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„Grund“ – Versionsunterschied

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<p style="text-align: justify;">[[grun]][[-d]] {{ahdt.-dt.}} ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’,</p>
[[grun]][[-d]] {{ahdt.-dt.}} ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’,
 
{{Anm. KF}} mannigfaltige Fehlübrsetzungen und Fehlddeutungen für Grund:
 
* ''– [[fōns]]'' gleichs. Quelle, d.i. Ursprung.
* – ''[[parēns]]. mater'' gleichs. Urheber, Urheberin.
* – ''[[causa]]'' die Ursache, die etwas bewirkt;
* ''– [[ratiō]]'' der Grund als Folge; Vernunftgrund.
* – ''[[argūmentum]]'' Beweis nach Tatsachen.
* – ''[[rēs extēnsa|rēs]]'' Tatsache selbst, faktischer Grund. gew. im Plur., Ggstz. ''verba.''
 
* Ww
* Ww
** ahd.&nbsp;<em class="Latn mention" lang="goh">[[wikt:grunt#Old_High_German|grunt]] </em>(8. Jh.),
** ahd.&nbsp;<em class="Latn mention" lang="goh">[[wikt:grunt#Old_High_German|grunt]] </em>(8. Jh.),
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* Im Ergründen von Ursachen, Grund, Ursprung, Urgrund eines Dasein, Daseinszustand, einer Erscheinung&nbsp;steht das ''Henne-Ei-Problem'' als Verbildlichung der Fragestellung, ob es eine letzte Begründung gibt, also einen „Grund an sich“, wie es Arthur Schopenhauer formuliert. Als Beispiel wird bei Schopenhauer das Fallen eines Gegenstandes genannt. Warum fällt ein Stein herunter? Jede Antwort, z.&nbsp;B. hier „Wegen der Anziehungskraft“, kann sofort weiter hinterfragt werden: „Warum gibt es eine Anziehungskraft?“ usw. Das, was hier auf den ersten Blick nach der Frage nach dem Grund aussieht, ist in Wahrheit nur die Frage nach der Ursache.
* Im Ergründen von Ursachen, Grund, Ursprung, Urgrund eines Dasein, Daseinszustand, einer Erscheinung&nbsp;steht das ''Henne-Ei-Problem'' als Verbildlichung der Fragestellung, ob es eine letzte Begründung gibt, also einen „Grund an sich“, wie es Arthur Schopenhauer formuliert. Als Beispiel wird bei Schopenhauer das Fallen eines Gegenstandes genannt. Warum fällt ein Stein herunter? Jede Antwort, z.&nbsp;B. hier „Wegen der Anziehungskraft“, kann sofort weiter hinterfragt werden: „Warum gibt es eine Anziehungskraft?“ usw. Das, was hier auf den ersten Blick nach der Frage nach dem Grund aussieht, ist in Wahrheit nur die Frage nach der Ursache.
* Der Unterschied zwischen Ursache und Grund wird deutlich, wenn man sich klarmacht, dass eine Ursache immer nur in einer Kausalkette (Ursache-Wirkung-Abfolgeanreihung) mit einhergehender Zeitdauerabfolge gedacht wird. Der Grund kann dem eingewöhnten Denken und Schlußfolgern nach nur dann einer sein kann, wenn er den Grund bildet und nicht selbst Folge von etwas ist.&nbsp;Ausführlich wird das Problem in ''Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde'' von Schopenhauer dargestellt. Schoppenhauer und die meisten der Gelehrten und Wissenschaftler irren sich darin, da die Wortbedeutung von Grund, wie eben der Grund eines Boden auf Ansammlung von Grand2 und mit der gebildeten Oberschicht als Grind zusammen den Grund bilden und Gründe sich auf gleiche Weise herausbilden, sie somit auf Ansammlungen und deren Verfestigung sind, auf denen dann Ursachen zustande kommen können.
* Der Unterschied zwischen Ursache und Grund wird deutlich, wenn man sich klarmacht, dass eine Ursache immer nur in einer Kausalkette (Ursache-Wirkung-Abfolgeanreihung) mit einhergehender Zeitdauerabfolge gedacht wird. Der Grund kann dem eingewöhnten Denken und Schlußfolgern nach nur dann einer sein kann, wenn er den Grund bildet und nicht selbst Folge von etwas ist.&nbsp;Ausführlich wird das Problem in ''Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde'' von Schopenhauer dargestellt. Schoppenhauer und die meisten der Gelehrten und Wissenschaftler irren sich darin, da die Wortbedeutung von Grund, wie eben der Grund eines Boden auf Ansammlung von Grand2 und mit der gebildeten Oberschicht als Grind zusammen den Grund bilden und Gründe sich auf gleiche Weise herausbilden, sie somit auf Ansammlungen und deren Verfestigung sind, auf denen dann Ursachen zustande kommen können.
