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„Adel in der DDR“ – Versionsunterschied

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In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] galt der preußische „[https://de.wikipedia.org/wiki/Junker_(Preu%C3%9Fen) Junker]“ als zentrales ideologisches Feindbild. Beginnend mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] ab September 1945 wurde die ökonomische Grundlage des [https://de.wikipedia.org/wiki/Landadel Landadels] und damit dessen gesellschaftliche Führungsrolle in ländlichen Gebieten systematisch zerstört. Adelige wurden unter der Parole „Junkerland in Bauernhand“ in der Regel vollständig und entschädigungslos enteignet und aus ihren Heimatkreisen verbannt. Viele flohen in den Folgejahren nach Westdeutschland. Meist blieben nur wenige Angehörige, nach den Genealogischen Handbüchern des Adels zumeist Frauen, der oft weitverzweigten Adelsfamilien in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik DDR]. Sie konnten mit ihren im Westen lebenden Verwandten nur schwer Kontakt halten; auch den dort wieder entstandenen Adelsverbänden konnten sie nicht beitreten.<ref><span class="reference-text">[https://www.geschichte.uni-rostock.de/institut/apl-prof-privatdozenten/niemann/adel-in-der-sbzddr-1945-1990/ Universität Rostock: Adel in der SBZ/DDR 1945–1990]</span></ref> In der DDR verbliebene Adelige standen generell unter dem Verdacht politischer Opposition und waren daher verschiedenen Schikanen und Benachteiligungen ausgesetzt. Sie wurden manchmal, insbesondere auch im Rahmen von „Junkerland in Bauernhand“, sogar auch ohne Verstrickung in den Nationalsozialismus oder sogar bei kritischer Haltung zum Nationalsozialismus in Lager (wie etwa ins [https://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager_Nr._2_Buchenwald Speziallager Nr. 2 Buchenwald]) verbracht, wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Rembert_von_M%C3%BCnchhausen Rembert von Münchhausen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ernst_von_Anhalt Joachim Ernst von Anhalt].<ref><span class="reference-text">Dieses Thema wurde in den mit mehreren Preisen ausgezeichneten ZDF-Fernsehfilm [https://de.wikipedia.org/wiki/Tannbach_%E2%80%93_Schicksal_eines_Dorfes Tannbach – Schicksal eines Dorfes]verarbeitet.</span></ref> Ein Sonderfall zwischen Regimennähe und ständiger Nachteile in der eigenen literarischen Arbeit stellt der ehemalige Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Gans_zu_Putlitz_(Diplomat) Wolfgang Gans zu Putlitz] dar, der im Westen wiederum als Renegat galt. Auch der einstmals einflussreiche Kanzler des Johanniterordens, [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_von_Baudissin Theodor Graf von Baudissin], entschied sich für seinen alten Wohnsitz in Zeitz.
In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] galt der preußische „[https://de.wikipedia.org/wiki/Junker_(Preu%C3%9Fen) Junker]“ als zentrales ideologisches Feindbild. Beginnend mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] ab September 1945 wurde die ökonomische Grundlage des [https://de.wikipedia.org/wiki/Landadel Landadels] und damit dessen gesellschaftliche Führungsrolle in ländlichen Gebieten systematisch zerstört. Adelige wurden unter der Parole „Junkerland in Bauernhand“ in der Regel vollständig und entschädigungslos enteignet und aus ihren Heimatkreisen verbannt. Viele flohen in den Folgejahren nach Westdeutschland. Meist blieben nur wenige Angehörige, nach den Genealogischen Handbüchern des Adels zumeist Frauen, der oft weitverzweigten Adelsfamilien in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik DDR]. Sie konnten mit ihren im Westen lebenden Verwandten nur schwer Kontakt halten; auch den dort wieder entstandenen Adelsverbänden konnten sie nicht beitreten.<ref><span class="reference-text">[https://www.geschichte.uni-rostock.de/institut/apl-prof-privatdozenten/niemann/adel-in-der-sbzddr-1945-1990/ Universität Rostock: Adel in der SBZ/DDR 1945–1990]</span></ref> In der DDR verbliebene Adelige standen generell unter dem Verdacht politischer Opposition und waren daher verschiedenen Schikanen und Benachteiligungen ausgesetzt. Sie wurden manchmal, insbesondere auch im Rahmen von „Junkerland in Bauernhand“, sogar auch ohne Verstrickung in den Nationalsozialismus oder sogar bei kritischer Haltung zum Nationalsozialismus in Lager (wie etwa ins [https://de.wikipedia.org/wiki/Speziallager_Nr._2_Buchenwald Speziallager Nr. 2 Buchenwald]) verbracht, wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Rembert_von_M%C3%BCnchhausen Rembert von Münchhausen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ernst_von_Anhalt Joachim Ernst von Anhalt].<ref><span class="reference-text">Dieses Thema wurde in den mit mehreren Preisen ausgezeichneten ZDF-Fernsehfilm [https://de.wikipedia.org/wiki/Tannbach_%E2%80%93_Schicksal_eines_Dorfes Tannbach – Schicksal eines Dorfes]verarbeitet.</span></ref> Ein Sonderfall zwischen Regimennähe und ständiger Nachteile in der eigenen literarischen Arbeit stellt der ehemalige Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Gans_zu_Putlitz_(Diplomat) Wolfgang Gans zu Putlitz] dar, der im Westen wiederum als Renegat galt. Auch der einstmals einflussreiche Kanzler des Johanniterordens, [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_von_Baudissin Theodor Graf von Baudissin], entschied sich für seinen alten Wohnsitz in Zeitz.


