sfz69687.html →]Meister Eckhart entdeckt zu haben.</p>
<p><span class="abbr" title="Wenck">W.</span> studierte 1413–18 an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Paris, erwarb hier 1414 das <span class="abbr" title="philosophisch">phil.</span> Lizentiat und wurde 1415 zum Magister Artium promoviert. 1424 zum Priester (der Diözese Speyer) geweiht, wurde er Ende 1426 als „Magister Parisiensis Johannes Winck de Herenberch, prespiter Spir. Dioc.“ an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span>Heidelberg intituliert. 1427 nahm er das Theologiestudium bei [https://www.deutsche-biographie.de/sfz55625.html →]Nicolaus Magni de Jawor (um 1355–1435) mit dem „cursus biblicus“ auf und hörte 1431 / 32 dessen Kommentar zu den Sentenzen des Petrus Lombardus. 1432 erwarb <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> das <span class="abbr" title="theologisch">theol.</span> Lizentiat und wenig später die Magisterwürde. Als Professor der Theologie stand <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg 1435 / 36, 1444 / 45 und 1451 als Rektor vor (Dekan 1440–60). Seine umfangreiche Bibliothek vermachte <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg, sein Haus mit dazugehörigem Grundstück hinterließ er als Burse für Studenten, verbunden mit der Bedingung, daß diese die via antiqua zu vertreten hätten.</p><p>Im „realistischen“ Paris geschult, vertrat <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> die via antiqua, eine philosophische Richtung, die nicht nur von der Realität konkreter Einzeldinge, sondern <span class="abbr" title="unter anderem, und andere">u. a.</span> auch von jener der Transzendentalien ausging. Kirchenpolitisch blieb er entschiedener Konziliarist. Bekannt wurde <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> durch seine Auseinandersetzung<span class="pb" title="Seite im Original 767">|</span>mit [https://www.deutsche-biographie.de/sfz72026.html →]Nikolaus von Kues (1401–60), dessen „nominalistisch“ geprägte Schrift „De docta ignorantia“ (1440) er in seinem Werk „De ignota litteratura“ (1442 / 43) als dem christlichen Glauben widersprechend auszuweisen suchte. Nikolaus mache als „Pseudo-Apostel“, der auf den Spuren der Waldenser, [https://www.deutsche-biographie.de/sfz69687.html →]Meister Eckharts und [https://www.deutsche-biographie.de/ppn118632299.html →]John Wycliffs wandle, einseitig die visio scientalis geltend, die den menschlichen Geist aufblähe und den menschlichen Intellekt vergotte. Er ziele auf eine rein begrifflich argumentierende, neue philosophische Theologie. Die nur für den Himmel vorgesehene Erkenntnis mache er schon hier auf Erden geltend, überspringe die Aussagen der <span class="abbr" title="Heilige(r)">Hl.</span> Schrift und ergehe sich in Spekulationen. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> warf Nikolaus zudem Pantheismus und Leugnung der Trinitätslehre vor, denn die drei göttlichen Personen fielen nach seiner Koinzidenzlehre in eins. Nikolaus, der zum Zeitpunkt des Streits als Kardinal auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, wehrte sich gegen <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Vorwürfe 1449 mit seiner „Apologia de docta ignorantia“, ohne <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> dabei respektlos zu behandeln.</p><p><span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Argumentation zielte auf eine Verteidigung des christlichen Glaubens und der universitär-schulmäßigen Wissenschaft. Sie war theologisch durchdacht, biblisch fundiert und von der via antiqua formiert, wobei ihr <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> [https://www.deutsche-biographie.de/sfz309.html →]Albertus Magnus (um 1200–80) und zunehmend [https://www.deutsche-biographie.de/sfz126001.html →]Thomas von Aquin als Gewährsmänner dienten. Möglicherweise angeregt durch die Antwort des Cusanus, wandte sich <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, der auch zahlreiche Kommentare zu biblischen Büchern verfaßte, Mitte der 1450er Jahre verstärkt dem platonisch-dionysischen Denken zu, ohne sich vom aristotelisch geprägten Schuldenken zu verabschieden, wie sein Kommentar zu „De Coelesti Hierarchia“ des Pseudo-Dionysios (1455) belegt. In der Verfügung <span class="abbr" title="Kurfürst">Kf.</span>[https://www.deutsche-biographie.de/sfz56981.html →]Friedrichs I. (1425–76), die via antiqua 1452 an der <span class="abbr" title="Universität">Univ.</span> Heidelberg einzuführen, ist <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Einfluß erkennbar. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>s Bedeutung liegt <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> darin, die Neuheit des cusanischen Denkens scharfsinnig erkannt und dessen Nähe zu [https://www.deutsche-biographie.de/sfz69687.html →]Meister Eckhart entdeckt zu haben.</p>
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==== Werke ====
==== Werke ====
<p class="small"><abbr title="gestrichen: W[d. Red.]">|</abbr>De ignota litteratura, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> E. Vansteenberghe, 1910, <span class="abbr" title="Neuausgabe">Neuausg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> J. Hopkins, in: <span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Nicholas of Cusa’s Debate with John <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, A Translation and an Appraisal of De ignota litteratura and Apologia doctae ignorantiae, 1981, ³1988, S. 97–118; <br>Das Büchlein <span class="abbr" title="von">v.</span> d. Seele (1436), <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> G. Steer, 1967; <br>– <span class="italics">uned. <span class="abbr" title="Schriften">Schrr.</span>:</span> Parva logicalia, <span class="abbr" title="vermutlich">vermutl.</span> vor 1426; <br>De ymagine et similitudine contra eghardicos, 1430; <br>Principium ad primum librum sententiarum, 1431; <br>Aufzz. über Ereignisse am Mainzer <span class="abbr" title="Reichstag">RT</span>, 1441; <br>Antwortbrief an Johannes <span class="abbr" title="von">v.</span> Gelnhausen 1442; <br>Memoriale divinorum officiorum, 1445; <br>Paradigma ingeniorum artis, <span class="abbr" title="nach">n.</span> 1445; <br>De facis scolae doctae ignorantiae, <span class="abbr" title="zwischen">zw.</span> 1449 u. 1455; <br>Sermo in die nativitatis Christi, 1457; <br>De consequentiis, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span>; <br>Kommentare zu Boethius, Liber de hebdomadibus, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span>; <br>Kommentar zu Aristoteles, De anima III u. zu „Liber de causis“, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span></p>
 
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* [[Werk:De ignota litteratura|De ignota litteratura]], <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> E. Vansteenberghe, 1910,  
** <span class="abbr" title="Neuausgabe">Neuausg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> J. Hopkins, in: <span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Nicholas of Cusa’s Debate with John <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, A Translation and an Appraisal of De ignota litteratura and Apologia doctae ignorantiae, 1981, ³1988, S. 97–118; <br>Das Büchlein <span class="abbr" title="von">v.</span> d. Seele (1436), <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> G. Steer, 1967; <br>– <span class="italics">uned. <span class="abbr" title="Schriften">Schrr.</span>:</span> Parva logicalia, <span class="abbr" title="vermutlich">vermutl.</span> vor 1426; <br>De ymagine et similitudine contra eghardicos, 1430; <br>Principium ad primum librum sententiarum, 1431; <br>Aufzz. über Ereignisse am Mainzer <span class="abbr" title="Reichstag">RT</span>, 1441; <br>Antwortbrief an Johannes <span class="abbr" title="von">v.</span> Gelnhausen 1442; <br>Memoriale divinorum officiorum, 1445; <br>Paradigma ingeniorum artis, <span class="abbr" title="nach">n.</span> 1445; <br>De facis scolae doctae ignorantiae, <span class="abbr" title="zwischen">zw.</span> 1449 u. 1455; <br>Sermo in die nativitatis Christi, 1457; <br>De consequentiis, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span>; <br>Kommentare zu Boethius, Liber de hebdomadibus, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span>; <br>Kommentar zu Aristoteles, De anima III u. zu „Liber de causis“, <span class="abbr" title="ohne Jahr">o. J.</span>
 