<div class="zenoCOMain"><p>'''<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>''', I) als unterste Fläche, unterster Raum von etw., der Boden, 1) eines hohlen Körpers, wie eines Fasses, des Meeres etc.: ''fundus.'' – der G. des Meeres,'' mare imum'' (Ggstz. ''mare summum):'' der Anker faßt G., ''ancora subsistit'' od. ''sīdit:'' auf dem G. sitzen bleiben, ''sīdĕre'' (auch von Fahrzeugen): ein Schiff in den G. segeln, ''navem obruere:'' ein Schiff in den G. bohren, ''navem perforare ac demergere;'' gew. bl. ''navem mergere, demergere, deprimere, supprimere:'' das Schiff wird in den G. gebohrt, ''navis rostris icta supprimitur.'' – '''zugrunde gehen''' (bildl.), ''perire. interire'' (untergehen); ''dilabi'' (in seinen Teilen zerfallen, vom Staate, Hauswesen, Vermögen etc.); ''ruere. corruere'' (zusammenstürzen, letzteres bes. vom Kaufmann, der Bankrott macht, Ggstz. ''stare):'' jmd. zugrunde gehen lassen, ''alqm ruere'' od. ''corruere pati.'' – '''zugrunde richten''' (bildl.), ''pessum dare. perdere'' (verderben);'' ad interitum vocare alqm'' (jmds. Untergang herbeiführen, von einer Sache); ''alqm'' od. ''alqd praecipitare'' (jählings ins Verderben stürzen, z.B. den Staat); ''conficere'' (unser »fertigmachen, gänzlich erschöpfen«, z.B. ''partem plebis tributo); trucidare'' (gleichs. totmachen, gänzlich fertigmachen, z.B. ''alqm fenore); profligare'' (gänzlich über den Haufen werfen, gänzlich zugrunde richten, eine Person, den Staat, seine Gesundheit etc.): jmd. zugrunde zu richten suchen. ''alcis interitum quaerere.'' – Dah. in weiterer Bed., auf den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> gehen bei etw., ''accuratius'' od. ''subtilius investigare alqd; investigare et perscrutari alqd; pertractare alqd:'' einer Sache auf den G. kommen,'' alqd totum perspicere:'' einer Sache auf den G. zu kommen suchen, ''explorare alqd'' od. ''de alqa re,'' od. m. folg. Relativsatz od. m. folg. indir. Fragesatz (einer Sache nachforschen, z.B. genauer, ''diligentius); quaerere de alqa re'' (über etwas nachfragen. z.B. ''de tanta re)'' – '''im''''''Grunde''', d.i. eigentlich, genau betrachtet, ''si veram rei rationem exigis; vere'' (in Wahrheit). – 2) des Erdbodens: ''solum.'' – auf festen G. kommen, gelangen, G. finden (bei der Grundlegung[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 [1173]] eines Gebäudes), ''pervenire ad solidum.'' – '''<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> und Boden''', ''solum'' (der Erdboden, z.B. ''urbis, agri); sedes'' (der Boden als Sitz des Bewohners); verb.'' solum et sedes, sedes ac solum.'' – auf G. u. Boden des Feindes, ''in hostico'' (Ggstz. ''in pacato):'' auf G. u. B. der Herniker, ''in Hernico.'' – liegende Gründe,'' solum; agri. fundus'' (Grundstücke). – 3) Talgrund:'' convallis.'' – felsige Gründe, ''saxosae valles.'' – 4) die Grundfläche eines Hügels: ''fundus; solum.''</p><p class="zenoPLm4n0">II) als Basis od. Grundlage eines Gebäudesetc.:'' fundamentum'' od. Plur. ''fundamenta.'' – den G. legen,'' fundamenta ponere, iacĕre:'' den G. zu etw. legen,'' fundamenta alcis rei iacĕre, ponere'' (eig. u. bildl.);'' initia alcis rei ponere. prima initia alcis rei inchoare'' od. ''ponere'' (bildl.): den G. zu etw. graben, ausgraben (aufgraben), ''fundamenta alci rei fodere; fundamenta alcis rei aperire.'' – von G. aus, ''a fundamentis'' (eig., z.B. ''domum inchoare:'' u. ''alqd diruere'' od. ''proruere'' od. ''disicere); funditus'' (eig. u. bildl., z.B. ''destruere templum:'' u. ''domum'' [v. Zwietracht]; u. ''amicitias'' [v. Lehren]: u. ''delere rem publicam:'' u. ''perire''[von Städten]); ''ab stirpe'' (bildl., gleichs. v. der Wurzel aus, z.B. ''interire'' [v. einer Stadt]); ''naturā'' (bildl., v. Natur, z.B. ''optimus,'' v. einer Pers.). – auf G. (= infolge) einer Sache, ''ex'' mit Abl. od. durch bl. Abl. (z.B. ''ex lege'' od. bl. ''lege).''</p><p class="zenoPLm4n0">III) als Entstehungsgrund, a) erster Anfang einer Sache: ''principium. initium. – fons'' (gleichs. Quelle, d.i. Ursprung). – ''parens. mater'' (gleichs. Urheber, Urheberin). – ''causa'' (die Ursache, die etwas bewirkt); verb. ''causa et semen'' (z.B. zum Kriege, ''belli). – ratio'' (der <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> als Folge). – es liegt einer Sache etw. zugrunde, ''alqd subest alci rei'' (es dient gleichs. als Grundlage); ''alqd habet alqd'' (es trägt etw. das u. das an sich als Ursache, z.B. ''profectio non voluntatem habuit turpem,'' seiner Abreise lag eine keineswegs schimpfliche Absicht zugrunde): seinen G. in etwas haben, ''oriri, nasci, gigni ex alqa re'' (aus etw. entstehen); ''proficisci ab alqa re'' (von etw. ausgehen); ''manare ex alqa re'' (aus etw. gleichs. wie aus einer Quelle herfließen); ''contineri alqā re'' (durch etwas wesentlich bedingt sein); ''consistere in alqa re'' (auf etw. beruhen): die Sache hat einen doppelten G., ''eius rei duplex causa est:'' seine Angaben scheinen G. zu haben,'' haud vana afferre videtur.'' – b) Beweggrund: ''causa'' (zu etw., ''alcis rei). – ratio'' (Vernunftgrund). – ganz artige Gründe, ''ratiunculae.'' – einen G. anführen, angeben, beibringen, ''causam'' od. ''rationem afferre,'' auch bl, ''afferre'' (s. »anführen '''''no.''''' I« die Beispp.): ich habe wichtige Gründe zu etwas, ''non sine gravi causa facio alqd; graves causae me impellunt, ut faciam alqd:'' das hat seine guten Gründe, ''suas ista causas habent.'' – nicht ohne (guten) <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>, ''non sine causa:'' aus guten Gründen, ''cum causa; iustis de causis'' (aus