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„Glaube (Religion)“ – Versionsunterschied

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<p>Der '''Glaube''' (auch '''Glauben'''; lateinisch ''fides'' „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen Vertrauens] in die Lehre einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Religion Religion] und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissen Wissen] gründet die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit Wahrheitsvermutung] eines Glaubens nicht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsicht Einsicht], sondern allein auf den Aussagen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t Autoritäten]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-1 [1]]</sup>.</p><p>Der religiöse Begriff ''Glaube'' wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.</p><p>Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum Judentums], sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.</p><p>Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_(Christentum) Gott] geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogmatik Dogmatik] und in [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Glaubensbekenntnisse christlichen Glaubensbekenntnissen]festgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.</p><p>Bereits im [https://de.wikipedia.org/wiki/Koran Koran] wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (''islām'') und der Annahme des Glaubens (''[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n īmān]''). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mu%27min mu'min])'', sein muss. Was genau zum islamischen Glauben ([https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.</p><p>Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus Sikhismus] betont die Einheit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfung Schöpfung], einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma Dogmen].</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus Buddhismus] bedeutet Glaube, die Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha Buddha] als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Schulen Schulen] dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum Baháʼí]-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.</p><p>Der '''Glaube''' (auch '''Glauben'''; lateinisch ''fides'' „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen Vertrauens] in die Lehre einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Religion Religion] und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissen Wissen] gründet die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit Wahrheitsvermutung] eines Glaubens nicht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsicht Einsicht], sondern allein auf den Aussagen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t Autoritäten]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-1 [1]]</sup>.</p><p>Der religiöse Begriff ''Glaube'' wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.</p><p>Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum Judentums], sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.</p><p>Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_(Christentum) Gott] geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogmatik Dogmatik] und in [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Glaubensbekenntnisse christlichen Glaubensbekenntnissen]festgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.</p><p>Bereits im [https://de.wikipedia.org/wiki/Koran Koran] wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (''islām'') und der Annahme des Glaubens (''[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n īmān]''). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mu%27min mu'min])'', sein muss. Was genau zum islamischen Glauben ([https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.</p><p>Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus Sikhismus] betont die Einheit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfung Schöpfung], einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma Dogmen].</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus Buddhismus] bedeutet Glaube, die Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha Buddha] als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Schulen Schulen] dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum Baháʼí]-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.</p><div class="toctitle" dir="ltr" lang="de">
[[Glaube]]  {{mhdt.-dt.}} entspr. '[[Fürwahrhalten]]*
 
