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| * ‘Einzelfall zur [[Veranschaulichung]] oder zum Beweis für etw. [[Allgemeines]], [[Vorbild]], [[Muster]]’. | | * ‘Einzelfall zur [[Veranschaulichung]] oder zum Beweis für etw. [[Allgemeines]], [[Vorbild]], [[Muster]]’. |
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| Beispiele, Beispielen, | | Beispiele, Beispielen, |
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| == Beispiel ==
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| eigentlich Beispel, mittelhochdeutsch ''bispel'', mhdt. ''spel'' "Spruch, Erzählung, Fabel, Belehrung, (verwandt niederdeutsch, englisch ''spel'' "Zauberspruch"...', also bestenfalls "Beierzählung". ''Kirchspiel'' mittelhochdeutsch ''Kirchspel'' für "Kirchbezirk" sozusagen dort wo der Pfarrer, Probst das sagen hat.
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| Spiel mittelhochdeutsch ''spil'' "Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Wettkampf", althochdeutsch gibt es noch ''gaman'' wie im englisch ''gamen'' für spielen.
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| Die wesentliche ursprüngliche Bedeutung für ''Spiel'' ist "tänzerische Bewegung ", "Spaß, Freude haben", daher entspricht "Spiel verderben" an sich "Tanz, Spaß verderben"
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| ''spel'' und ''spil'' haben laut sprachwissenschaftlichen Forschungsstand nichts miteinander zu tun, aber gewiß hat ''Beispiel'' wörtlich nichts oder nur weit weit entfernt etwas mit ''Spiel'' zu tun; doch wird man die besten Beispiele geben, wenn man diese spielend gibt, sie spielend erlernbar macht, während man erzählt zugleich vorspielt - dann vereinen sich beide Bedeutungen zum Guten, insbesondere bei Kindern.
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| Ein Kind denkt zuerst an spielen, wenn es Beispiel hört, einem Kind sagt man daher „zeige mir auf wie ….“, man sagt nicht „gib mir dafür ein Beispiel‘ wenn man dem Kind nicht zuvor erhellt hat, was ein Beispiel tatsächlich ist, vor allem nicht, wenn man selbst nicht weiß, was ein Beispiel ist.
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| Wie kam es dazu das Beispiel ein "Beispiel" sei?
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| Nun … dadurch das ''spel'' "Spruch, Erzählung" und ''spil'' ‚Spiel‘ mundartlich auch einander vertauschend ausgesprochen wurden, entstand im Sprachgebrauch des 16. Jh. deren Verwechslung, Vertauschung bis Gleichsetzung.
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| Im Mittelalter war das ''Beispiel'' das ''nebenbei'' oder in den Pausen zum eigentlichen ''Spiel'' ''gespielte'' ''Spiel'', wobei ''Spiel'' zuvor „Tanz, Aufführung eines ''Schauspiel, das Spiel der Schausteller'' und Weiteres“ bedeutete, so das ''Beispiel'' „Beitanz, Beischauspiel, …“ bedeutete, heutiges ''Beispiel'' hat also äußerst wenig mit dem zu tun, daß der Wortlaut ''beispielen'' besagt.
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| Fragt man jemand, was Beispiel bedeutet, so erdenkt er sich meist aus dem Wortlaut heraus, dass es ein ''bei'' ''spielen'' sei, was gemäß früherer Bedeutung an sich stimmt, gerät jedoch bald ins stocken, da ''spielen'' mit der gelehrten Bedeutung von 'Beispiel geben', vergleichsweise 'Muster geben' nicht verbildlichend in Übereinstimmung gebracht werden kann.
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| Diese Aussagen sind erhellend, daher je ein „Argument“ (Erhellung), sie geben jedoch nur scheinbar einen Grund oder Gründe an, sind selbst keine Begründung, da der wahrhaftige Grund derjenige ist, der zur Verwechslung, Vertauschung, Gleichsetzung und dem Bedeutungswandel führte, welche die Ursachen dafür sind, warum man ''Beispiel geben'' mit ''spielen'' in Verbindung brachte und bringt, daß zu tun an sich richtig ist – der wahrhaftige Grund ist bei den Gelehrten zu finden, die dem Wort Beispiel die Bedeutung von „Paradigma“ gaben.
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| Die gelehrte Bedeutung von Paradigma wurde dem Wort ''Beispiel'' im 16. Jh. übergestülpt und so von ''spielen'' in die Irre geführt. Der wahre Grund findet sich also bei den Gelehrten und deren Unvermögen neue Worte zu bilden, sowie der Unart oder Unvernunft Worten deren Wortlaut widersprechende Bedeutungen aufzustülpen. Die Griechen taten dies, die Lateiner, insbesondere die Franzosen, infolge die Engländer und Deutschen, sowie alle Weiteren. Die Lateiner und Franzosen haben gemäß erlangtem Eindruck am meisten und ursächlicher verfälscht.
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| Gelehrte Bedeutung zu Beispiel: ‘Einzelfall zur Veranschaulichung oder zum Beweis für etwas Allgemeines, Vorbild, Muster’
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| Gelehrte Bedeutung zu Paradigma: ‘Beispiel’ (in der Grammatik durchflektiertes Musterwort), ‘kurze Erzählung, wissenschaftliche Richtung’, gelehrte Übernahme (16. Jh.) von lat. paradīgma, griech. parádeigma ‘Beispiel, Muster, Vorbild’, zu griech. paradeiknýnai ‘als Beispiel darstellen’;
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| Paradigma bedeutet altgriechisch wörtlich-sinngemäß jedoch „Beizeigung“ para „neben, bei, …“ digma „Zeigung, zeigen“ und nicht mehr! Das Wort Paradigma besagt, was es zu tun gilt – "beizeigen, Beizeigung", das Wort Beispiel besagt jedoch ''beispielen''.