rechtmäßigen G): aus dringenden Grün. den, ''pellentibus causis:'' aus dem G., weil etc., ''propterea, quod etc.:'' ohne triftigen G., ''nullā probabili causā:'' ohne bestimmten, tatsächlichen G., ''sine certa re:'' ohne allen vernünftigen [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 [1174]] G., ''nullā ratione:'' ohne allen G.,'' temere'' (aufs Geratewohl, ohne Absicht etc.); ''frustra'' (umsonst, z.B. ''alqd timere):'' ich sage nichts ohne hinreichenden G., ''nihil temere dico:''mit G. hoffen, ''recte sperare.'' – der G. zu etwas sein, ''causam esse alcis rei:'' der G. od. ein G. sein, warum etc., ''causam esse, cur etc.'' – es ist kein G. vorhanden, ich habe keinen G., mit folg. »zu« u. Infin. od. m. folg. »warum« od. »weshalb« etc., ''non est (mihi) causa, quam ob rem'' od. ''cur etc.: non est, nihil est, quod'' od. ''cur; non habeo, nihil habeo, quod'' od. ''cur etc.,'' z.B. du hast keinen G., dich zu beunruhigen, ''nihil est quod te moveat.'' – ich habe G., zu etc., ''est quod,'' z.B. ich habe G., mich zu schämen, ''est quod me pudeat:'' ich habe mehr G., dir Glück zu wünschen, als dich zu bitten,'' magis est, quod tibi gratuler, quam quod te rogem:'' er hat mehr G., sich zu freuen, als sich zu betrüben,'' plus habet quod gaudeat, quam quod doleat.'' – Auch wird »<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>« mit einem Pronomen oder Adjektiv im Latein. bl. durch das Neutrum des Pronomens oder Adjektivs ausgedrückt, z.B. gar manche Gründe fallen mir ein (mehr als ein G. fällt mir ein), warum etc.,'' mihi multa occurrunt, cur etc.'' – od. der Lateiner setzt das, was den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> abgibt, für den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>, z.B. der G. der Verzögerung ihrer sofortigen Berennung (der G., warum ste nicht alsbald berannt wurden) war der, daß etc., ''mora, cur non extemplo oppugnarentur, ea fuit, quod etc.:'' in der Beschuldigung selbst liegt kein G. zum Verdachte, ''in crimine ipso nulla suspicio est. – ''c) Beweisgrund (vgl. »Beweis '''''no.''''' II,'' b«): ratio'' (als Vernunftgrund), – ''argumentum'' (Beweis nach Tatsachen). – ''res'' (Tatsache selbst, faktischer <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>. gew. im Plur., Ggstz. ''verba).'' – mit Gründen streiten, ''argumentis'' od. ''rebus agere:'' keinen G. gelten lassen, auf keinen G. hören, ''rationem non pati.''</p></div><div class="zenoCOFooter"><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Quelle:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">Karl Ernst Georges: Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch. Hannover und Leipzig <sup>7</sup>1910 (Nachdruck Darmstadt 1999), Sp. 1173-1175.</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Permalink:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/nid/20001995464 http://www.zeno.org/nid/20001995464]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Lizenz:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Faksimiles:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1173]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1174]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1176 1175]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Kategorien:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Kategorien/T/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch]<div class="zenoCOMain"><p>'''<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>''', I) als unterste Fläche, unterster Raum von etw., der Boden, 1) eines hohlen Körpers, wie eines Fasses, des Meeres etc.: ''fundus.'' – der G. des Meeres,'' mare imum'' (Ggstz. ''mare summum):'' der Anker faßt G., ''ancora subsistit'' od. ''sīdit:'' auf dem G. sitzen bleiben, ''sīdĕre'' (auch von Fahrzeugen): ein Schiff in den G. segeln, ''navem obruere:'' ein Schiff in den G. bohren, ''navem perforare ac demergere;'' gew. bl. ''navem mergere, demergere, deprimere, supprimere:'' das Schiff wird in den G. gebohrt, ''navis rostris icta supprimitur.'' – '''zugrunde gehen''' (bildl.), ''perire. interire'' (untergehen); ''dilabi'' (in seinen Teilen zerfallen, vom Staate, Hauswesen, Vermögen etc.); ''ruere. corruere'' (zusammenstürzen, letzteres bes. vom Kaufmann, der Bankrott macht, Ggstz. ''stare):'' jmd. zugrunde gehen lassen, ''alqm ruere'' od. ''corruere pati.'' – '''zugrunde richten''' (bildl.), ''pessum dare. perdere'' (verderben);'' ad interitum vocare alqm'' (jmds. Untergang herbeiführen, von einer Sache); ''alqm'' od. ''alqd praecipitare'' (jählings ins Verderben stürzen, z.B. den Staat); ''conficere'' (unser »fertigmachen, gänzlich erschöpfen«, z.B. ''partem plebis tributo); trucidare'' (gleichs. totmachen, gänzlich fertigmachen, z.B. ''alqm fenore); profligare'' (gänzlich über den Haufen werfen, gänzlich zugrunde richten, eine Person, den Staat, seine Gesundheit etc.): jmd. zugrunde zu richten suchen. ''alcis interitum quaerere.'' – Dah. in weiterer Bed., auf den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> gehen bei etw., ''accuratius'' od. ''subtilius investigare alqd; investigare et perscrutari alqd; pertractare alqd:'' einer Sache auf den G. kommen,'' alqd totum perspicere:'' einer Sache auf den G. zu kommen suchen, ''explorare alqd'' od. ''de alqa re,'' od. m. folg. Relativsatz od. m. folg. indir. Fragesatz (einer Sache nachforschen, z.B. genauer, ''diligentius); quaerere de alqa re'' (über etwas nachfragen. z.B. ''de tanta re)'' – '''im''''''Grunde''', d.i. eigentlich, genau betrachtet, ''si veram rei rationem exigis; vere'' (in Wahrheit). – 2) des Erdbodens: ''solum.'' – auf festen G. kommen, gelangen, G. finden (bei der Grundlegung[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 [1173]] eines Gebäudes), ''pervenire ad solidum.'' – '''<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> und Boden''', ''solum'' (der Erdboden, z.B. ''urbis, agri); sedes'' (der Boden als Sitz des Bewohners); verb.'' solum et sedes, sedes ac solum.'' – auf G. u. Boden des Feindes, ''in hostico'' (Ggstz. ''in pacato):'' auf G. u. B. der Herniker, ''in Hernico.'' – liegende Gründe,'' solum; agri. fundus'' (Grundstücke). – 3) Talgrund:'' convallis.'' – felsige Gründe, ''saxosae valles.'' – 4) die Grundfläche eines Hügels: ''fundus; solum.''