== Glaube (Religion) ==
Der '''Glaube''' (auch '''Glauben'''; lateinisch ''[[fidēs]]'' „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des [[Vertrauen|Vertrauens]] in die Lehre einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Religion Religion] und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum [[Wissen]] gründet die [[Wahrheitsvermutung]] eines Glaubens nicht auf [[Logik]] und [[Einsicht]], sondern allein auf den Aussagen von [[Autoritäten]]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-1 [1]]</sup>.<p>Der religiöse Begriff ''Glaube'' wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.</p><p>Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum Judentums], sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.</p><p>Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_(Christentum) Gott] geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogmatik Dogmatik] und in [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Glaubensbekenntnisse christlichen Glaubensbekenntnissen]festgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.</p><p>Bereits im [https://de.wikipedia.org/wiki/Koran Koran] wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (''islām'') und der Annahme des Glaubens (''[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n īmān]''). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mu%27min mu'min])'', sein muss. Was genau zum islamischen Glauben ([https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.</p><p>Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus Sikhismus] betont die Einheit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfung Schöpfung], einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma Dogmen].</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus Buddhismus] bedeutet Glaube, die Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha Buddha] als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Schulen Schulen] dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum Baháʼí]-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.</p><p>Der '''Glaube''' (auch '''Glauben'''; lateinisch ''fides'' „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen Vertrauens] in die Lehre einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Religion Religion] und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissen Wissen] gründet die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit Wahrheitsvermutung] eines Glaubens nicht auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsicht Einsicht], sondern allein auf den Aussagen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t Autoritäten]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-1 [1]]</sup>.</p><p>Der religiöse Begriff ''Glaube'' wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.</p><p>Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des [https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum Judentums], sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.</p><p>Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_(Christentum) Gott] geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogmatik Dogmatik] und in [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Glaubensbekenntnisse christlichen Glaubensbekenntnissen]festgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.</p><p>Bereits im [https://de.wikipedia.org/wiki/Koran Koran] wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (''islām'') und der Annahme des Glaubens (''[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n īmān]''). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mu%27min mu'min])'', sein muss. Was genau zum islamischen Glauben ([https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.</p><p>Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus Sikhismus] betont die Einheit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfung Schöpfung], einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser [https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma Dogmen].</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus Buddhismus] bedeutet Glaube, die Lehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddha Buddha] als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Schulen Schulen] dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum Baháʼí]-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.</p>
== <span id="Wortbedeutung">Wortbedeutung</span> ==
Das deutsche Wort ''Glaube'', von mittelhochdeutsch ''gloube''/''geloube'' aus althochdeutsch ''[[gilouba|giloubo]]'', gehört wie ''[[glauben]]'' (in früherer Bedeutung „gutheißen“ aus der Grundbedeutung „sich etwas lieb/vertraut machen“), dem [[Faktitiv]] zu ''lieb''<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-2 [2]]</sup> zu indogermanisch ''lub-''/''[[lewbʰ-]]'' (‚begehren‘, ‚lieb haben‘, ‚für lieb erklären‘, ‚gutheißen‘, ‚loben‘<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-3 [3]]</sup>). Das Wort wird in dem hier behandelten Sinn verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs πίστις ''[[pístis]]'' mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet πιστεύω ''[[pisteúō]]'' „ich bin treu, vertraue“ (πιστεύειν ''[[pisteúein]]'', „treu sein, vertrauen“). Ursprünglich gemeint war also: „Ich verlasse mich auf …, ich binde meine Existenz an …, ich bin treu zu …“. Das Wort zielt demnach auf [[Vertrauen]], [[Gehorsam]] (vergleiche: [[Gelöbnis]], [[Verlöbnis]]), [[Treue]].<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-4 [4]]</sup> Die Fügung „glauben an Gott“ etablierte [[Martin Luther]].<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-5 [5]]</sup>
 
