„widmen“ – Versionsunterschied
Erscheinungsbild
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
<p | <p>[[widm]][[-en]] Vb. ‘als Zeichen der Verehrung, Freundschaft, Dankbarkeit übereignen, sich einer Sache, jmdm. verschreiben, sich intensiv mit etw. beschäftigen’, </p> | ||
* WF | |||
** ahd. widamen ‘ausstatten’ (9. Jh.), | |||
** mhd. widemen ‘stiften, zueignen, ausstatten, dotieren’, | |||
** mnd. mnl. wēdemen | |||
* ist als Faktitivum zu dem unter ''[[Wittum]]'' (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. widamo) gebildet. | |||
* Wie dieses gehört auch das Verbum | |||
** ursprünglich dem rechtssprachlichen Bereich an | |||
** und bedeutet ‘die Frau bei der Hochzeit ausstatten’ | |||
*** (später auch zur Sicherstellung im Todesfalle des Mannes), | |||
** seit dem 13. Jh. ‘die Kirche mit Vermögenswerten ausstatten’. | |||
* Durch syntaktische Umordnung | |||
** (der Empfänger steht im Dativ, die übergebene Sache im Akkusativ) | |||
** steht das Verb im Sinne von | |||
*** ‘übereignen’ | |||
**** (13. Jh., zuerst kirchenrechtlich, dann allgemein von Liegenschaften, finanziellen Zuwendungen), | |||
*** ‘stiften, gründen, einrichten’, | |||
*** von Personen ‘jmdn. einer Bestimmung (weihend) anheimgeben, zum Priesterstand bestimmen’ (16. Jh.). | |||
* Aus ‘jmdm. etw. weihend darbringen, zueignen’ entwickelt sich durch Verallgemeinerung der heutige Gebrauch (18. Jh.). | |||
Aktuelle Version vom 30. Juni 2024, 14:24 Uhr
widm-en Vb. ‘als Zeichen der Verehrung, Freundschaft, Dankbarkeit übereignen, sich einer Sache, jmdm. verschreiben, sich intensiv mit etw. beschäftigen’,
- WF
- ahd. widamen ‘ausstatten’ (9. Jh.),
- mhd. widemen ‘stiften, zueignen, ausstatten, dotieren’,
- mnd. mnl. wēdemen
- ist als Faktitivum zu dem unter Wittum (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. widamo) gebildet.
- Wie dieses gehört auch das Verbum
- ursprünglich dem rechtssprachlichen Bereich an
- und bedeutet ‘die Frau bei der Hochzeit ausstatten’
- (später auch zur Sicherstellung im Todesfalle des Mannes),
- seit dem 13. Jh. ‘die Kirche mit Vermögenswerten ausstatten’.
- Durch syntaktische Umordnung
- (der Empfänger steht im Dativ, die übergebene Sache im Akkusativ)
- steht das Verb im Sinne von
- ‘übereignen’
- (13. Jh., zuerst kirchenrechtlich, dann allgemein von Liegenschaften, finanziellen Zuwendungen),
- ‘stiften, gründen, einrichten’,
- von Personen ‘jmdn. einer Bestimmung (weihend) anheimgeben, zum Priesterstand bestimmen’ (16. Jh.).
- ‘übereignen’
- Aus ‘jmdm. etw. weihend darbringen, zueignen’ entwickelt sich durch Verallgemeinerung der heutige Gebrauch (18. Jh.).