nachgerade
Erscheinungsbild
nachgerade
Bedeutungen:
- [1] umgangssprachlich: endlich, letztlich
- [2] umgangssprachlich: geradezu, direkt
- [3] veraltet: allgemach, allmählich, nach und nach
Herkunft:
- Das Wort wurde im 17. Jahrhundert aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche übernommen. Vorformen waren die mittelniederdeutschen Wörter nāgerāde und nārāde (allmählich), die aus dem mittelniederdeutschen nā möglicherweise in Verbindung mit dem mittelniederdeutschen rāt (Reihe, Ordnung) hervorgegangen sind und somit ursprünglich für ‚nach der Reihe‘ gestanden haben können, woraus dann später die Bedeutung ‚allmählich‘ entstand.[1]
Synonyme:
- [1] endlich, letztlich, schließlich, schlussendlich
- [2] direkt, geradezu
Gegenwörter:
- [1] anfangs, zunächst
- [3] auf der Stelle, plötzlich, sofort
Beispiele:
- [1] Nachgerade blieb Klara und Jürgen nichts anderes übrig, als ihren Kinderwunsch aufzugeben.
- [2] „Es wird nachgerade beschwerlich, immer die behutsame Sprache der Vernunft zu führen.“[2]
- [2] „Deformierte Revolutionen wie die Oktoberrevolution in Russland unter Lenin oder abgebrochene Revolutionen wie die verschiedenen Erhebungen bei den europäischen Mittelmächten nach dem Ersten Weltkrieg können, wie wir heute wissen, Folgen haben, die in ihrem blanken Horror nachgeradebeispiellos sind.“[3]
- [3] Jetzt, da das milde Frühlingswetter kommt, wird es nachgerade aufwärts mit mir gehen.
- [3] Im Gottesdienst wurde der Magd Else nachgerade die Zeit lang.