==== Literatur ====
==== Literatur ====
'''"Neuplatonismus an der Universität Heidelberg? Johannes Wenck (†1460) als Kommentator des Corpus Dionysiacum, in: Recherches de Philosophie et Théologie Médiévales 88 (2021), 143–187. " ([https://www.academia.edu/upgrade?feature=bulk_download&num_cited=0&num_citing=0&num_same_author=17&num_top_papers=20&trigger=bulk-download-drip&upgrade_redirect=https%3A%2F%2Fwww.academia.edu%2Ft%2FygJKd-ShPh9p6-5Rfhd%2Fresource%2Fwork%2F48935470%2FNeuplatonismus_an_der_Universit%25C3%25A4t_Heidelberg_Johannes_Wenck_1460_als_Kommentator_des_Corpus_Dionysiacum_in_Recherches_de_Philosophie_et_Th%25C3%25A9ologie_M%25C3%25A9di%25C3%25A9vales_88_2021_143_187_%3FbulkDownload%3Dtrue&work_title=Neuplatonismus+an+der+Universität+Heidelberg%3F+Johannes+Wenck+%28†1460%29+als+Kommentator+des+Corpus+Dionysiacum%2C+in%3A+Recherches+de+Philosophie+et+Théologie+Médiévales+88+%282021%29%2C+143–187.%C2%A0 Academia])'''<p class="small"><abbr title="gestrichen: L[d. Red.]">|</abbr>E. Vansteenberghe, Le cardinal Nicolas de Cues (1401–1464), L’action, la pensée, 1920, <span class="abbr" title="Nachdruck">Nachdr.</span> 1974; <br>F. Stegmüller, <span class="abbr" title="Republik, Repertorium, Répertoire">Rep.</span> Biblicum Medii Aevi III, 1951, ²1981, <span class="abbr" title="Nummer">Nr.</span> 5059–62; <br>R. Haubst, J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> aus Herrenberg als Albertist, in: Recherches de théologie ancienne et médiévale 18, 1951, S. 308–24; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, <span class="abbr" title="Studie(n)">Stud.</span> zu Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Aus <span class="abbr" title="Handschriften">Hss.</span> d. Vatikan. <span class="abbr" title="Bibliothek">Bibl.</span>, 1955, S. 95–136; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Das christolog. Schr.tum <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> in <span class="abbr" title="Codex, Codices">Cod.</span> Mainz 372 u. d. <span class="abbr" title="von">v.</span> ihm benutzten ps.-albertin. „litania de sanctis“, in: <span class="abbr" title="Römisch">Röm.</span> <span class="abbr" title="Quartalsschrift">Quartalschr.</span> f. <span class="abbr" title="christlich">christl.</span><span class="abbr" title="Altertumskunde">Altertumskde.</span> u. <span class="abbr" title="Kirchengeschichte">KGesch.</span> 52, 1957, S. 211–28; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Neue Erörterungen u. Nachtrr., <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 53, 1958, S. 81–92; <br>E. Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 54, 1959, S. 114–16; <br>R. Haubst, Zu Erich Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. W, <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 56, 1961, S. 75–77; <br>C. Giacon, Il „De ignota litteratura“ di Giovanni <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Nicoló da Cusa, Relazioni tenute al convegno interuniversitario di Bressanone nel 1960, 1962; <br>F. X. Bantle, Nikolaus Magni de Jawor u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> im Lichte d. <span class="abbr" title="Codex, Codices">Cod.</span> Mc 31 d. <span class="abbr" title="Universitätsbibliothek">Univ.bibl.</span> Tübingen, in: Scholastik 38, 1963, S. 536–74; <br>K. Wriedt, Die Epistola in causa schismatis <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, in: <span class="abbr" title="Mitteilung(en)">Mitt.</span> u. Forsch.btrr. d. Cusanus-<span class="abbr" title="Gesellschaft(en)">Ges.</span> 10, 1973, S. 125–29; <br>K. D. Kuhnekath, Die <span class="abbr" title="Philosoph(in), Philosophie">Philos.</span> <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> Herrenberg im Vgl. zu d. Lehren d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, <span class="abbr" title="Dissertation">Diss.</span> Köln 1975; <br>H. G. Senger, Ludus sapientiae, <span class="abbr" title="Studie(n)">Stud.</span> <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> Werk u. <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> <span class="abbr" title="Wirkungsgeschichte">Wirkungsgesch.</span> d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, 2002, S. 43–62; <br>F.-B. Stammkötter, „Hic homo parum curat de dictis Aristotelis“, Der Streit <span class="abbr" title="zwischen">zw.</span> J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> Herrenberg u. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues um d. Gültigkeit d. Satzes vom zu vermeidenden Widerspruch, in: Herbst d. <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>? Fragen <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> Bewertung d. 14. u. 15. <span class="abbr" title="Jahrhundert">Jh.</span>, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> J. A. Aertsen u. M. Pickavé, 2004, S. 433–44; <br>K. Flasch, Kampfplätze d. <span class="abbr" title="Philosoph(in), Philosophie">Philos.</span>, 2008, <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> S. 227–41; <br>F. Resch, Triunitas, Die Trinitätsspekulation d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, 2014; <br>K. M. Ziebart, Nicolaus Cusanus on Faith and the Intellect, 2014; <br>M. Meliado, Le Questiones super Librum de causis attribuite a J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Concezione, fonti e tradizione manoscritta del commento, in: Neoplatonism in the Middle Ages, <span class="abbr" title="Band">Bd.</span> 2, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> D. Calma, 2016, S. 225–70; <br>J.-C. Lagarrigue, Nicolas de Cues et Maître Eckhart, sous le feu de la critique de Jean <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> de Herrenberg, in: Meister Eckhart in Paris u. Strasbourg, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> D. Mieth <span class="abbr" title="unter anderem, und andere">u. a.</span>, 2017, S. 433–74; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#LThK LThK]³; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Kosch_Lit_Lex Kosch, <span class="abbr" title="Literatur">Lit.</span>-<span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span>]³ <span class="italics">(W, L)</span>; <br><span class="abbr" title="Literatur">Lit.</span>-[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Lex_MA <span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span> <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>]; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#LexMA LexMA]; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Vf_Lex_MA <span class="abbr" title="Verfasser(in)">Vf.</span>-<span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span> <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>]² <span class="italics">(W, L).</span></p>
'''"Neuplatonismus an der Universität Heidelberg? Johannes Wenck (†1460) als Kommentator des Corpus Dionysiacum, in: Recherches de Philosophie et Théologie Médiévales 88 (2021), 143–187. " ([https://www.academia.edu/upgrade?feature=bulk_download&num_cited=0&num_citing=0&num_same_author=17&num_top_papers=20&trigger=bulk-download-drip&upgrade_redirect=https%3A%2F%2Fwww.academia.edu%2Ft%2FygJKd-ShPh9p6-5Rfhd%2Fresource%2Fwork%2F48935470%2FNeuplatonismus_an_der_Universit%25C3%25A4t_Heidelberg_Johannes_Wenck_1460_als_Kommentator_des_Corpus_Dionysiacum_in_Recherches_de_Philosophie_et_Th%25C3%25A9ologie_M%25C3%25A9di%25C3%25A9vales_88_2021_143_187_%3FbulkDownload%3Dtrue&work_title=Neuplatonismus+an+der+Universität+Heidelberg%3F+Johannes+Wenck+%28†1460%29+als+Kommentator+des+Corpus+Dionysiacum%2C+in%3A+Recherches+de+Philosophie+et+Théologie+Médiévales+88+%282021%29%2C+143–187.%C2%A0 Academia])'''<p class="small"><abbr title="gestrichen: L[d. Red.]">|</abbr>E. Vansteenberghe, Le cardinal Nicolas de Cues (1401–1464), L’action, la pensée, 1920, <span class="abbr" title="Nachdruck">Nachdr.</span> 1974; <br>F. Stegmüller, <span class="abbr" title="Republik, Repertorium, Répertoire">Rep.</span> Biblicum Medii Aevi III, 1951, ²1981, <span class="abbr" title="Nummer">Nr.</span> 5059–62; <br>R. Haubst, J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> aus Herrenberg als Albertist, in: Recherches de théologie ancienne et médiévale 18, 1951, S. 308–24; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, <span class="abbr" title="Studie(n)">Stud.</span> zu Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Aus <span class="abbr" title="Handschriften">Hss.</span> d. Vatikan. <span class="abbr" title="Bibliothek">Bibl.</span>, 1955, S. 95–136; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Das christolog. Schr.tum <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> in <span class="abbr" title="Codex, Codices">Cod.</span> Mainz 372 u. d. <span class="abbr" title="von">v.</span> ihm benutzten ps.-albertin. „litania de sanctis“, in: <span class="abbr" title="Römisch">Röm.</span> <span class="abbr" title="Quartalsschrift">Quartalschr.</span> f. <span class="abbr" title="christlich">christl.</span><span class="abbr" title="Altertumskunde">Altertumskde.