Glas
Erscheinungsbild
Glas n. ‘durchsichtiger bzw. lichtdurchlässiger, harter, spröder Stoff’ sowie daraus gefertigte Gegenstände wie ‘Trinkglas, Brille, Sanduhr’ (vgl. Stundenglas) u. dgl.
- ahd. glas ‘Bernstein, Glas’ (um 800),
- mhd. glas ‘Glas, daraus hergestellter Gegenstand (Fensterscheibe, Spiegel, Brille)’,
- asächs. glas, gles ‘Glas’,
- mnd. glas ‘Glas, Trinkgefäß, Stundenglas’,
- mnl. nl. glas,
- aengl. glæs,
- engl. glass
- setzen
- germ. *glasa- ‘Bernstein’,
- anord.gler ‘Glas’ (mit grammatischem Wechsel)
- germ. *glaza-
- voraus, das mit von den Römern als germ. Bezeichnung des Bernsteins überliefertem
- (ablautendem) lat. glēsum (Tacitus),
- glaesum (Plinius)
- und (zusätzlich zum Ablaut grammatischen Wechsel aufweisendem)
- germ. *glēza-
- in
- asächs. glēr,
- mnd. glār ‘Harz’,
- aengl. glær ‘Bernstein, Harz’
- sowie
- air. glass ‘grün, grau, blau’
- auf eine s-Erweiterung
- ie. *g̑hlēs-, *g̑hləs-
- der Wurzel
- ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. gelb) zurückgeht.
- uig. *ǵʰel- "scheinen, schimmern, glühen"
- Traditionally derived by Pokorny from an s-extension of Proto-Indo-European *gʰel-, *ǵʰel- (“to shine, shimmer, glow”). Kroonen prefers to derive the term from an s-stem of *glōaną (“to glow”), which is likely ultimately from the same root.
- Die Germanen bezeichnen das von den Römern in Form von Perlen und Ringen eingeführte Material mit dem ihnen geläufigen Ausdruck für den ebenfalls als Schmuck getragenen ‘Bernstein’.
- Vgl. Ostberg in: Beitr. z. Erforsch. d. dt. Sprache 3 (1983) 269 ff., aber auch Meineke Bernstein im Ahd. (1984).
- Aus Stundenglas verkürzt ist Glas ‘Sanduhr’ (2. Hälfte 16. Jh.),
- in der Seemannssprache ‘halbe Stunde’ nach der früher auf Schiffen üblichen ‘halbstündig ablaufenden Sanduhr’,
- im Nd. seit Ende des 16. Jhs., wohl Übernahme von nl. glas, wie der dem Nl. entsprechende Plural Glasen erkennen läßt;
- ins Hd. gelangt diese Verwendung im 17. Jh.
- Dazu glasen Vb. ‘die halben Stunden mit der Schiffsglocke anzeigen’ (19. Jh.). –