„-lei“ – Versionsunterschied
Erscheinungsbild
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Die Seite wurde neu angelegt: „<div class="zenoCOMain"> == -ley, (-lei) == <div class="zenoCOAdRight"><ins class="adsbygoogle adsbygoogle-noablate" data-ad-client="ca-pub-2678391992761616" data-ad-height="250" data-ad-slot="4978495308" data-ad-width="300" data-adsbygoogle-status="done"><div id="aswift_0_host"><br></div></ins></div><p>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2042 [2042]] '''-lei''', ein für sich allein veraltetes Wort, welches ehedem ein Hauptwort weiblichen…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
<div class="zenoCOMain"> | <div class="zenoCOMain"> | ||
== -ley, (-lei) | == -ley, (-lei)<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2042-2043. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000298107; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2042 2042] | [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2043 2043]; Kategorien: [http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</ref> == | ||
< | <div class="zenoCOAdRight">'''-ley'''<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2042 [2042]]</ref>, ein für sich allein veraltetes Wort, | ||
* welches ehedem ein Hauptwort weiblichen Geschlechtes war, | |||
** und eigentlich den Weg, | |||
*** figürlich aber auch die Art, Gattung, das Geschlecht, | |||
** bedeutete, | |||
** und im Oberdeutschen ehedem auch [[lige|Lige]], [[leige|Leige]] lautete, und zum Theil noch lautet. | |||
*** ''Aller Leige,'' von aller Art, bey einem der Schwäbischen Dichter. | |||
* Jetzt ist es nur noch in der Zusammensetzung mit verschiedenen Bey- und Fürwörtern üblich, | |||
** neue Beywörter daraus zu bilden, | |||
** welche aber [[indeklinabel|indeclinabel]] sind, | |||
** und auf keine Art verändert werden können. | |||
** Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden, | |||
*** sind alle Zahlwörter und einige Fürwörter, | |||
*** oder den Fürwörtern ähnliche Beywörter. | |||
*** Alle diese müssen, wenn sie das -ley annehmen sollen, | |||
**** in der zweyten weiblichen Endung stehen; | |||
**** nicht, als wenn, wie Frisch glaubt, ein weibliches Hauptwort, Art, Gattung u.s.f. darunter verstanden würde, | |||
***** sondern, weil Ley selbst ein eigentliches Hauptwort weiblichen Geschlechtes ist. | |||
*** Wie man nun sagt, das sind Dinge aller Art, | |||
**** [[d.i.]] von aller Art, ohne ein anderes Hauptwort<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-02-2042 [2042]]</ref> darunter zu verstehen, | |||
**** so sagte man ehedem auch, das sind aller Ley Dinge, | |||
***** oder jetzt zusammen gezogen [[allerlei|allerley]] Dinge; | |||
**** woraus zugleich erhellet, | |||
***** warum die aus dieser Zusammensetzung entstehenden Wörter ihrer Natur nach indeclinabel sind. | |||
* Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden, sind | |||
*# Zahlwörter. | |||
*#* [[einerlei|Einerley]], von Einer Art, zweyerley, beyderley, dreyerley. | |||
*#* Ja es lassen sich nicht nur die [[deklinabel|declinabeln]] Zahlwörter auf diese Art verändern, | |||
*#** sondern auch die indeclinabeln; | |||
*#** doch müssen sie vorher die Sylbe [[-er]] annehmen, | |||
*#*** und dadurch gleichsam zu weiblichen Beywörtern der zweyten Endung gemacht werden. | |||
*#*** Sechserley Geld, sechs verschiedene Arten Geldes, | |||
*#*** Achterley Leute. | |||
*#*** Zwanzigerley Sachen. | |||
*#*** Hunderterley unter einander. | |||
*#*** Tausenderley Dinge. | |||
*#* Im Oberdeutschen sagt man auch anderley, für von andrer Art, | |||
*#** welches aber im Hochdeutschen nicht üblich ist. | |||
*# Fürwörter, oder Fürwörtern ähnliche Beywörter, doch nur einige. | |||
*#* Diese sind im Hochdeutschen [[all]], [[kein]], [[viel]] und [[manch]]; | |||
*#** allerley, keinerley, vielerley, mancherley. | |||
*#* Im Oberdeutschen hat man deren weit mehrere; | |||
*#** derley, für dergleichen, | |||
*#** welcherley, solcherley, jederley von dieser Waare, | |||
*#** Logau, wasserley, dieserley, der selberley Dunst, Buch der Natur 1483, | |||
*#** einicherley im Theuerdank, für von irgend einer Art, | |||