</p><p class="zenoPLm4n0">II) als Basis od. Grundlage eines Gebäudesetc.:'' fundamentum'' od. Plur. ''fundamenta.'' – den G. legen,'' fundamenta ponere, iacĕre:'' den G. zu etw. legen,'' fundamenta alcis rei iacĕre, ponere'' (eig. u. bildl.);'' initia alcis rei ponere. prima initia alcis rei inchoare'' od. ''ponere'' (bildl.): den G. zu etw. graben, ausgraben (aufgraben), ''fundamenta alci rei fodere; fundamenta alcis rei aperire.'' – von G. aus, ''a fundamentis'' (eig., z.B. ''domum inchoare:'' u. ''alqd diruere'' od. ''proruere'' od. ''disicere); funditus'' (eig. u. bildl., z.B. ''destruere templum:'' u. ''domum'' [v. Zwietracht]; u. ''amicitias'' [v. Lehren]: u. ''delere rem publicam:'' u. ''perire''[von Städten]); ''ab stirpe'' (bildl., gleichs. v. der Wurzel aus, z.B. ''interire'' [v. einer Stadt]); ''naturā'' (bildl., v. Natur, z.B. ''optimus,'' v. einer Pers.). – auf G. (= infolge) einer Sache, ''ex'' mit Abl. od. durch bl. Abl. (z.B. ''ex lege'' od. bl. ''lege).''</p><p class="zenoPLm4n0">III) als Entstehungsgrund, a) erster Anfang einer Sache: ''principium. initium. – fons'' (gleichs. Quelle, d.i. Ursprung). – ''parens. mater'' (gleichs. Urheber, Urheberin). – ''causa'' (die Ursache, die etwas bewirkt); verb. ''causa et semen'' (z.B. zum Kriege, ''belli). – ratio'' (der <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> als Folge). – es liegt einer Sache etw. zugrunde, ''alqd subest alci rei'' (es dient gleichs. als Grundlage); ''alqd habet alqd'' (es trägt etw. das u. das an sich als Ursache, z.B. ''profectio non voluntatem habuit turpem,'' seiner Abreise lag eine keineswegs schimpfliche Absicht zugrunde): seinen G. in etwas haben, ''oriri, nasci, gigni ex alqa re'' (aus etw. entstehen); ''proficisci ab alqa re'' (von etw. ausgehen); ''manare ex alqa re'' (aus etw. gleichs. wie aus einer Quelle herfließen); ''contineri alqā re'' (durch etwas wesentlich bedingt sein); ''consistere in alqa re'' (auf etw. beruhen): die Sache hat einen doppelten G., ''eius rei duplex causa est:'' seine Angaben scheinen G. zu haben,'' haud vana afferre videtur.'' – b) Beweggrund: ''causa'' (zu etw., ''alcis rei). – ratio'' (Vernunftgrund). – ganz artige Gründe, ''ratiunculae.'' – einen G. anführen, angeben, beibringen, ''causam'' od. ''rationem afferre,'' auch bl, ''afferre'' (s. »anführen '''''no.''''' I« die Beispp.): ich habe wichtige Gründe zu etwas, ''non sine gravi causa facio alqd; graves causae me impellunt, ut faciam alqd:'' das hat seine guten Gründe, ''suas ista causas habent.'' – nicht ohne (guten) <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>, ''non sine causa:'' aus guten Gründen, ''cum causa; iustis de causis'' (aus rechtmäßigen G): aus dringenden Grün. den, ''pellentibus causis:'' aus dem G., weil etc., ''propterea, quod etc.:'' ohne triftigen G., ''nullā probabili causā:'' ohne bestimmten, tatsächlichen G., ''sine certa re:'' ohne allen vernünftigen [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 [1174]] G., ''nullā ratione:'' ohne allen G.,'' temere'' (aufs Geratewohl, ohne Absicht etc.); ''frustra'' (umsonst, z.B. ''alqd timere):'' ich sage nichts ohne hinreichenden G., ''nihil temere dico:''mit G. hoffen, ''recte sperare.'' – der G. zu etwas sein, ''causam esse alcis rei:'' der G. od. ein G. sein, warum etc., ''causam esse, cur etc.'' – es ist kein G. vorhanden, ich habe keinen G., mit folg. »zu« u. Infin. od. m. folg. »warum« od. »weshalb« etc., ''non est (mihi) causa, quam ob rem'' od. ''cur etc.: non est, nihil est, quod'' od. ''cur; non habeo, nihil habeo, quod'' od. ''cur etc.,'' z.B. du hast keinen G., dich zu beunruhigen, ''nihil est quod te moveat.'' – ich habe G., zu etc., ''est quod,'' z.B. ich habe G., mich zu schämen, ''est quod me pudeat:'' ich habe mehr G., dir Glück zu wünschen, als dich zu bitten,'' magis est, quod tibi gratuler, quam quod te rogem:'' er hat mehr G., sich zu freuen, als sich zu betrüben,'' plus habet quod gaudeat, quam quod doleat.'' – Auch wird »<span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>« mit einem Pronomen oder Adjektiv im Latein. bl. durch das Neutrum des Pronomens oder Adjektivs ausgedrückt, z.B. gar manche Gründe fallen mir ein (mehr als ein G. fällt mir ein), warum etc.,'' mihi multa occurrunt, cur etc.'' – od. der Lateiner setzt das, was den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span> abgibt, für den <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>, z.B. der G. der Verzögerung ihrer sofortigen Berennung (der G., warum ste nicht alsbald berannt wurden) war der, daß etc., ''mora, cur non extemplo oppugnarentur, ea fuit, quod etc.:'' in der Beschuldigung selbst liegt kein G. zum Verdachte, ''in crimine ipso nulla suspicio est. – ''c) Beweisgrund (vgl. »Beweis '''''no.''''' II,'' b«): ratio'' (als Vernunftgrund), – ''argumentum'' (Beweis nach Tatsachen). – ''res'' (Tatsache selbst, faktischer <span class="zenoTXHighlight0">Grund</span>. gew. im Plur., Ggstz. ''verba).'' – mit Gründen streiten, ''argumentis'' od. ''rebus agere:'' keinen G. gelten lassen, auf keinen G. hören, ''rationem non pati.''