Das lateinische Wort ''[[crēdere]]'' (vgl. [[Credo]] und [[Kreditor]]) – von ''[[cor]] [[dare]]'': „das Herz geben/schenken“ – ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel ''[[śraddadhāti|sraddha-]]'' „glauben“ und ist eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort ''[[putāre]]'' „glauben, dass“.<p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache Hebräischen] gibt es die [https://de.wikipedia.org/wiki/Vokabel Vokabel] ''aman'': sich an etwas festmachen. Die Vokabel ''aman'' mit der Schreibung „''Aleph-Mem-Nun''“ wird nur in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortstamm Stammesmodifikation] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Althebr%C3%A4ische_Grammatik#Konjugationsst%C3%A4mme ''Hif'il''] (Aussprache „hä’ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ kausativen] Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung, die auch im ursprünglich hebräischen Wort [https://de.wikipedia.org/wiki/Amen Amen] (vgl. auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Sprache arabisch] „[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]“) erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im ''Hif'il'' ist also „jemanden fest sein lassen“.</p>Das arabische Wort ''Īmān'' ist das Verbalsubstantiv der IV. Form des Stammes ʾ-m-n, welches auch in anderen semitischen Sprachen das Konzept von Vertrauen und Sicherheit zum Ausdruck bringt (siehe Amen), hat also eine doppelte Bedeutung, nämlich zum einen „Glauben“ im Sinne von „an etwas glauben“, aber auch „beschützen, sichern“.<div class="toctitle" dir="ltr" lang="de">
== Inhaltsverzeichnis ==
== Inhaltsverzeichnis ==
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Wortbedeutung 1Wortbedeutung]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Wortbedeutung 1Wortbedeutung]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Judentum 2Judentum]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Judentum 2Judentum]
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Literatur 13Literatur]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Literatur 13Literatur]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Weblinks 14Weblinks]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#Weblinks 14Weblinks]
== <span id="Wortbedeutung">Wortbedeutung</span> ==
<p>Das deutsche Wort ''Glaube'', von mittelhochdeutsch ''gloube''/''geloube'' aus althochdeutsch ''giloubo'', gehört wie ''glauben'' (in früherer Bedeutung „gutheißen“ aus der Grundbedeutung „sich etwas lieb/vertraut machen“), dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Faktitiv Faktitiv] zu ''lieb''<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-2 [2]]</sup> zu indogermanisch ''lub-''/''lewbʰ-'' (‚begehren‘, ‚lieb haben‘, ‚für lieb erklären‘, ‚gutheißen‘, ‚loben‘<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-3 [3]]</sup>). Das Wort wird in dem hier behandelten Sinn verwendet als Übersetzung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Sprache griechischen] Substantivs πίστις ''pistis'' mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet πιστεύω ''pisteúō'' „ich bin treu, vertraue“ (πιστεύειν ''pisteúein'', „treu sein, vertrauen“). Ursprünglich gemeint war also: „Ich verlasse mich auf …, ich binde meine Existenz an …, ich bin treu zu …“. Das Wort zielt demnach auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen Vertrauen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsam Gehorsam] (vergleiche: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gel%C3%B6bnis_(%C3%96ffentlicher_Dienst) Gelöbnis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Verl%C3%B6bnis Verlöbnis]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Treue Treue].<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-4 [4]]</sup> Die Fügung „glauben an Gott“ etablierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Martin Luther].<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube_(Religion)#cite_note-5 [5]]</sup></p><p>Das lateinische Wort ''credere'' (vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Credo Credo] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreditor Kreditor]) – von ''cor dare'': „das Herz geben/schenken“ – ist direkt verwandt mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Altindisch altindischen] Wurzel ''sraddha-'' („glauben“) und ist eine sehr alte ([https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachfamilie indogermanische]) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort ''putare'' („glauben, dass“).</p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Hebr%C3%A4ische_Sprache Hebräischen] gibt es die [https://de.wikipedia.org/wiki/Vokabel Vokabel] ''aman'': sich an etwas festmachen. Die Vokabel ''aman'' mit der Schreibung „''Aleph-Mem-Nun''“ wird nur in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortstamm Stammesmodifikation] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Althebr%C3%A4ische_Grammatik#Konjugationsst%C3%A4mme ''Hif'il''] (Aussprache „hä’ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausativ kausativen] Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung, die auch im ursprünglich hebräischen Wort [https://de.wikipedia.org/wiki/Amen Amen] (vgl. auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Sprache arabisch] „[https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%AAm%C4%81n Īmān]“) erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im ''Hif'il'' ist also „jemanden fest sein lassen“.</p><p>Das arabische Wort ''Īmān'' ist das Verbalsubstantiv der IV. Form des Stammes ʾ-m-n, welches auch in anderen semitischen Sprachen das Konzept von Vertrauen und Sicherheit zum Ausdruck bringt (siehe Amen), hat also eine doppelte Bedeutung, nämlich zum einen „Glauben“ im Sinne von „an etwas glauben“, aber auch „beschützen, sichern“.</p>

Aktuelle Version vom 15. Mai 2024, 16:28 Uhr

Glaube mhdt.-dt. entspr. 'Fürwahrhalten*

Glaube (Religion)

Der Glaube (auch Glauben; lateinisch fidēs „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des Vertrauens in die Lehre einer Religion und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum Wissen gründet die Wahrheitsvermutung eines Glaubens nicht auf Logik und Einsicht, sondern allein auf den Aussagen von Autoritäten[1].

Der religiöse Begriff Glaube wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.

Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des Judentums, sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.

Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch Gott geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der Dogmatik und in christlichen Glaubensbekenntnissenfestgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.

Bereits im Koran wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (islām) und der Annahme des Glaubens (īmān). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den Islam angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (mu'min), sein muss. Was genau zum islamischen Glauben (Īmān) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.

Der Sikhismus betont die Einheit der Schöpfung, einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser Dogmen.

Im Buddhismus bedeutet Glaube, die Lehren des Buddha als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen Schulen dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.

Im Baháʼí-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.

Der Glaube (auch Glauben; lateinisch fides „Vertrauen, Glaube, Zutrauen“) im Kontext religiöser Überzeugungen ist eine Grundhaltung des Vertrauens in die Lehre einer Religion und der mit ihr verbundenen Personen. Im Gegensatz zum Wissen gründet die Wahrheitsvermutung eines Glaubens nicht auf Logik und Einsicht, sondern allein auf den Aussagen von Autoritäten[1].