</span> u. <span class="abbr" title="Kirchengeschichte">KGesch.</span> 52, 1957, S. 211–28; <br><span class="abbr" title="derselbe">ders.</span>, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Neue Erörterungen u. Nachtrr., <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 53, 1958, S. 81–92; <br>E. Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 54, 1959, S. 114–16; <br>R. Haubst, Zu Erich Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues u. J. W, <span class="abbr" title="ebenda">ebd.</span> 56, 1961, S. 75–77; <br>C. Giacon, Il „De ignota litteratura“ di Giovanni <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Nicoló da Cusa, Relazioni tenute al convegno interuniversitario di Bressanone nel 1960, 1962; <br>F. X. Bantle, Nikolaus Magni de Jawor u. J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> im Lichte d. <span class="abbr" title="Codex, Codices">Cod.</span> Mc 31 d. <span class="abbr" title="Universitätsbibliothek">Univ.bibl.</span> Tübingen, in: Scholastik 38, 1963, S. 536–74; <br>K. Wriedt, Die Epistola in causa schismatis <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, in: <span class="abbr" title="Mitteilung(en)">Mitt.</span> u. Forsch.btrr. d. Cusanus-<span class="abbr" title="Gesellschaft(en)">Ges.</span> 10, 1973, S. 125–29; <br>K. D. Kuhnekath, Die <span class="abbr" title="Philosoph(in), Philosophie">Philos.</span> <span class="abbr" title="der Jüngere">d. J.</span> <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> Herrenberg im Vgl. zu d. Lehren d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, <span class="abbr" title="Dissertation">Diss.</span> Köln 1975; <br>H. G. Senger, Ludus sapientiae, <span class="abbr" title="Studie(n)">Stud.</span> <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> Werk u. <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> <span class="abbr" title="Wirkungsgeschichte">Wirkungsgesch.</span> d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, 2002, S. 43–62; <br>F.-B. Stammkötter, „Hic homo parum curat de dictis Aristotelis“, Der Streit <span class="abbr" title="zwischen">zw.</span> J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> Herrenberg u. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues um d. Gültigkeit d. Satzes vom zu vermeidenden Widerspruch, in: Herbst d. <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>? Fragen <span class="abbr" title="zu, zum, zur">z.</span> Bewertung d. 14. u. 15. <span class="abbr" title="Jahrhundert">Jh.</span>, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> J. A. Aertsen u. M. Pickavé, 2004, S. 433–44; <br>K. Flasch, Kampfplätze d. <span class="abbr" title="Philosoph(in), Philosophie">Philos.</span>, 2008, <span class="abbr" title="vor allem, vor allen">v. a.</span> S. 227–41; <br>F. Resch, Triunitas, Die Trinitätsspekulation d. Nikolaus <span class="abbr" title="von">v.</span> Kues, 2014; <br>K. M. Ziebart, Nicolaus Cusanus on Faith and the Intellect, 2014; <br>M. Meliado, Le Questiones super Librum de causis attribuite a J. <span class="abbr" title="Wenck">W.</span>, Concezione, fonti e tradizione manoscritta del commento, in: Neoplatonism in the Middle Ages, <span class="abbr" title="Band">Bd.</span> 2, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> D. Calma, 2016, S. 225–70; <br>J.-C. Lagarrigue, Nicolas de Cues et Maître Eckhart, sous le feu de la critique de Jean <span class="abbr" title="Wenck">W.</span> de Herrenberg, in: Meister Eckhart in Paris u. Strasbourg, <span class="abbr" title="herausgegeben">hg.</span> <span class="abbr" title="von">v.</span> D. Mieth <span class="abbr" title="unter anderem, und andere">u. a.</span>, 2017, S. 433–74; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#LThK LThK]³; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Kosch_Lit_Lex Kosch, <span class="abbr" title="Literatur">Lit.</span>-<span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span>]³ <span class="italics">(W, L)</span>; <br><span class="abbr" title="Literatur">Lit.</span>-[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Lex_MA <span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span> <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>]; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#LexMA LexMA]; <br>[http://www.ndb.badw.de/ndb_kurztitel.htm#Vf_Lex_MA <span class="abbr" title="Verfasser(in)">Vf.</span>-<span class="abbr" title="Lexikon">Lex.</span> <span class="abbr" title="Mittelalter">MA</span>]² <span class="italics">(W, L).</span></p>