</p></div><div class="zenoCOFooter"><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Quelle:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">Karl Ernst Georges: Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch. Hannover und Leipzig <sup>7</sup>1910 (Nachdruck Darmstadt 1999), Sp. 1173-1175.</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Permalink:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/nid/20001995464 http://www.zeno.org/nid/20001995464]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Lizenz:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Faksimiles:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1173]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1174]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1176 1175]</div></div><div class="zenoCOFooterLine"><div class="zenoCOFooterLineLeft">Kategorien:</div><div class="zenoCOFooterLineRight">[http://www.zeno.org/Kategorien/T/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch]</div></div></div></div></div></div>
 
== Grund<ref>'''Quelle:''' '''Karl Ernst Georges: Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch. Hannover und Leipzig <sup>7</sup>1910 (Nachdruck Darmstadt 1999), Sp. 1173-1175.''' '''Permalink:''' '''http://www.zeno.org/nid/20001995464; Lizenz:[http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles:''' '''[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1173]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1174 1174]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-1176 1175]; Kategorien:''' '''[http://www.zeno.org/Kategorien/T/W%C3%B6rterbuch Wörterbuch]'''</ref> ==
<div class="zenoCOMain">
* I) als unterste Fläche, unterster Raum von etw., der Boden,
** 1) eines hohlen Körpers, wie eines Fasses, des Meeres etc.: ''fundus.'' – der Grund des Meeres, ''mare imum'' (Ggstz. ''mare summum):'' der Anker faßt Grund, ''ancora subsistit'' od. ''sīdit:'' auf dem Grund sitzen bleiben, ''sīdĕre'' (auch von Fahrzeugen): ein Schiff in den Grund segeln, ''navem obruere:'' ein Schiff in den Grund bohren, ''navem perforare ac demergere;'' gew. bl. ''navem mergere, demergere, deprimere, supprimere:'' das Schiff wird in den Grund gebohrt, ''navis rostris icta supprimitur.'' – '''zugrunde gehen''' (bildl.), ''perire. interire'' (untergehen); ''dilabi'' (in seinen Teilen zerfallen, vom Staate, Hauswesen, Vermögen etc.); ''ruere. corruere'' (zusammenstürzen, letzteres bes. vom Kaufmann, der Bankrott macht, Ggstz. ''stare):'' jmd. zugrunde gehen lassen, ''alqm ruere'' od. ''corruere pati.'' – '''zugrunde richten''' (bildl.), ''pessum dare. perdere'' (verderben); ''ad interitum vocare alqm'' (jmds. Untergang herbeiführen, von einer Sache); ''alqm'' od. ''alqd praecipitare'' (jählings ins Verderben stürzen, z.B. den Staat); ''conficere'' (unser »fertigmachen, gänzlich erschöpfen«, z.B. ''partem plebis tributo); trucidare'' (gleichs. totmachen, gänzlich fertigmachen, z.B. ''alqm fenore); profligare'' (gänzlich über den Haufen werfen, gänzlich zugrunde richten, eine Person, den Staat, seine Gesundheit etc.): jmd. zugrunde zu richten suchen. ''alcis interitum quaerere.'' – Dah. in weiterer Bed., auf den Grund gehen bei etw., ''accuratius'' od. ''subtilius investigare alqd; investigare et perscrutari alqd; pertractare alqd:'' einer Sache auf den Grund kommen, ''alqd totum perspicere:'' einer Sache auf den Grund zu kommen suchen, ''explorare alqd'' od. ''de alqa re,'' od. m. folg. Relativsatz od. m. folg. indir. Fragesatz (einer Sache nachforschen, z.B. genauer, ''diligentius); quaerere de alqa re'' (über etwas nachfragen. z.B. ''de tanta re)'' – '''im Grunde''', d.i. eigentlich, genau betrachtet, ''si veram rei rationem exigis; vere'' (in Wahrheit). –
** 2) des Erdbodens: ''solum.'' – auf festen Grund kommen, gelangen, Grund finden (bei der Grundlegung eines Gebäudes), ''pervenire ad solidum.'' – '''Grund und Boden''', ''solum'' (der Erdboden, z.B. ''urbis, agri); sedes'' (der Boden als Sitz des Bewohners); verb. ''solum et sedes, sedes ac solum.'' – auf Grund u. Boden des Feindes, ''in hostico'' (Ggstz. ''in pacato):'' auf Grund u. B. der Herniker, ''in Hernico.'' – liegende Gründe, ''solum; agri. fundus'' (Grundstücke). –
** 3) Talgrund: ''convallis.'' – felsige Gründe, ''saxosae valles.'' –
** 4) die Grundfläche eines Hügels: ''fundus; solum.''
* II) als Basis od. Grundlage eines Gebäudesetc.: ''fundamentum'' od. Plur. ''fundamenta.'' – den Grund legen, ''fundamenta ponere, iacĕre:'' den Grund zu etw. legen, ''fundamenta alcis rei iacĕre, ponere'' (eig. u. bildl.); ''initia alcis rei ponere. prima initia alcis rei inchoare'' od. ''ponere'' (bildl.): den Grund zu etw. graben, ausgraben (aufgraben), ''fundamenta alci rei fodere; fundamenta alcis rei aperire.'' – von Grund aus, ''a fundamentis'' (eig., z.B. ''domum inchoare:'' u. ''alqd diruere'' od. ''proruere'' od. ''disicere); funditus'' (eig. u. bildl., z.B. ''destruere templum:'' u. ''domum'' [v. Zwietracht]; u. ''amicitias'' [v. Lehren]: u. ''delere rem publicam:'' u. ''perire''[von Städten]); ''ab stirpe'' (bildl., gleichs. v. der Wurzel aus, z.B. ''interire'' [v. einer Stadt]); ''naturā'' (bildl., v. Natur, z.B. ''optimus,'' v. einer Pers.). – auf Grund (= infolge) einer Sache, ''ex'' mit Abl. od. durch bl. Abl. (z.B. ''ex lege'' od. bl. ''lege).''