Allerdings blieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikate] auch in der DDR als Teil des Namens erhalten, mit einzelnen Ausnahmen bei Neuausgaben von Pass-Dokumenten. Einige Aristokraten gelangten auch im „Arbeiter- und Bauern-Staat“ in prominente Positionen: Besonders zu nennen sind etwa der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands SED]-Agitator [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], der Sportfunktionär [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Brauchitsch Manfred von Brauchitsch] und der Forscher [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Ardenne Manfred von Ardenne]. Manche regimetreuen Adeligen legten ihre Prädikate ab, wie etwa der Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Thun_(Diplomat) Ferdinand Thun (Ferdinand Graf von Thun und Hohenstein)]. Es wird berichtet, dass Schnitzler von [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] persönlich verboten wurde, sein Adelsprädikat abzulegen, da der SED-Chef der aristokratischen Herkunft des Journalisten einen propagandistischen Wert beimaß:<div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote>„Du bist wohl verrückt geworden! Die Leute sollen wissen, von woher überall man zu uns kommen kann!“</blockquote></div><div class="cite">– <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], als dieser vorschlug, sein Adelsprädikat abzulegen</cite><ref><span class="reference-text">Im (sächsischen) Original: „Du bist wohl verrigd geworrn! Die Leide solln wissen, wohär man iberall zu uns gommen gann!“ ''Adel in der DDR: Herrenschreiter auf sowjetrotem Teppich.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Spiegel Der Spiegel].'' 15. Oktober 2007 ([http://www.spiegel.de/einestages/adel-in-der-ddr-a-948377.html spiegel.de]).</span></ref></div></div>Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedervereinigung Wiedervereinigung], die im Oktober 1990 vollzogen wurde, konnten 1945 durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] enteignete Großgrundbesitzer, darunter auch Angehörige ehemaliger Adelsfamilien, frühere Besitzungen in den neuen Bundesländern teilweise oder ganz zurückkaufen oder pachten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedereinrichter Wiedereinrichter]), wobei zuvor häufig [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland#Kontroversen_und_Vorg%C3%A4nge_nach_der_Wiedervereinigung Rechtsstreitigkeiten mit dem deutschen Staat] auszutragen waren. Der Soziologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulf_Matthiesen Ulf Matthiesen] bezeichnete die rückkehrenden Adeligen in den oft strukturschwachen Regionen als wichtige wirtschaftliche und kulturelle Impulsgeber, denen allerdings noch immer gelegentlich Ressentiments aus DDR-Zeiten entgegengebracht würden.<ref><span class="reference-text">''Feudale Sozialarbeiter.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeit Die Zeit].'' 14. Februar 2013 ([http://www.zeit.de/2013/08/Adelsfamilien-Brandenburg zeit.de]).</span></ref>Im Zusammenhang mit den Konsequenzen der Bodenreform im Jahr 1945 in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] wurden in jüngster Vergangenheit die [https://de.wikipedia.org/wiki/Entsch%C3%A4digungsforderungen_der_Hohenzollern Entschädigungsforderungen der Hohenzollern] in den Medien stark thematisiert.
