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Werk:Phaidon (Platon)/Anm.145

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145. Sich die Erde als Scheibe vorzustellen, war in der Antike verbreitete Auffassung. So sagt Hippolytos von Anaxagoras, er vertrete die Ansicht, »Die Erde sei von flacher Gestalt …« (1, 8, 3, nach Capelle, S. 257). Mit dieser Ansicht konkurrierte die Hypothese, die Erde sei konkav, wie Demokrit, Archelaos und Diogenes von Apollonia annahmen. Diese Mulden- oder Beckenhypothese war aufgestellt worden, um erklären zu können, warum Sonnenaufgang und -untergang nicht für alle Menschen zur selben Zeit erfolgen. Die dritte Möglichkeit, nämlich von der Kugelgestalt der Erdeauszugehen, wird in 108e-109a erörtert – vielleicht zum ersten Mal in der antiken Literatur. (Zum Stand der naturwissenschaftlichen Forschung in der Abfassungszeit des Phaidon vgl. E. Frank, Plato und die sogenannten Pythagoräer, Halle 1923, sowie Friedländer Bd. 1, Kap. 15).