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„Mittelgriechisch“ – Versionsunterschied

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<p>Unter '''Mittelgriechisch''' versteht man gemeinhin die Sprachstufe des [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Sprache Griechischen] zwischen dem Beginn des [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalters] um 600 und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1453) Eroberung der Stadt Konstantinopel] durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich Osmanen] 1453, da mit diesem Datum meist das Ende des Mittelalters für Südosteuropa definiert wird. Griechisch war ab dem 7.&nbsp;Jahrhundert die alleinige Verwaltungs- und Staatssprache des [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich Byzantinischen Reichs], die damalige Sprachstufe wird daher auch als '''byzantinisches Griechisch''' bezeichnet. In mehreren Sprachen wird der Begriff ''mittelalterliches Griechisch'' verwendet, darunter im Englischen (''Medieval Greek''), Französischen (''Grec médiéval'') und Neugriechischen (<span class="Grek" lang="el-Grek">Μεσαιωνική ελληνική [γλώσσα]</span> <span class="Latn" lang="el-Latn">Meseonikí ellinikí [glóssa]</span>).</p><p>Der Beginn dieser Sprachstufe wird gelegentlich bereits auf das 4.&nbsp;Jahrhundert datiert, entweder auf den Zeitpunkt der Verlegung der kaiserlichen Hauptresidenz nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel Konstantinopel] im Jahr&nbsp;330 oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsteilung_von_395 Reichsteilung von 395], doch geht dieser Ansatz weniger von den kulturellsprachlichen als vielmehr von politischen Entwicklungen aus und ist daher recht willkürlich. Erst im [https://de.wikipedia.org/wiki/7._Jahrhundert 7. Jahrhundert] war die oströmisch-byzantinische Kultur so massiven Veränderungen unterworfen, dass es sinnvoll erscheint, von einer Zäsur zu sprechen. Das mittelalterliche Griechisch ist das Bindeglied zwischen der antiken und der neuzeitlichen Sprachform, denn einerseits ist seine Literatur noch stark vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache Altgriechischen] geprägt und andererseits konnten sich in der gesprochenen Sprache gleichzeitig fast alle Eigenheiten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Neugriechische_Sprache Neugriechischen] entwickeln.</p><p>Die Erforschung der mittelgriechischen Sprache und Literatur ist ein Teilgebiet der [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinistik Byzantinistik] oder Byzantinologie, die sich umfassend und interdisziplinär mit Geschichte und Kultur der byzantinischen Welt befasst.</p>
[[mittel]] + [[Griechisch]]
 
Unter '''Mittelgriechisch''' versteht man gemeinhin die Sprachstufe des [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Sprache Griechischen] zwischen dem Beginn des [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalters] um 600 und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1453) Eroberung der Stadt Konstantinopel] durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich Osmanen] 1453, da mit diesem Datum meist das Ende des Mittelalters für Südosteuropa definiert wird. Griechisch war ab dem 7.&nbsp;Jahrhundert die alleinige Verwaltungs- und Staatssprache des [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich Byzantinischen Reichs], die damalige Sprachstufe wird daher auch als '''byzantinisches Griechisch''' bezeichnet. In mehreren Sprachen wird der Begriff ''mittelalterliches Griechisch'' verwendet, darunter im Englischen (''Medieval Greek''), Französischen (''Grec médiéval'') und Neugriechischen (<span lang="el-Grek" class="Grek">Μεσαιωνική ελληνική [γλώσσα]</span> <span lang="el-Latn" class="Latn">Meseonikí ellinikí [glóssa]</span>).<p>Der Beginn dieser Sprachstufe wird gelegentlich bereits auf das 4.&nbsp;Jahrhundert datiert, entweder auf den Zeitpunkt der Verlegung der kaiserlichen Hauptresidenz nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel Konstantinopel] im Jahr&nbsp;330 oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsteilung_von_395 Reichsteilung von 395], doch geht dieser Ansatz weniger von den kulturellsprachlichen als vielmehr von politischen Entwicklungen aus und ist daher recht willkürlich. Erst im [https://de.wikipedia.org/wiki/7._Jahrhundert 7. Jahrhundert] war die oströmisch-byzantinische Kultur so massiven Veränderungen unterworfen, dass es sinnvoll erscheint, von einer Zäsur zu sprechen. Das mittelalterliche Griechisch ist das Bindeglied zwischen der antiken und der neuzeitlichen Sprachform, denn einerseits ist seine Literatur noch stark vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache Altgriechischen] geprägt und andererseits konnten sich in der gesprochenen Sprache gleichzeitig fast alle Eigenheiten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Neugriechische_Sprache Neugriechischen] entwickeln.</p><p>Die Erforschung der mittelgriechischen Sprache und Literatur ist ein Teilgebiet der [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinistik Byzantinistik] oder Byzantinologie, die sich umfassend und interdisziplinär mit Geschichte und Kultur der byzantinischen Welt befasst.</p>

Aktuelle Version vom 5. Januar 2024, 12:20 Uhr

mittel + Griechisch

Unter Mittelgriechisch versteht man gemeinhin die Sprachstufe des Griechischen zwischen dem Beginn des Mittelalters um 600 und der Eroberung der Stadt Konstantinopel durch die Osmanen 1453, da mit diesem Datum meist das Ende des Mittelalters für Südosteuropa definiert wird. Griechisch war ab dem 7. Jahrhundert die alleinige Verwaltungs- und Staatssprache des Byzantinischen Reichs, die damalige Sprachstufe wird daher auch als byzantinisches Griechisch bezeichnet. In mehreren Sprachen wird der Begriff mittelalterliches Griechisch verwendet, darunter im Englischen (Medieval Greek), Französischen (Grec médiéval) und Neugriechischen (Μεσαιωνική ελληνική [γλώσσα] Meseonikí ellinikí [glóssa]).

Der Beginn dieser Sprachstufe wird gelegentlich bereits auf das 4. Jahrhundert datiert, entweder auf den Zeitpunkt der Verlegung der kaiserlichen Hauptresidenz nach Konstantinopel im Jahr 330 oder die Reichsteilung von 395, doch geht dieser Ansatz weniger von den kulturellsprachlichen als vielmehr von politischen Entwicklungen aus und ist daher recht willkürlich. Erst im 7. Jahrhundert war die oströmisch-byzantinische Kultur so massiven Veränderungen unterworfen, dass es sinnvoll erscheint, von einer Zäsur zu sprechen. Das mittelalterliche Griechisch ist das Bindeglied zwischen der antiken und der neuzeitlichen Sprachform, denn einerseits ist seine Literatur noch stark vom Altgriechischen geprägt und andererseits konnten sich in der gesprochenen Sprache gleichzeitig fast alle Eigenheiten des Neugriechischen entwickeln.

Die Erforschung der mittelgriechischen Sprache und Literatur ist ein Teilgebiet der Byzantinistik oder Byzantinologie, die sich umfassend und interdisziplinär mit Geschichte und Kultur der byzantinischen Welt befasst.