* III) als Entstehungsgrund,  
** a) erster Anfang einer Sache: ''principium. initium.''
*** ''– [[fōns]]'' (gleichs. Quelle, d.i. Ursprung).  
*** – ''[[parēns]]. mater'' (gleichs. Urheber, Urheberin).  
*** – ''[[causa]]'' (die Ursache, die etwas bewirkt); verb. ''causa et semen'' (z.B. zum Kriege, ''belli).''
*** ''– [[ratiō]]'' (der Grund als Folge).  
*** – es liegt einer Sache etw. zugrunde, ''alqd subest alci rei'' (es dient gleichs. als Grundlage);  
**** ''alqd habet alqd'' (es trägt etw. das u. das an sich als Ursache, z.B. ''profectio non voluntatem habuit turpem,'' seiner Abreise lag eine keineswegs schimpfliche Absicht zugrunde): seinen Grund in etwas haben, ''oriri, nasci, gigni ex alqa re'' (aus etw. entstehen); ''proficisci ab alqa re'' (von etw. ausgehen); ''manare ex alqa re'' (aus etw. gleichs. wie aus einer Quelle herfließen); ''contineri alqā re'' (durch etwas wesentlich bedingt sein); ''consistere in alqa re'' (auf etw. beruhen): die Sache hat einen doppelten Grund, ''eius rei duplex causa est:'' seine Angaben scheinen Grund zu haben, ''haud vana afferre videtur.'' –  
** b) Beweggrund: ''causa'' (zu etw., ''alcis rei).''
*** ''– [[ratiō]]'' (Vernunftgrund).  
*** – ganz artige Gründe, ''ratiunculae.''  
*** – einen Grund anführen, angeben, beibringen, ''causam'' od. ''rationem afferre,'' auch bl, ''afferre'' (s. »anführen '''''no.''''' I« die Beispp.): ich habe wichtige Gründe zu etwas, ''non sine gravi causa facio alqd; graves causae me impellunt, ut faciam alqd:'' das hat seine guten Gründe, ''suas ista causas habent.''  
*** – nicht ohne (guten) Grund, ''non sine causa:'' aus guten Gründen, ''cum causa; iustis de causis'' (aus rechtmäßigen G): aus dringenden Grün. den, ''pellentibus causis:'' aus dem Grund, weil etc., ''propterea, quod etc.:'' ohne triftigen Grund, ''nullā probabili causā:'' ohne bestimmten, tatsächlichen Grund, ''sine certa re:'' ohne allen vernünftigen Grund, ''nullā ratione:'' ohne allen Grund, ''temere'' (aufs Geratewohl, ohne Absicht etc.); ''frustra'' (umsonst, z.B. ''alqd timere):'' ich sage nichts ohne hinreichenden Grund, ''nihil temere dico:''mit Grund hoffen, ''recte sperare.''  
*** – der Grund zu etwas sein, ''causam esse alcis rei:'' der Grund od. ein Grund sein, warum etc., ''causam esse, cur etc.''  
*** – es ist kein Grund vorhanden, ich habe keinen Grund, mit folg. »zu« u. Infin. od. m. folg. »warum« od. »weshalb« etc., ''non est (mihi) causa, quam ob rem'' od. ''cur etc.: non est, nihil est, quod'' od. ''cur; non habeo, nihil habeo, quod'' od. ''cur etc.,'' z.B. du hast keinen Grund, dich zu beunruhigen, ''nihil est quod te moveat.''  
*** – ich habe Grund, zu etc., ''est quod,'' z.B. ich habe Grund, mich zu schämen, ''est quod me pudeat:'' ich habe mehr Grund, dir Glück zu wünschen, als dich zu bitten, ''magis est, quod tibi gratuler, quam quod te rogem:'' er hat mehr Grund, sich zu freuen, als sich zu betrüben, ''plus habet quod gaudeat, quam quod doleat.''  
*** – Auch wird »Grund« mit einem Pronomen oder Adjektiv im Latein. bl. durch das Neutrum des Pronomens oder Adjektivs ausgedrückt, z.B. gar manche Gründe fallen mir ein (mehr als ein Grund fällt mir ein), warum etc., ''mihi multa occurrunt, cur etc.''  
*** – od. der Lateiner setzt das, was den Grund abgibt, für den Grund, z.B. der Grund der Verzögerung ihrer sofortigen Berennung (der Grund, warum ste nicht alsbald berannt wurden) war der, daß etc., ''mora, cur non extemplo oppugnarentur, ea fuit, quod etc.:'' in der Beschuldigung selbst liegt kein Grund zum Verdachte, ''in crimine ipso nulla suspicio est. –''  
** c) Beweisgrund (vgl. »Beweis '''''no.''''' II, ''b«): ratio'' (als Vernunftgrund),  
*** – ''[[argūmentum]]'' (Beweis nach Tatsachen).  
*** – ''[[rēs extēnsa|rēs]]'' (Tatsache selbst, faktischer Grund. gew. im Plur., Ggstz. ''verba).''  
*** – mit Gründen streiten, ''argumentis'' od. ''rebus agere:'' keinen Grund gelten lassen, auf keinen Grund hören, ''rationem non pati.''
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Version vom 26. Mai 2024, 08:53 Uhr

grun-d Vorlage:ahdt.-dt. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’,

Anm. KF: mannigfaltige Fehlübrsetzungen und Fehlddeutungen für Grund:

  • – fōns gleichs. Quelle, d.i. Ursprung.
  • – parēns. mater gleichs. Urheber, Urheberin.
  • – causa die Ursache, die etwas bewirkt;
  • – ratiō der Grund als Folge; Vernunftgrund.
  • – argūmentum Beweis nach Tatsachen.
  • – rēs Tatsache selbst, faktischer Grund. gew. im Plur., Ggstz. verba.
  • Ww
    • ahd. grunt (8. Jh.),
    • mhd. mnd. grunt,
    • asächs. grund,
    • nl. grond,
    • aengl. grund,
    • engl. ground,
    • anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’,
    • swed. dän. grund,
    • got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’),
    • (uger. *grunduz.)
  • Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’
    • kann für ger. *grundu- über ‘Zerriebenes’
      • ein Anschluß an uig. *ghren-,
      • Erweiterung der Ww. uig. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’,
    • hergestellt werden.
    • Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung uig. *ghrendh- Verwandtschaft mit Grind.
  • Dasein, dass sich angesammelt hat, angesammelt wurde und als Fläche besteht und zu Festigkeit gelangte oder bietet ein eher dauerhaftes, beobachtbar wenig veränderliches Dasein; Dasein auf dem etwas zu stehen kommt, etwas darauf aufgebaut werden kann, sich darauf stützen, es bebauen oder ähnlich für etwas nutzen beständiges kann
  • Übertragen steht der Wortbegriff Grund für Leitvorstellung und wird oft mit Ursache verwechselt; Grund und Ursache unterscheiden sich darin, dass es sich bei einem Grund um eine Ansammlung handelt, wie man auch beim Begründen, Gründen Umstände und Bedingungen angibt oder anstrebt, die eine Festigkeit für zukünftiges Dasein bieten, auf der etwas aufgebaut werden kann oder zu Stande gekommen ist; ein Grund besteht aus Menge mit Festigkeit und Masse und bezieht Zeitdauer mit ein.
  • Falsche Verwendung und Angabe auf Wikipedia ist "Grund wird im allgemeinsten Wortsinn alles bezeichnet, womit man auf die Frage 'Warum?', 'Woher?', 'Woraus?' antwortet. Gemeint ist damit ein sachlich oder zeitlich Früheres, durch welches ein daraus oder danach Folgendes bestimmt wird." da es die übliche Verwendung des Begriff Ursache ist und ein Warum? in der Zukunft liegen kann.
  • Im Ergründen von Ursachen, Grund, Ursprung, Urgrund eines Dasein, Daseinszustand, einer Erscheinung steht das Henne-Ei-Problem als Verbildlichung der Fragestellung, ob es eine letzte Begründung gibt, also einen „Grund an sich“, wie es Arthur Schopenhauer formuliert. Als Beispiel wird bei Schopenhauer das Fallen eines Gegenstandes genannt. Warum fällt ein Stein herunter? Jede Antwort, z. B. hier „Wegen der Anziehungskraft“, kann sofort weiter hinterfragt werden: „Warum gibt es eine Anziehungskraft?“ usw. Das, was hier auf den ersten Blick nach der Frage nach dem Grund aussieht, ist in Wahrheit nur die Frage nach der Ursache.
  • Der Unterschied zwischen Ursache und Grund wird deutlich, wenn man sich klarmacht, dass eine Ursache immer nur in einer Kausalkette (Ursache-Wirkung-Abfolgeanreihung) mit einhergehender Zeitdauerabfolge gedacht wird. Der Grund kann dem eingewöhnten Denken und Schlußfolgern nach nur dann einer sein kann, wenn er den Grund bildet und nicht selbst Folge von etwas ist. Ausführlich wird das Problem in Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde von Schopenhauer dargestellt. Schoppenhauer und die meisten der Gelehrten und Wissenschaftler irren sich darin, da die Wortbedeutung von Grund, wie eben der Grund eines Boden auf Ansammlung von Grand2 und mit der gebildeten Oberschicht als Grind zusammen den Grund bilden und Gründe sich auf gleiche Weise herausbilden, sie somit auf Ansammlungen und deren Verfestigung sind, auf denen dann Ursachen zustande kommen können.

Grund[1]

  • I) als unterste Fläche, unterster Raum von etw., der Boden,
    • 1) eines hohlen Körpers, wie eines Fasses, des Meeres etc.: fundus. – der Grund des Meeres, mare imum (Ggstz. mare summum): der Anker faßt Grund, ancora subsistit od. sīdit: auf dem Grund sitzen bleiben, sīdĕre (auch von Fahrzeugen): ein Schiff in den Grund segeln, navem obruere: ein Schiff in den Grund bohren, navem perforare ac demergere; gew. bl. navem mergere, demergere, deprimere, supprimere: das Schiff wird in den Grund gebohrt, navis rostris icta supprimitur. – zugrunde gehen (bildl.), perire. interire (untergehen); dilabi (in seinen Teilen zerfallen, vom Staate, Hauswesen, Vermögen etc.); ruere. corruere (zusammenstürzen, letzteres bes. vom Kaufmann, der Bankrott macht, Ggstz. stare): jmd. zugrunde gehen lassen, alqm ruere od. corruere pati. – zugrunde richten (bildl.), pessum dare. perdere (verderben); ad interitum vocare alqm (jmds. Untergang herbeiführen, von einer Sache); alqm od. alqd praecipitare (jählings ins Verderben stürzen, z.B. den Staat); conficere (unser »fertigmachen, gänzlich erschöpfen«, z.B. partem plebis tributo); trucidare (gleichs. totmachen, gänzlich fertigmachen, z.B. alqm fenore); profligare (gänzlich über den Haufen werfen, gänzlich zugrunde richten, eine Person, den Staat, seine Gesundheit etc.): jmd. zugrunde zu richten suchen. alcis interitum quaerere. – Dah. in weiterer Bed., auf den Grund gehen bei etw., accuratius od. subtilius investigare alqd; investigare et perscrutari alqd; pertractare alqd: einer Sache auf den Grund kommen, alqd totum perspicere: einer Sache auf den Grund zu kommen suchen, explorare alqd od. de alqa re, od. m. folg. Relativsatz od. m. folg. indir. Fragesatz (einer Sache nachforschen, z.B. genauer, diligentius); quaerere de alqa re (über etwas nachfragen. z.B. de tanta re) – im Grunde, d.i. eigentlich, genau betrachtet, si veram rei rationem exigis; vere (in Wahrheit). –
    • 2) des Erdbodens: solum. – auf festen Grund kommen, gelangen, Grund finden (bei der Grundlegung eines Gebäudes), pervenire ad solidum. – Grund und Boden, solum (der Erdboden, z.B. urbis, agri); sedes (der Boden als Sitz des Bewohners); verb. solum et sedes, sedes ac solum. – auf Grund u. Boden des Feindes, in hostico (Ggstz. in pacato): auf Grund u. B. der Herniker, in Hernico. – liegende Gründe, solum; agri. fundus (Grundstücke). –
    • 3) Talgrund: convallis. – felsige Gründe, saxosae valles. –
    • 4) die Grundfläche eines Hügels: fundus; solum.
