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„-chen“ – Versionsunterschied

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<p>[[-ch]] + [[-en]] | "klein, jung"</p><p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-gramgrp">vermindernde Nachsibe&nbsp;</span></span>(wie -lein), zusammengesetzt aus dem häufig in Tier- und Pflanzennamen, auch in vermindernden, auftretenden <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="germanisch">ger.</abbr> ''k''-Endsilben (oft mit vorangestelltem Bindewortlaut, s. [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Habicht Habicht], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Kranich Kranich], die unter Sperling angeführten Formen <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mitteldeutsch">md.</abbr>) ''<span class="etymwb-mentioned">sperc</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">sperke</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">sperche</span>'' und vgl. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">fulihha</span>'' ‘weibliches Füllen, junge Stute’, 9. Jh., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelenglisch">m engl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">hillok</span>'' ‘kleiner Hügel, Haufen’) und der Endsilbe&nbsp;<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="germanisch">ger.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">-''īna''-</span>, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="indoeuropäisch">uig.</abbr><span class="etymwb-mentioned">-''īno''-</span>, <span class="etymwb-mentioned">-''eino''-</span>, das ursprünglich eine Zugehörigkeit, Abstammung ausdrückt, daher auch ‘das Kleine, das Junge’ bezeichnen kann, vgl. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="gotisch">got.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">gaits</span>'' ‘Geiß’, ''<span class="etymwb-mentioned">gaitein</span>'' ‘das Junge der Geiß, Zicklein’ und s. Schwein, Scheweinchen, Füllen, Füllin, Küken, Kükchen.</p><p>In Verbindung mit k- und ''l''-Suffix (s.&nbsp;-lein) erhält <span class="etymwb-mentioned">-''īna''-</span> eindeutig vermindernden Sinn. Es ergeben sich <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altsächsisch">asächs.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">-''ikīn''</span>, ''wie<span class="etymwb-mentioned">skipikīn</span>'' ‘Schiffchen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">-''ken''</span>, wie ''<span class="etymwb-mentioned">vürken</span>'' ‘Feuerchen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">-''ihhīn''</span>, <span class="etymwb-mentioned">-''ihhī''</span>&nbsp;wie <span class="etymwb-mentioned">''fulihhīn'', ''fulihhī''&nbsp;</span>‘Füllen’ (Hs. 12. Jh.), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mitteldeutsch">md.</abbr>) <span class="etymwb-mentioned">-''ichin''</span>, <span class="etymwb-mentioned">-''chen''</span>, wie <span class="etymwb-mentioned">bei ''nichin''</span>, ''<span class="etymwb-mentioned">frouchen</span>''.</p><p>Solche Bildungen entstehen (zuerst vereinzelt) seit dem 9. Jh. und sind seit dem 14. Jh. in allen Landschaften anzutreffen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Luther] kennt von Hause aus <span class="etymwb-mentioned">-''chen''</span>, bevorzugt in seinen gedruckten Schriften aber <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="oberdeutsch">obd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">-''lein''</span>, das bis etwa 1620 vorherrscht; danach wird <span class="etymwb-mentioned">-''chen''&nbsp;</span>häufiger, das 1690 von Bödiker als deminuierende Endung empfohlen wird.</p><p>Heute dominiert <span class="etymwb-mentioned">-''chen''</span> in der Prosa; es steht in der Regel nach auslautendem -''l'' (<span class="etymwb-mentioned">Spielchen</span>), nach auslautendem -''ch'' gilt <span class="etymwb-mentioned">-''lein''</span> (<span class="etymwb-mentioned">Bächlein</span>).</p>
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* <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-gramgrp">vermindernde Nachsibe&nbsp;</span></span>(wie ''[[-lein]]''),  
* zusammengesetzt aus dem häufig in Tier- und Pflanzennamen,  
** auch in vermindernden, auftretenden ger. k-Endsilben  
*** (oft mit vorangestelltem Bindewortlaut, s. [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Habicht Habicht], ''[[Kranich]]'',  
**** die unter Sperling angeführten Formen  
**** mhd. (md.) sperc, sperke, sperche  
**** und vgl.  
***** ahd. fulihha ‘weibliches Füllen, junge Stute’, 9. Jh., m  
***** engl. hillok ‘kleiner Hügel, Haufen’)  
*** und der Endsilbe ger. -īna-,  
**** zu uig. -īno-, -eino-, das ursprünglich eine Zugehörigkeit, Abstammung ausdrückt,  
***** daher auch ‘das Kleine, das Junge’ bezeichnen kann,  
***** vgl. got. gaits ‘Geiß’, gaitein ‘das Junge der Geiß, Zicklein’  
***** und s. Schwein, Scheweinchen, Füllen, Füllin, Küken, Kükchen.
** In Verbindung mit k- und l-Suffix (s. ''[[-lein]]'') erhält -īna- eindeutig vermindernden Sinn.  
** Es ergeben sich  
*** asächs. -ikīn, wieskipikīn ‘Schiffchen’,  
*** mnd. -ken, wie vürken ‘Feuerchen’,  
*** ahd. -ihhīn, -ihhī wie fulihhīn, fulihhī ‘Füllen’ (Hs. 12. Jh.),  
*** mhd. (md.) -ichin, -chen, wie bei nichin, frouchen.
** Solche Bildungen entstehen (zuerst vereinzelt) seit dem 9. Jh. und sind seit dem 14. Jh. in allen Landschaften anzutreffen.  
** [[Martin Luther|Luther]] kennt von Hause aus -chen, bevorzugt in seinen gedruckten Schriften aber obd. -lein,  
*** das bis etwa 1620 vorherrscht; danach wird -chen häufiger, das 1690 von Bödiker als deminuierende Endung empfohlen wird.
** Heute dominiert -chen in der Prosa; es steht in der Regel nach auslautendem -l (Spielchen), nach auslautendem -ch gilt -lein (Bächlein).

