postul + -at n. lat.-deu. egtl. 'Frage, Anfrage'
Wolff: §. 30. Ihr Unterschied. "
▷ —Urvrschrftng
§. 30. Ihr Unterschied.
Diese Grundsätze zeigen entweder, daß etwas sey, oder daß etwas könne gethan werden. Ein Grundsatz von der ersten Art ist, den wir erst aus der Erklärung des Circuls hergeleitet, daß nemlich alle gerade Linien, die aus dem Mittelpunkte an die Peripherie gezogen werden, einander gleich sind, hingegen ein Grundsatz von der andern Art ist, der aus der Erklärung der geraden Linie fliesset, daß nemlich von einem jeden Punkte, zu jedem Punkte eine gerade Linie könne gezogen Werden. Zum Lateinischen nennet man die Grundsätze der ersten Art Axiomata; die Grundsätze aber der zweiten Art Postulata.
—Abvrschrftng
§. 30. Ihr Unterschied.
Diese
Grundsätze zeigen entweder, daß etwas sei, oder daß etwas könne getan werden. Ein
Grundsatz von der ersten Art ist, den wir erst aus der Erklärung des Kreis hergeleitet, daß nemlich alle
gerade Linien, die aus dem
Mittelpunkt an die
Peripherie gezogen werden, einander gleich sind, hingegen ein Grundsatz von der andern Art ist, der aus der Erklärung der geraden Linie fliesset, daß nemlich von einem jeden Punkte, zu jedem Punkte eine gerade Linie könne gezogen Werden. Zum Lateinischen nennet man die Grundsätze der ersten Art
Axiomata; die Grundsätze aber der zweiten Art
Postulata.
"
Postulat ‘unbedingte (sittliche) Forderung’ (Anfang 15. Jh.), in der Philosophie ‘logische, methodische oder erkenntnistheoretische Annahme, These, die nicht (oder noch nicht) bewiesen werden kann’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus lat. postulātum ‘Forderung, gerichtlicher Antrag, Gesuch’, dem substantivierten Neutrum des Part. Perf. von lat. postulāre postulieren.
Anm. KF: Durch Gelehrte und deren Logik erfundene Definition.
Medieval Latin postulāt- (“asked”), from the verb postulāre (“to ask”), from Latin postulō (“request”).