  • II) als Basis od. Grundlage eines Gebäudesetc.: fundamentum od. Plur. fundamenta. – den Grund legen, fundamenta ponere, iacĕre: den Grund zu etw. legen, fundamenta alcis rei iacĕre, ponere (eig. u. bildl.); initia alcis rei ponere. prima initia alcis rei inchoare od. ponere (bildl.): den Grund zu etw. graben, ausgraben (aufgraben), fundamenta alci rei fodere; fundamenta alcis rei aperire. – von Grund aus, a fundamentis (eig., z.B. domum inchoare: u. alqd diruere od. proruere od. disicere); funditus (eig. u. bildl., z.B. destruere templum: u. domum [v. Zwietracht]; u. amicitias [v. Lehren]: u. delere rem publicam: u. perire[von Städten]); ab stirpe (bildl., gleichs. v. der Wurzel aus, z.B. interire [v. einer Stadt]); naturā (bildl., v. Natur, z.B. optimus, v. einer Pers.). – auf Grund (= infolge) einer Sache, ex mit Abl. od. durch bl. Abl. (z.B. ex lege od. bl. lege).
  • III) als Entstehungsgrund,
    • a) erster Anfang einer Sache: principium. initium.
      • – fōns (gleichs. Quelle, d.i. Ursprung).
      • – parēns. mater (gleichs. Urheber, Urheberin).
      • – causa (die Ursache, die etwas bewirkt); verb. causa et semen (z.B. zum Kriege, belli).
      • – ratiō (der Grund als Folge).
      • – es liegt einer Sache etw. zugrunde, alqd subest alci rei (es dient gleichs. als Grundlage);
        • alqd habet alqd (es trägt etw. das u. das an sich als Ursache, z.B. profectio non voluntatem habuit turpem, seiner Abreise lag eine keineswegs schimpfliche Absicht zugrunde): seinen Grund in etwas haben, oriri, nasci, gigni ex alqa re (aus etw. entstehen); proficisci ab alqa re (von etw. ausgehen); manare ex alqa re (aus etw. gleichs. wie aus einer Quelle herfließen); contineri alqā re (durch etwas wesentlich bedingt sein); consistere in alqa re (auf etw. beruhen): die Sache hat einen doppelten Grund, eius rei duplex causa est: seine Angaben scheinen Grund zu haben, haud vana afferre videtur. –
    • b) Beweggrund: causa (zu etw., alcis rei).
      • – ratiō (Vernunftgrund).
      • – ganz artige Gründe, ratiunculae.
      • – einen Grund anführen, angeben, beibringen, causam od. rationem afferre, auch bl, afferre (s. »anführen no. I« die Beispp.): ich habe wichtige Gründe zu etwas, non sine gravi causa facio alqd; graves causae me impellunt, ut faciam alqd: das hat seine guten Gründe, suas ista causas habent.
      • – nicht ohne (guten) Grund, non sine causa: aus guten Gründen, cum causa; iustis de causis (aus rechtmäßigen G): aus dringenden Grün. den, pellentibus causis: aus dem Grund, weil etc., propterea, quod etc.: ohne triftigen Grund, nullā probabili causā: ohne bestimmten, tatsächlichen Grund, sine certa re: ohne allen vernünftigen Grund, nullā ratione: ohne allen Grund, temere (aufs Geratewohl, ohne Absicht etc.); frustra (umsonst, z.B. alqd timere): ich sage nichts ohne hinreichenden Grund, nihil temere dico:mit Grund hoffen, recte sperare.
      • – der Grund zu etwas sein, causam esse alcis rei: der Grund od. ein Grund sein, warum etc., causam esse, cur etc.
      • – es ist kein Grund vorhanden, ich habe keinen Grund, mit folg. »zu« u. Infin. od. m. folg. »warum« od. »weshalb« etc., non est (mihi) causa, quam ob rem od. cur etc.: non est, nihil est, quod od. cur; non habeo, nihil habeo, quod od. cur etc., z.B. du hast keinen Grund, dich zu beunruhigen, nihil est quod te moveat.
      • – ich habe Grund, zu etc., est quod, z.B. ich habe Grund, mich zu schämen, est quod me pudeat: ich habe mehr Grund, dir Glück zu wünschen, als dich zu bitten, magis est, quod tibi gratuler, quam quod te rogem: er hat mehr Grund, sich zu freuen, als sich zu betrüben, plus habet quod gaudeat, quam quod doleat.
      • – Auch wird »Grund« mit einem Pronomen oder Adjektiv im Latein. bl. durch das Neutrum des Pronomens oder Adjektivs ausgedrückt, z.B. gar manche Gründe fallen mir ein (mehr als ein Grund fällt mir ein), warum etc., mihi multa occurrunt, cur etc.
      • – od. der Lateiner setzt das, was den Grund abgibt, für den Grund, z.B. der Grund der Verzögerung ihrer sofortigen Berennung (der Grund, warum ste nicht alsbald berannt wurden) war der, daß etc., mora, cur non extemplo oppugnarentur, ea fuit, quod etc.: in der Beschuldigung selbst liegt kein Grund zum Verdachte, in crimine ipso nulla suspicio est. –
    • c) Beweisgrund (vgl. »Beweis no. II, b«): ratio (als Vernunftgrund),
      • – argūmentum (Beweis nach Tatsachen).
      • – rēs (Tatsache selbst, faktischer Grund. gew. im Plur., Ggstz. verba).
      • – mit Gründen streiten, argumentis od. rebus agere: keinen Grund gelten lassen, auf keinen Grund hören, rationem non pati.
  1. ↑ Quelle: Karl Ernst Georges: Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch. Hannover und Leipzig 71910 (Nachdruck Darmstadt 1999), Sp. 1173-1175. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001995464; Lizenz:Gemeinfrei; Faksimiles: 1173 | 1174 | 1175; Kategorien: Wörterbuch