bar
bar1
b + ar | Egsw. ‘tragend, fähig zu tragen, fähig hervorzubringen’; "kann getragen, ertragen, gemacht durchgeführt werden"; mit der Vorsilbe un zu unbar die Verneinung derer; gibt die Eigenschaft einer Fähigkeit undoder Fertigkeit an; verwandt mit gebären; ahd. -bāri, mhd. -bære,
aengl. –bâre, aisl. bârr "tragfähig", lat. -fer/-ferus Egsw.-Endung zu ferre "tragen", agrie. -fo¢roj als Egsw.-Endung zu fe¢rein "tragen"; Grimmschen Wörterbuch „frucht | bar“ lat. fructi | fer, agrie. karpo¢ | foroj,
ist, wie die verneinende Formen ahd. unbāri, mhd. unbære ‘unfruchtbar’ zeigen, ursprünglich ein selbständiger Wortlaut mit der Bedeutung ‘tragend, fähig zu tragen, hervorzubringen’, zu ger.*beran, ahd. beran ‘tragen’ (s. Bahre, gebären).
¦√¦ uig. bʰer- "tragen, ertragen, dulden"; auch in Wortbildungen in Bezug auf Schwanger sein; uig. *bʰéreti, from *bʰer-. ugerm. *beraną "tragbar, fruchtbar, zuverlässig; ugerm. *bēriz. zu germ.*beran, ahd. beran ‘tragen’
Seit Beginn der Überlieferung erscheint es in Zusammensetzungen wie dankbar, ahd. unthancbāri, thancbāri mhd. dancbære s. -bar.
bar2b + ar | Egsw. ursprünglich die "kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten Tierhaut, Haut"; ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’; ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’,
asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld),mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (ger. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Kehllautendung) armen. bok ‘barfuß’.
Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf uig. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Egsw.-Wortbildung, die wohl zur Ww uig. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘zerkaut, kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört.
Sie liegt in erweiterter Form in grie. psḗn ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós ‘kahlköpfig’, psīlós ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor.
Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. barfuß, barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht.
Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. bereit; b'ares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren.