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nachgerade

aus AufEinWort, der freien Forschung

nach–gerade mndt.-dt. mml. 'nah gerade', Wrtdtng: 'allmählich näher, heran kommen'

  • nachgerade Adv. ‘allmählich, schließlich, direkt, geradezu’, im 17. Jh. aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen, vgl. mnd. nāgerāde, auch nārāde ‘allmählich’, dieses aus mnd. nā und vielleicht mnd. rāt ‘Reihe, Reihenfolge, Ordnung’ (vgl. anord. rǫð ‘Reihe’), also eigentlich ‘nach der Reihe’ und daher ‘allmählich’.
  • zu nāgen, nagen, naegen, mnd., sw. V.: nhd. nähern, nahe kommen;

    Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: endlich, letztlich
[2] umgangssprachlich: geradezu, direkt
[3] veraltet: allgemach, allmählich, nach und nach

Synonyme:

[1] endlich, letztlich, schließlich, schlussendlich
[2] direkt, geradezu

Gegenwörter:

[1] anfangs, zunächst
[3] auf der Stelle, plötzlich, sofort

Beispiele:

[1] Nachgerade blieb Klara und Jürgen nichts anderes übrig, als ihren Kinderwunsch aufzugeben.
[2] „Es wird nachgerade beschwerlich, immer die behutsame Sprache der Vernunft zu führen.“[2]
[2] „Deformierte Revolutionen wie die Oktoberrevolution in Russland unter Lenin oder abgebrochene Revolutionen wie die verschiedenen Erhebungen bei den europäischen Mittelmächten nach dem Ersten Weltkrieg können, wie wir heute wissen, Folgen haben, die in ihrem blanken Horror nachgeradebeispiellos sind.“[3]
[3] Jetzt, da das milde Frühlingswetter kommt, wird es nachgerade aufwärts mit mir gehen.
[3] Im Gottesdienst wurde der Magd Else nachgerade die Zeit lang.