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| Ein Wort sollte bedingt wortlautgemäß auch dem entsprechen, was es dem Wortlaut nach besagt, ein Wort vermittelt dessen Bedeutung durch dessen Wortlaut, was mit dem Wort gemeint wird, was meinen wir also mit „Beispiel geben“?
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| Angemessene Ersatzworte für "Beispiel" und "Beispiel geben", sind gemäß heutiger Bedeutung ''[[Veranschaulichung]]'', veranschaulichen, ''[[Gleichnis]], Vergleich, vergleichen, vergeichsweise, Zeigung, zeigen, Aufzeigung, aufzeigen.'' Wo ich zuvor dem Verständniß des Wort Beispiel noch „zum Beispiel …“ oder „beispielsweise“ sagte, sage ich heute „zum Vergleich“, „vergleichsweise“, ansonsten verwende ich zeigen, aufzeigen und wenn möglich zeige ich auch darstellen, darlegen, zeichnen auf, oder zeige auf Ähnliches Dasein im Dasein, vergleichsweise auf ähnliche Gegenstände.
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| Ein Beispiel/Paradigma besteht aus dem, daß man zeigt, aufzeigt, um etwas Anderes nur dem Ähnliches zu verdeutlichen, erhellen, sodaß „Beispiele“ selbst bestenfalls ähnlich bis gleich, jedoch niemals dasselbe sind, da Dasselbe das ist, für das ein Anderes beigezeigt wird, an sich ist es nebenzeigen, man zeigt das Eine neben dem Anderen und gibt so die Möglichkeit zu deren Vergleich und Einsicht.
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| „Gib mir ein Beispiel“ entspricht der Aufforderung anhand von Anderem Ähnliches und Unähnliches zu deren Unterscheidung aufzuzeigen, sodaß man das Eigentliche oder Wesentliche zu ermitteln, deuten und zu erkennen vermag und so wie jemand Beispiele gibt, wie man was aufzeigt, kann man das Verstehen und Begreifen des Zeigenden anhand des Gezeigten einschätzen.
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| Zeigen bedingt räumliches hinzeigen auf Ähnliches bis Unähnliches, Gleiches bis Ungleiches, ein Etwas, ein Dasein zur deren vergleichenden Verdeutlichung und sprechend bedingt Zeigen deren räumlich verbildlichendes Erzählen, man muß es sehen, um es wissen zu können, da „etwas wissen“ „etwas sehen oder gesehen haben“ bedeutet.
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bei-Spiel eigtl. mhdt. Beispel; n. Vorlage:ahdt.-dt. 'Beierzählung, Beispruch' Wrtdtng: sgm. Veranschaulichung, Gleichnis, Vergleich, Zeigung, Aufzeigung; Übrstzngswrt z. Paradigma u. Exempel; s. Beispiel oder Vergleich?
- ‘Einzelfall zur Veranschaulichung oder zum Beweis für etw. Allgemeines, Vorbild, Muster’.
- In Beispiel ist (wie in Kirchspiel) der zweite Bestandteil erst in spätmhd. Zeit volksetymologisch an Spiel angelehnt worden.
- Das gemeingerm. Grundwort
- ahd. asächs. spel ‘Erzählung, Rede’,
- aengl. spell und
- anord. spjall, auch ‘Zauberspruch’, got. spill ‘Sage, Fabel’
- (germ. *spella- ‘überlieferte Sage’)
- begegnet noch in
- engl. spell ‘Zauberwort’ und
- gospel ‘Evangelium’ (aengl. gōdspel ‘Evangelium’, eigentlich ‘gute Botschaft’).
- Außergerm. sind vergleichbar (ohne anlautendes s-)
- lat. appellāre ‘(um Hilfe) ansprechen, auffordern’,
- griech. apeilḗ (ἀπειλή) ‘ruhmredige Verheißung, Drohung’,
- lett. pelt ‘schmähen, verleumden, tadeln’,
- so daß von einer Wurzel uig. *(s)pel- ‘laut, nachdrücklich sprechen’ ausgegangen werden kann.
- Das mit bī- (s. bei) zusammengesetzte westgerm. Kompositum
- aostnfrk. bīspil ‘lehrhafter Spruch, Gleichnis’ (9. Jh.?),
- mhd. bīspel,
- mnd. bīspē̌l, bīspil,
- mnl. bispel ‘zur Belehrung erdichtete Geschichte, Fabel, Gleichnis, Sprichwort’,
- aengl. bīspell ‘Beispiel, Gleichnis’
- bedeutet eigentlich ‘das nebenbei Erzählte’.
- Luther gebraucht Beispiel vornehmlich im Sinne von ‘lehrreiches Faktum zur Nachahmung oder zur Abschreckung’.
- Unter Einfluß von lat. exemplum (s. Exempel) entwickelt sich seit dem 16. Jh. die Bedeutung ‘Vorbild, Muster’.
- Auf frz. Einfluß beruhen die Verbindungen zum Beispiel (nach par exemple) und ohne Beispiel (nach sans exemple).
Gleichniß,Gleichbild,Beibild,Veranschaulichung,Vergleich,Verdeutlichung,
Beispiele, Beispielen,