Einfalt
ein + falt | wl. ursprl. ‘einfach, aufrichtig, rechtschaffen’ dann gemindert zu ‘Arglosigkeit, gutmütige Beschränktheit, Schlichtheit’, ahd. einfaltī (8. Jh.), mhd. einvalte, einvalt, einvelte, mnd. ēnvōlt ‘Einfachheit, Einfalt’, got. ainfalþei ‘Einfalt’
sind Begriffe zum Egsw. ahd. einfalt ‘einfach, aufrichtig, rechtschaffen’ (8. Jh.), mhd. einvalt, frühnhd. einfalt, asächs. ēnfald, mnd. ēnvōlt, aengl. ānfeald, anord. einfaldr, got. ainfalþs,
und einfalt im Dt. allmählich ersetzt wird durch die jüngere Weiterbildung einfältig Egsw. ‘arglos, beschränkt, töricht’, ahd. einfaltīg (11. Jh.), mhd. einvaltec, einveltic.
Die Bedeutungsentwicklung beider Egsw. (der auch das Hptw. folgt) führt von ‘einfach’ (im Gegensatz zu doppelt, vielfältig) zu ‘schlicht, arglos’.
Der sich aus der Vorstellung ‘einfach, arglos, leichtgläubig’ ergebende geringschätzige Sinn ‘töricht, dumm’, gelegentlich schon mhd., ist heute vorherrschend. Zur Whk. des zweiten Wortbildungsgliedes s. falten, -falt.