Aktuelle Version vom 26. März 2024, 11:37 Uhr

Wrtndng

-che-n mhdt.-dt. "klein, jung"

  • vermindernde Nachsibe (wie -lein),
  • zusammengesetzt aus dem häufig in Tier- und Pflanzennamen,
    • auch in vermindernden, auftretenden ger. k-Endsilben
      • (oft mit vorangestelltem Bindewortlaut, s. Habicht, Kranich,
        • die unter Sperling angeführten Formen
        • mhd. (md.) sperc, sperke, sperche
        • und vgl.
          • ahd. fulihha ‘weibliches Füllen, junge Stute’, 9. Jh., m
          • engl. hillok ‘kleiner Hügel, Haufen’)
      • und der Endsilbe ger. -īna-,
        • zu uig. -īno-, -eino-, das ursprünglich eine Zugehörigkeit, Abstammung ausdrückt,
          • daher auch ‘das Kleine, das Junge’ bezeichnen kann,
          • vgl. got. gaits ‘Geiß’, gaitein ‘das Junge der Geiß, Zicklein’
          • und s. Schwein, Scheweinchen, Füllen, Füllin, Küken, Kükchen.
    • In Verbindung mit k- und l-Suffix (s. -lein) erhält -īna- eindeutig vermindernden Sinn.
    • Es ergeben sich
      • asächs. -ikīn, wieskipikīn ‘Schiffchen’,
      • mnd. -ken, wie vürken ‘Feuerchen’,
      • ahd. -ihhīn, -ihhī wie fulihhīn, fulihhī ‘Füllen’ (Hs. 12. Jh.),
      • mhd. (md.) -ichin, -chen, wie bei nichin, frouchen.
    • Solche Bildungen entstehen (zuerst vereinzelt) seit dem 9. Jh. und sind seit dem 14. Jh. in allen Landschaften anzutreffen.
    • Luther kennt von Hause aus -chen, bevorzugt in seinen gedruckten Schriften aber obd. -lein,
      • das bis etwa 1620 vorherrscht; danach wird -chen häufiger, das 1690 von Bödiker als deminuierende Endung empfohlen wird.
    • Heute dominiert -chen in der Prosa; es steht in der Regel nach auslautendem -l (Spielchen), nach auslautendem -ch gilt -lein (Bächlein).