Der religiöse Begriff Glaube wird in den verschiedenen Religionen nicht nur unterschiedlich ausgelegt, sondern hat auch in jeder Religion einen anderen Stellenwert.

Der Glaube selbst ist kein religiöses Konzept des Judentums, sondern bezieht sich auf die ganze jüdische religiöse Tradition. Statt eines inhaltlich festgelegten Glaubens steht Gerechtigkeit auf der Grundlage der universellen Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen im Mittelpunkt.

Gemeinsam ist allen christlichen Strömungen der Glaube, dass alles Seiende durch Gott geschaffen wurde und im Dasein gehalten wird. Zentral im christlichen Glauben ist die Bejahung Gottes und seiner Autorität. Der Glaubensinhalt wird in der Dogmatik und in christlichen Glaubensbekenntnissenfestgehalten, deren Glaubensinhalte sich in einigen Punkten unterscheiden.

Bereits im Koran wird eine wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich zwischen der Annahme des Islams (islām) und der Annahme des Glaubens (īmān). An derartige Aussagen knüpft sich die Vorstellung, dass derjenige, der den Islam angenommen hat, also ein Muslim ist, nicht unbedingt ein „Gläubiger“ (mu'min), sein muss. Was genau zum islamischen Glauben (Īmān) gehört, ist zwischen den verschiedenen theologischen Schulen des Islams umstritten.

Der Sikhismus betont die Einheit der Schöpfung, einen gestaltlosen Schöpfergott und Gottvertrauen. Das zentrale Ziel ist es religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar zu machen und nicht die Einhaltung unumstößlicher religiöser Dogmen.

Im Buddhismus bedeutet Glaube, die Lehren des Buddha als wahr anzuerkennen, noch ehe ihr Wahrheitsgehalt durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Dieses Konzept ist ein wichtiger Bestandteil sämtlicher buddhistischer Traditionen, auch wenn dieser Glaube in einzelnen Schulen dann unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vertrauen und Weisheit sind gleichermaßen wichtig. Der buddhistische Glaube grenzt sich somit vom „blinden Glauben“ ab.

Im Baháʼí-Glauben sind sowohl Glaube als auch Wissen für spirituelles Wachstum erforderlich.

Wortbedeutung

Das deutsche Wort Glaube, von mittelhochdeutsch gloube/geloube aus althochdeutsch giloubo, gehört wie glauben (in früherer Bedeutung „gutheißen“ aus der Grundbedeutung „sich etwas lieb/vertraut machen“), dem Faktitiv zu lieb[2] zu indogermanisch lub-/lewbʰ- (‚begehren‘, ‚lieb haben‘, ‚für lieb erklären‘, ‚gutheißen‘, ‚loben‘[3]). Das Wort wird in dem hier behandelten Sinn verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs πίστις pístis mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet πιστεύω pisteúō „ich bin treu, vertraue“ (πιστεύειν pisteúein, „treu sein, vertrauen“). Ursprünglich gemeint war also: „Ich verlasse mich auf …, ich binde meine Existenz an …, ich bin treu zu …“. Das Wort zielt demnach auf Vertrauen, Gehorsam (vergleiche: Gelöbnis, Verlöbnis), Treue.[4] Die Fügung „glauben an Gott“ etablierte Martin Luther.[5]

Das lateinische Wort crēdere (vgl. Credo und Kreditor) – von cor dare: „das Herz geben/schenken“ – ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel sraddha- „glauben“ und ist eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putāre „glauben, dass“.

Im Hebräischen gibt es die Vokabel aman: sich an etwas festmachen. Die Vokabel aman mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ wird nur in der Stammesmodifikation des Hif'il (Aussprache „hä’ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung, die auch im ursprünglich hebräischen Wort Amen (vgl. auch arabisch „Īmān“) erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im Hif'il ist also „jemanden fest sein lassen“.

Das arabische Wort Īmān ist das Verbalsubstantiv der IV. Form des Stammes ʾ-m-n, welches auch in anderen semitischen Sprachen das Konzept von Vertrauen und Sicherheit zum Ausdruck bringt (siehe Amen), hat also eine doppelte Bedeutung, nämlich zum einen „Glauben“ im Sinne von „an etwas glauben“, aber auch „beschützen, sichern“.

Inhaltsverzeichnis