Version vom 21. Juli 2026, 07:01 Uhr

Johannes Wenck Professor an der Universität Heidelberg († 1460)

Ein scharfer Gegner des Koinzidenzkonzepts war der Theologieprofessor Johannes Wenck, ein Zeitgenosse von Nikolaus von Kues. Er meinte mit De ignota litteratura, diese Betrachtungsweise führe zum Pantheismus, da sie ontologisch Gott und Welt zusammenfallen lasse und damit den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpfen aufhebe. Daher handle es sich um Häresie. Gegen diesen Vorwurf setzte sich Nikolaus mit Apologia Doctae Ignorantiae zur Verteidugung.

Biographie

W. studierte 1413–18 an der Univ. Paris, erwarb hier 1414 das phil. Lizentiat und wurde 1415 zum Magister Artium promoviert. 1424 zum Priester (der Diözese Speyer) geweiht, wurde er Ende 1426 als „Magister Parisiensis Johannes Winck de Herenberch, prespiter Spir. Dioc.“ an der Univ.Heidelberg intituliert. 1427 nahm er das Theologiestudium bei →Nicolaus Magni de Jawor (um 1355–1435) mit dem „cursus biblicus“ auf und hörte 1431 / 32 dessen Kommentar zu den Sentenzen des Petrus Lombardus. 1432 erwarb W. das theol. Lizentiat und wenig später die Magisterwürde. Als Professor der Theologie stand W. der Univ. Heidelberg 1435 / 36, 1444 / 45 und 1451 als Rektor vor (Dekan 1440–60). Seine umfangreiche Bibliothek vermachte W. der Univ. Heidelberg, sein Haus mit dazugehörigem Grundstück hinterließ er als Burse für Studenten, verbunden mit der Bedingung, daß diese die via antiqua zu vertreten hätten.