Allerdings blieben [https://de.wikipedia.org/wiki/Adelspr%C3%A4dikat Adelsprädikate] auch in der DDR als Teil des Namens erhalten, mit einzelnen Ausnahmen bei Neuausgaben von Pass-Dokumenten. Einige Aristokraten gelangten auch im „Arbeiter- und Bauern-Staat“ in prominente Positionen: Besonders zu nennen sind etwa der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands SED]-Agitator [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], der Sportfunktionär [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Brauchitsch Manfred von Brauchitsch] und der Forscher [https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_von_Ardenne Manfred von Ardenne]. Manche regimetreuen Adeligen legten ihre Prädikate ab, wie etwa der Diplomat [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Thun_(Diplomat) Ferdinand Thun (Ferdinand Graf von Thun und Hohenstein)]. Es wird berichtet, dass Schnitzler von [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] persönlich verboten wurde, sein Adelsprädikat abzulegen, da der SED-Chef der aristokratischen Herkunft des Journalisten einen propagandistischen Wert beimaß:<div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote>„Du bist wohl verrückt geworden! Die Leute sollen wissen, von woher überall man zu uns kommen kann!“</blockquote></div><div class="cite">– <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht Walter Ulbricht] zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Eduard_von_Schnitzler Karl-Eduard von Schnitzler], als dieser vorschlug, sein Adelsprädikat abzulegen</cite><ref><span class="reference-text">Im (sächsischen) Original: „Du bist wohl verrigd geworrn! Die Leide solln wissen, wohär man iberall zu uns gommen gann!“ ''Adel in der DDR: Herrenschreiter auf sowjetrotem Teppich.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Spiegel Der Spiegel].'' 15. Oktober 2007 ([http://www.spiegel.de/einestages/adel-in-der-ddr-a-948377.html spiegel.de]).</span></ref></div></div>Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedervereinigung Wiedervereinigung], die im Oktober 1990 vollzogen wurde, konnten 1945 durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland Bodenreform] enteignete Großgrundbesitzer, darunter auch Angehörige ehemaliger Adelsfamilien, frühere Besitzungen in den neuen Bundesländern teilweise oder ganz zurückkaufen oder pachten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wiedereinrichter Wiedereinrichter]), wobei zuvor häufig [https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland#Kontroversen_und_Vorg%C3%A4nge_nach_der_Wiedervereinigung Rechtsstreitigkeiten mit dem deutschen Staat] auszutragen waren. Der Soziologe [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulf_Matthiesen Ulf Matthiesen] bezeichnete die rückkehrenden Adeligen in den oft strukturschwachen Regionen als wichtige wirtschaftliche und kulturelle Impulsgeber, denen allerdings noch immer gelegentlich Ressentiments aus DDR-Zeiten entgegengebracht würden.<ref><span class="reference-text">''Feudale Sozialarbeiter.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeit Die Zeit].'' 14. Februar 2013 ([http://www.zeit.de/2013/08/Adelsfamilien-Brandenburg zeit.de]).</span></ref>Im Zusammenhang mit den Konsequenzen der Bodenreform im Jahr 1945 in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besatzungszone Sowjetischen Besatzungszone] wurden in jüngster Vergangenheit die [https://de.wikipedia.org/wiki/Entsch%C3%A4digungsforderungen_der_Hohenzollern Entschädigungsforderungen der Hohenzollern] in den Medien stark thematisiert.

