wirken
wirk + en | ‘arbeiten, tätig sein, Einfluß ausüben, Eindruck machen’;
wirken ist tatsächlich nur in der Wirklichkeit oder als Wirklichkeit möglich, bringt die Wirklichkeit hervor; Wirklichkeit ist das Werk des Wirken; mit werken ist unmittelbar eine Tätigkeit verbunden, mit wirken dessen mittelbare Folge auf oder durch Dasein für Stoffe, Leistung, Kraft oder ähnlich, so daß dem wirken zugleich eine Artweise des zu werken voraus undoder einhergeht (21 Jh. ndt.);
Wortbildungen mit Vorsielben wie er- zu erwirken, be- zu bewirken usw. benennen jeweils Ursprung und Richtung, wie wirken in der Wirklichkeit wirkt;
Es hat neben sich eine wohl unter dem Einfluß von dem unter Werk behandelten Hauptwort stehende hochstufige Form ahd. (8. Jh.), mhd. wirken ‘tätig sein, handeln, arbeiten, erwirken, bewirken, verfertigen, schaffen’, asächs. wirkian, mnd. wirken, werken, mnl. nl. werken (germ. *wirkijan).
Im Dt. ist der Geltungsbereich beider Verben insofern zu bestimmen, als ahd. wurken, mhd. würken vornehmlich im Obd., ahd. mhd. wirken vornehmlich im Frk. bzw. Md. gelten.
Im Nhd. wird dagegen würken als die scheinbar gewähltere Form auch von einigen mitteldeutschen und norddeutschen Schriftstellern aufgenommen.
Allgemein jedoch beginnt sich wirken durchzusetzen und gilt gegen Ende des 18. Jhs. auch in obd. Literatursprache.
Die Grundbedeutung beider Verbformen ist ‘arbeiten, verfertigen’, dann ‘etw. ausführen, verrichten, einflußreich tätig sein, etw. vollbringen’ und ‘Einfluß ausüben, Eindruck machen’.
Die spezielle Bedeutung ‘nähend, stickend, webend verfertigen’ entwickelt sich in spätmhd. Zeit.
wirk,wirke,wirkend,wirkst,wirkt,wirkte,gewirkt