Phrase
Phrase Vorlage:agrie.-lat.-dt. ‘das Sprechen, Ausdruck, Ausdrucksweise’, Vorlage:lat.-frz.-dt. ‘leere Redensarten, Geschwätz’
- Phrase f.
- ‘Redewendung, (leere) Redensart, Floskel’,
- in der Musik ‘Gruppe von Tönen, die rhythmisch und melodisch eine sinnvolle Einheit bilden’,
- Entlehnung (Anfang 17. Jh., zuerst im Plural Phrasen) aus spätlat. phrasis,
- Nach voraufgehendem Gebrauch der griech.-lat. Form Phrasis in dt. Texten seit dem 16. Jh. in dem
- (heute allgemeinsprachlich seltenen, fachsprachlich jedoch üblichen)
- Sinne von ‘Redewendung, Redeweise, Satz’ steht Phrase (seit Mitte 18. Jh.),
- besonders der Plural Phrasen (unter Einfluß von frz. phrases) für ‘leere Redensarten’;
- vgl. die Wendung Phrasen dreschen ‘inhaltloses, leeres Geschwätz vorbringen und wiederholen’ (19. Jh.).
Die Bezeichnung „Phrase“
Die verschiedenen Verwendungen des Wortes „Phrase“ gehen letztlich zurück auf altgriechisch phrásis „Rede, Ausdrucksweise“. Unter dem Einfluss des Französischen hatte dieses Fremdwort im 18. Jahrhundert die abwertende Bedeutung „inhaltsleere Redewendung“ angenommen. Der sprachwissenschaftliche Fachausdruck entstand davon unabhängig durch erneute gelehrte Entlehnung aus dem Griechischen im 20. Jahrhundert.[1] Der Ausdruck „Phrase“ in der Musik steht auch hiermit im Zusammenhang.
In der Linguistik wird der Ausdruck „Phrase“ außer in der Syntax auch in der Phonologie (Lautlehre) verwendet. In der Syntax bezeichnet er eine Gliederungseinheit von einer Größe zwischen Wort und Satz. Da es auch in der Phonologie einen Begriff des „Wortes“ gibt (das phonologische Wort ist der Bereich, in dem eine Hauptbetonung auftritt), wird ganz analog eine rhythmische Gliederungseinheit aus mehreren phonologischen Wörtern als prosodische Phrase bezeichnet. Die nächstgrößere Gliederungseinheit ist die Intonationsphrase(letztere kann einem Satz der Syntax entsprechen).[2]
Im Folgenden wird der syntaktische Begriff der Phrase näher dargestellt; zur Phonologie siehe das Stichwort Prosodie.