Aktuelle Version vom 21. Juli 2024, 01:07 Uhr

←Deutscher Adel

In der Sowjetischen Besatzungszone galt der preußische „Junker“ als zentrales ideologisches Feindbild. Beginnend mit der Bodenreform ab September 1945 wurde die ökonomische Grundlage des Landadels und damit dessen gesellschaftliche Führungsrolle in ländlichen Gebieten systematisch zerstört. Adelige wurden unter der Parole „Junkerland in Bauernhand“ in der Regel vollständig und entschädigungslos enteignet und aus ihren Heimatkreisen verbannt. Viele flohen in den Folgejahren nach Westdeutschland. Meist blieben nur wenige Angehörige, nach den Genealogischen Handbüchern des Adels zumeist Frauen, der oft weitverzweigten Adelsfamilien in der DDR. Sie konnten mit ihren im Westen lebenden Verwandten nur schwer Kontakt halten; auch den dort wieder entstandenen Adelsverbänden konnten sie nicht beitreten.[1] In der DDR verbliebene Adelige standen generell unter dem Verdacht politischer Opposition und waren daher verschiedenen Schikanen und Benachteiligungen ausgesetzt. Sie wurden manchmal, insbesondere auch im Rahmen von „Junkerland in Bauernhand“, sogar auch ohne Verstrickung in den Nationalsozialismus oder sogar bei kritischer Haltung zum Nationalsozialismus in Lager (wie etwa ins Speziallager Nr. 2 Buchenwald) verbracht, wie etwa Rembert von Münchhausen oder Joachim Ernst von Anhalt.[2] Ein Sonderfall zwischen Regimennähe und ständiger Nachteile in der eigenen literarischen Arbeit stellt der ehemalige Diplomat Wolfgang Gans zu Putlitz dar, der im Westen wiederum als Renegat galt. Auch der einstmals einflussreiche Kanzler des Johanniterordens, Theodor Graf von Baudissin, entschied sich für seinen alten Wohnsitz in Zeitz.

Allerdings blieben Adelsprädikate auch in der DDR als Teil des Namens erhalten, mit einzelnen Ausnahmen bei Neuausgaben von Pass-Dokumenten. Einige Aristokraten gelangten auch im „Arbeiter- und Bauern-Staat“ in prominente Positionen: Besonders zu nennen sind etwa der SED-Agitator Karl-Eduard von Schnitzler, der Sportfunktionär Manfred von Brauchitsch und der Forscher Manfred von Ardenne. Manche regimetreuen Adeligen legten ihre Prädikate ab, wie etwa der Diplomat Ferdinand Thun (Ferdinand Graf von Thun und Hohenstein). Es wird berichtet, dass Schnitzler von Walter Ulbricht persönlich verboten wurde, sein Adelsprädikat abzulegen, da der SED-Chef der aristokratischen Herkunft des Journalisten einen propagandistischen Wert beimaß:

„Du bist wohl verrückt geworden! Die Leute sollen wissen, von woher überall man zu uns kommen kann!“

– Walter Ulbricht zu Karl-Eduard von Schnitzler, als dieser vorschlug, sein Adelsprädikat abzulegen[3]

Nach der Wiedervereinigung, die im Oktober 1990 vollzogen wurde, konnten 1945 durch die Bodenreform enteignete Großgrundbesitzer, darunter auch Angehörige ehemaliger Adelsfamilien, frühere Besitzungen in den neuen Bundesländern teilweise oder ganz zurückkaufen oder pachten (Wiedereinrichter), wobei zuvor häufig Rechtsstreitigkeiten mit dem deutschen Staat auszutragen waren. Der Soziologe Ulf Matthiesen bezeichnete die rückkehrenden Adeligen in den oft strukturschwachen Regionen als wichtige wirtschaftliche und kulturelle Impulsgeber, denen allerdings noch immer gelegentlich Ressentiments aus DDR-Zeiten entgegengebracht würden.[4]Im Zusammenhang mit den Konsequenzen der Bodenreform im Jahr 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone wurden in jüngster Vergangenheit die Entschädigungsforderungen der Hohenzollern in den Medien stark thematisiert.

  1. ↑ Universität Rostock: Adel in der SBZ/DDR 1945–1990
  2. ↑ Dieses Thema wurde in den mit mehreren Preisen ausgezeichneten ZDF-Fernsehfilm Tannbach – Schicksal eines Dorfesverarbeitet.
  3. ↑ Im (sächsischen) Original: „Du bist wohl verrigd geworrn! Die Leide solln wissen, wohär man iberall zu uns gommen gann!“ Adel in der DDR: Herrenschreiter auf sowjetrotem Teppich. In: Der Spiegel. 15. Oktober 2007 (spiegel.de).
  4. ↑ Feudale Sozialarbeiter. In: Die Zeit. 14. Februar 2013 (zeit.de).