Mathematik in der Blütezeit des Islam
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In der islamischen Welt bildete für die Mathematik die Hauptstadt Bagdad das Zentrum der Wissenschaft. Die muslimischen Mathematiker übernahmen die indische Positionsarithmetik und den Sinus und entwickelten die griechische und indische Trigonometrie weiter, ergänzten die griechische Geometrie und übersetzten und kommentierten die mathematischen Werke der Griechen. Die bedeutendste mathematische Leistung der Muslime ist die Begründung der heutigen Algebra. Diese Kenntnisse gelangten über Spanien, die Kreuzzüge und den italienischen Seehandel nach Europa. In der Übersetzerschule von Toledo etwa wurden viele der arabischen Schriften ins Lateinische übertragen.
Folgende Phasen können unterschieden werden:
- Frühzeit: Al-Chwarizmi (um 820 n. Chr.), Name steckt im Wort „Algorithmus“ (Rechnen nach Art des Algorismi), schrieb De numero indorum, in dem das indische Positionssystem beschrieben ist, und Al-dschabr wa'l muqabalah (Aufgabensammlung für Kaufleute und Beamte, steckt im Wort „Algebra“); andere Mathematiker: Thabit ibn Qurra, al-Battani (Albategnius), al-Dschawhari, Abu l-Wafa.
- Hochblüte: um 1000 n. Chr.; al-Karadschi erweiterte die Algebra; der persische Mediziner, Philosoph und Mathematiker Avicenna (Ibn Sina) betonte die Bedeutung der Mathematik; al-Bīrūnī; Ibn al-Haitham (Alhazen).
- Spätzeit: Der persische Dichter und Mathematiker Omar Chayyām (um 1100) verfasste ein Lehrbuch für Algebra; weitere wichtige Mathematiker dieser Zeit waren Nasir al-Din al-Tusi (um 1250) und al-Kaschi (um 1400).