Im „realistischen“ Paris geschult, vertrat W. die via antiqua, eine philosophische Richtung, die nicht nur von der Realität konkreter Einzeldinge, sondern u. a. auch von jener der Transzendentalien ausging. Kirchenpolitisch blieb er entschiedener Konziliarist. Bekannt wurde W. durch seine Auseinandersetzung|mit →Nikolaus von Kues (1401–60), dessen „nominalistisch“ geprägte Schrift „De docta ignorantia“ (1440) er in seinem Werk „De ignota litteratura“ (1442 / 43) als dem christlichen Glauben widersprechend auszuweisen suchte. Nikolaus mache als „Pseudo-Apostel“, der auf den Spuren der Waldenser, →Meister Eckharts und →John Wycliffs wandle, einseitig die visio scientalis geltend, die den menschlichen Geist aufblähe und den menschlichen Intellekt vergotte. Er ziele auf eine rein begrifflich argumentierende, neue philosophische Theologie. Die nur für den Himmel vorgesehene Erkenntnis mache er schon hier auf Erden geltend, überspringe die Aussagen der Hl. Schrift und ergehe sich in Spekulationen. W. warf Nikolaus zudem Pantheismus und Leugnung der Trinitätslehre vor, denn die drei göttlichen Personen fielen nach seiner Koinzidenzlehre in eins. Nikolaus, der zum Zeitpunkt des Streits als Kardinal auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, wehrte sich gegen W.s Vorwürfe 1449 mit seiner „Apologia de docta ignorantia“, ohne W. dabei respektlos zu behandeln.

W.s Argumentation zielte auf eine Verteidigung des christlichen Glaubens und der universitär-schulmäßigen Wissenschaft. Sie war theologisch durchdacht, biblisch fundiert und von der via antiqua formiert, wobei ihr v. a. →Albertus Magnus (um 1200–80) und zunehmend →Thomas von Aquin als Gewährsmänner dienten. Möglicherweise angeregt durch die Antwort des Cusanus, wandte sich W., der auch zahlreiche Kommentare zu biblischen Büchern verfaßte, Mitte der 1450er Jahre verstärkt dem platonisch-dionysischen Denken zu, ohne sich vom aristotelisch geprägten Schuldenken zu verabschieden, wie sein Kommentar zu „De Coelesti Hierarchia“ des Pseudo-Dionysios (1455) belegt. In der Verfügung Kf.→Friedrichs I. (1425–76), die via antiqua 1452 an der Univ. Heidelberg einzuführen, ist W.s Einfluß erkennbar. W.s Bedeutung liegt v. a. darin, die Neuheit des cusanischen Denkens scharfsinnig erkannt und dessen Nähe zu →Meister Eckhart entdeckt zu haben.

Werke

  • De ignota litteratura, hg. v. E. Vansteenberghe, 1910,
    • Neuausg. v. J. Hopkins, in: ders., Nicholas of Cusa’s Debate with John W., A Translation and an Appraisal of De ignota litteratura and Apologia doctae ignorantiae, 1981, ³1988, S. 97–118;
      Das Büchlein v. d. Seele (1436), hg. v. G. Steer, 1967;
      – uned. Schrr.: Parva logicalia, vermutl. vor 1426;
      De ymagine et similitudine contra eghardicos, 1430;
      Principium ad primum librum sententiarum, 1431;
      Aufzz. über Ereignisse am Mainzer RT, 1441;
      Antwortbrief an Johannes v. Gelnhausen 1442;
      Memoriale divinorum officiorum, 1445;
      Paradigma ingeniorum artis, n. 1445;
      De facis scolae doctae ignorantiae, zw. 1449 u. 1455;
      Sermo in die nativitatis Christi, 1457;
      De consequentiis, o. J.;
      Kommentare zu Boethius, Liber de hebdomadibus, o. J.;
      Kommentar zu Aristoteles, De anima III u. zu „Liber de causis“, o. J.