*#** meinerley, deinerley, seinerley u.s.f. Kaisersberg. | |||
*#** Würme, die du in dir hast, sind nicht deinerley, ebend. sind nicht von deiner Art. | |||
</div> | |||
=== Anm. === | |||
Dieses veraltete Hauptwort [[Leige]] | |||
* und zusammen gezogen Ley, | |||
* Holländ. gleichfalls ''Ley,'' (wo das y das Andenken des stärkern Hauches erhält,) | |||
* ist noch im Schwed. gangbar, wo es ''Led'' lautet, | |||
** und nicht nur eigentlich den Weg, (S. [[lege]], [[legen]]<nowiki/>und [[leiten]],) | |||
** sondern auch figürlich die Art, Gattung, das Geschlecht, bedeutet. | |||
* ''Annorledes'' ist daselbst anderley, auf andere Art, | |||
* ''alleleds'' allerley, | |||
* ''mångaleds'' mancherley. | |||
* S. [[Geschlecht]] und [[Schlachten]], | |||
** arten, welche gleichfalls damit verwandt sind. | |||
* Ehedem gebrauchte man statt dieser Sylbe auch [[Hand]], | |||
** welches sich noch in [[allerhand]] für allerley erhalten hat, | |||
** ehedem aber in allen den Fällen üblich war, | |||
*** wo man jetzt ley anhänget, | |||
*** welches in dieser Art des Gebrauches neuer ist als jenes. | |||
</div> | |||
Version vom 26. Dezember 2023, 08:57 Uhr
-ley, (-lei)[1]
-ley[2], ein für sich allein veraltetes Wort,
- welches ehedem ein Hauptwort weiblichen Geschlechtes war,
- Jetzt ist es nur noch in der Zusammensetzung mit verschiedenen Bey- und Fürwörtern üblich,
- neue Beywörter daraus zu bilden,
- welche aber indeclinabel sind,
- und auf keine Art verändert werden können.
- Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden,
- sind alle Zahlwörter und einige Fürwörter,
- oder den Fürwörtern ähnliche Beywörter.
- Alle diese müssen, wenn sie das -ley annehmen sollen,
- in der zweyten weiblichen Endung stehen;
- nicht, als wenn, wie Frisch glaubt, ein weibliches Hauptwort, Art, Gattung u.s.f. darunter verstanden würde,
- sondern, weil Ley selbst ein eigentliches Hauptwort weiblichen Geschlechtes ist.
- Wie man nun sagt, das sind Dinge aller Art,
- Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden, sind
- Zahlwörter.
- Einerley, von Einer Art, zweyerley, beyderley, dreyerley.
- Ja es lassen sich nicht nur die declinabeln Zahlwörter auf diese Art verändern,
- sondern auch die indeclinabeln;
- doch müssen sie vorher die Sylbe -er annehmen,
- und dadurch gleichsam zu weiblichen Beywörtern der zweyten Endung gemacht werden.
- Sechserley Geld, sechs verschiedene Arten Geldes,
- Achterley Leute.
- Zwanzigerley Sachen.
- Hunderterley unter einander.
- Tausenderley Dinge.
- Im Oberdeutschen sagt man auch anderley, für von andrer Art,
- welches aber im Hochdeutschen nicht üblich ist.
- Fürwörter, oder Fürwörtern ähnliche Beywörter, doch nur einige.
- Diese sind im Hochdeutschen all, kein, viel und manch;
- allerley, keinerley, vielerley, mancherley.
- Im Oberdeutschen hat man deren weit mehrere;
- derley, für dergleichen,
- welcherley, solcherley, jederley von dieser Waare,
- Logau, wasserley, dieserley, der selberley Dunst, Buch der Natur 1483,
- einicherley im Theuerdank, für von irgend einer Art,
- meinerley, deinerley, seinerley u.s.f. Kaisersberg.
- Würme, die du in dir hast, sind nicht deinerley, ebend. sind nicht von deiner Art.
- Diese sind im Hochdeutschen all, kein, viel und manch;
- Zahlwörter.
Anm.
Dieses veraltete Hauptwort Leige
- und zusammen gezogen Ley,
- Holländ. gleichfalls Ley, (wo das y das Andenken des stärkern Hauches erhält,)
- ist noch im Schwed. gangbar, wo es Led lautet,
- Annorledes ist daselbst anderley, auf andere Art,
- alleleds allerley,
- mångaleds mancherley.
- S. Geschlecht und Schlachten,
- arten, welche gleichfalls damit verwandt sind.
- Ehedem gebrauchte man statt dieser Sylbe auch Hand,
- welches sich noch in allerhand für allerley erhalten hat,
- ehedem aber in allen den Fällen üblich war,
- wo man jetzt ley anhänget,
- welches in dieser Art des Gebrauches neuer ist als jenes.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2042-2043. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000298107; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 2042 | 2043; Kategorien: Lexikalischer Artikel
- ↑ [2042]
- ↑ [2042]