Zum Inhalt springen

Rahmen

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. Juni 2025 um 07:38 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Rahme-n ahd.-deu. m. umfassendes einfassendes ‘Gestell, Gebälk’ , Wrtdtng: feste stützende ooder haltende Umfassung, Umrandung, Halterung.

  • ‘festgefügtes Gestell’, (vgl. Bilder-, Fenster-, Tür-, Webrahmen),
  • ‘Gestell der Kraftwagen (Chassis) und Fahrräder’,
  • übertragen ‘Umwelt, Umgrenzung, Umgebung, Hintergrund, Gesamtzusammenhang, in den einzelnes sich einfügt’,
  • Ww
    • ahd. rama f. (um 1000), mhd. ram(e) f. ‘Stütze, Säule, Gestell, Web-, Stickrahmen’,
    • mnd. mnl. rāme m., nl. raamn.,
  • Herkunft unsicher.
    • Vielleicht verwandt mit Rand (s. d.) und (als to-Ableitung?) Ranft ‘Brotkanten’ (s. d.),
      • ahd. ramft (9. Jh.),
      • mhd. ranft, ramft ‘Einfassung, Rand’,
      • Anm. KF: ramin* 10, ahd.?, Sb.: nhd. festhalten, ddrücken, greifen, anfassen;
    • sowie mit got. rimis ‘Ruhe’
    • und außergerm. mit
      • aind. rámatē ‘beruhigt, läßt ruhen, steht still, rastet, weilt, ergötzt sich’, rambhá- ‘Stab, Stütze’,
      • griech. ēréma (ἠρέμα) ‘leise, still, ruhig’,
      • lit. rãmas ‘Ruhe’, rìmti ‘ruhig werden’, rem̃ti ‘stützen’, ram̃tis ‘Stütze’.
    • Dann wäre Anschluß an die Wurzel uig.*rem(ə)- ‘ruhen, sich aufstützen, stützen’ möglich.
    • Anders Schüwer in: Jb. d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 104 (1981/82) 82 ff.,
      • der im Anschluß an Heinertz in: Moderna Språk 48 (1954) 229 ff.
      • die im Ahd. und Mhd. auftretende Bedeutung ‘Stütze, Säule’ für sekundär hält
      • und auf Grund von engl. (aus dem Afrz.) frame ‘Rahmen, Gestell, Gebälk’ (und wohl auch asächs. hrama ‘Gestell’)
      • h-Anlaut für das Germ. annimmt, also germ. *hramō f. bzw. *hraman- m. ‘Lattengestell, Umzäunung, Flechtwerk’ voraussetzt
        • (einem anfrk. *hrama folgt nach FEW 16, 235 f. als Entlehnung afrz. raime ‘Stange zum Aufhängen von Kleidung’,
          • frz. rame ‘Gestell zum Spannen von Textilien’).
      • Als Verwandte werden angeführt
        • aengl. hremman ‘einengen, behindern’,
        • anord. hremma ‘fassen, klemmen, drücken’,
        • got. hramjan ‘kreuzigen’ (d. i. ‘an ein Gestell heften’),
        • russ. (landschaftlich) krómy (кромы) Plur. ‘Webstuhl’,
      • so daß von uig. *krem-, *krom- ‘Gestell aus Latten, hölzerne Umzäunung’ ausgegangen werden kann.
      • Schüwer verbindet damit auch als Labialerweiterung Rumpf (s. d.)
        • und schließt den Komplex an die unter rümpfen (s. d.) genannte Wurzel an.
    • Im Deutschen lange Zeit mit unterschiedlichem Genus,
      • vgl. ahd. rama f., mhd. ram(e) f.
      • und als schwaches Mask. mhd. (md.) rame, mnd. rāme;
      • danach nhd. die Rahm(e) und der Rahme, seit Adelung allgemein der Rahmen.