Literatur

"Neuplatonismus an der Universität Heidelberg? Johannes Wenck (†1460) als Kommentator des Corpus Dionysiacum, in: Recherches de Philosophie et Théologie Médiévales 88 (2021), 143–187. " (Academia)

|E. Vansteenberghe, Le cardinal Nicolas de Cues (1401–1464), L’action, la pensée, 1920, Nachdr. 1974;
F. Stegmüller, Rep. Biblicum Medii Aevi III, 1951, ²1981, Nr. 5059–62;
R. Haubst, J. W. aus Herrenberg als Albertist, in: Recherches de théologie ancienne et médiévale 18, 1951, S. 308–24;
ders., Stud. zu Nikolaus v. Kues u. J. W., Aus Hss. d. Vatikan. Bibl., 1955, S. 95–136;
ders., Das christolog. Schr.tum d. J. W. in Cod. Mainz 372 u. d. v. ihm benutzten ps.-albertin. „litania de sanctis“, in: Röm. Quartalschr. f. christl.Altertumskde. u. KGesch. 52, 1957, S. 211–28;
ders., Nikolaus v. Kues u. J. W., Neue Erörterungen u. Nachtrr., ebd. 53, 1958, S. 81–92;
E. Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus v. Kues u. J. W., ebd. 54, 1959, S. 114–16;
R. Haubst, Zu Erich Meuthen, Bemm. zu Rudolf Haubst, Nikolaus v. Kues u. J. W, ebd. 56, 1961, S. 75–77;
C. Giacon, Il „De ignota litteratura“ di Giovanni W., Nicoló da Cusa, Relazioni tenute al convegno interuniversitario di Bressanone nel 1960, 1962;
F. X. Bantle, Nikolaus Magni de Jawor u. J. W. im Lichte d. Cod. Mc 31 d. Univ.bibl. Tübingen, in: Scholastik 38, 1963, S. 536–74;
K. Wriedt, Die Epistola in causa schismatis d. J. W., in: Mitt. u. Forsch.btrr. d. Cusanus-Ges. 10, 1973, S. 125–29;
K. D. Kuhnekath, Die Philos. d. J. W. v. Herrenberg im Vgl. zu d. Lehren d. Nikolaus v. Kues, Diss. Köln 1975;
H. G. Senger, Ludus sapientiae, Stud. z. Werk u. z. Wirkungsgesch. d. Nikolaus v. Kues, 2002, S. 43–62;
F.-B. Stammkötter, „Hic homo parum curat de dictis Aristotelis“, Der Streit zw. J. W. v. Herrenberg u. Nikolaus v. Kues um d. Gültigkeit d. Satzes vom zu vermeidenden Widerspruch, in: Herbst d. MA? Fragen z. Bewertung d. 14. u. 15. Jh., hg. v. J. A. Aertsen u. M. Pickavé, 2004, S. 433–44;
K. Flasch, Kampfplätze d. Philos., 2008, v. a. S. 227–41;
F. Resch, Triunitas, Die Trinitätsspekulation d. Nikolaus v. Kues, 2014;
K. M. Ziebart, Nicolaus Cusanus on Faith and the Intellect, 2014;
M. Meliado, Le Questiones super Librum de causis attribuite a J. W., Concezione, fonti e tradizione manoscritta del commento, in: Neoplatonism in the Middle Ages, Bd. 2, hg. v. D. Calma, 2016, S. 225–70;
J.-C. Lagarrigue, Nicolas de Cues et Maître Eckhart, sous le feu de la critique de Jean W. de Herrenberg, in: Meister Eckhart in Paris u. Strasbourg, hg. v. D. Mieth u. a., 2017, S. 433–74;
LThK³;
Kosch, Lit.-Lex.³ (W, L);
Lit.-Lex. MA;
LexMA;
Vf.-Lex. MA² (W, L).

Autor/in

Manfred Gerwing

Zitierweise

Gerwing, Manfred, "Wenck, Hanns" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 766-767 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118766821.html#ndbcontent