Solözismus
Wrtdtng: eigentlkich müßte es "Solonikismus" genannt werden!
Soloecismus[1] (aus d. Griech.) heißt ein Fehler, ein Schnitzer, den man gegen die Etymologie, Rechtschreibung und Wortfügung macht. Die Benennung leitet man von der Stadt Soli oder Solos in Cilicien (von Solon erbaut) her, deren Einwohner ihre Mundart nach und nach so sehr verdarben, daß man von Jedem, der schlecht Griechisch sprach, sagte: er spricht Solisch. In der Folge haben alsdann vorzüglich die Sprachlehrer diese Benennung beibehalten, wenn sie eine schlecht zusammengesetzte Rede bezeichnen wollten.
Ein Solözismus (altgriechisch σολοικισμός soloikismós) ist ein grober sprachlicher Fehler in der Syntax, vermutlich so genannt nach der griechischen Stadt Soloi in Kilikien, deren Einwohner, wohl durch den Einfluss benachbarter Barbarenstämme, ein schwer verständliches Griechisch gesprochen haben sollen. In der linguistischen Betrachtungsweise kommen Solözismen vor allem dann vor, wenn die Satzglieder nicht richtig miteinander verbunden werden.
Solözismus
Ein Solözismus kann auch als bewusstes rhetorisches Mittel verwendet werden (z. B.: „Wo du wolle?“) – in der klassischen Rhetorik nannte man die lizenzierte Verwendung griechisch σχῆμα schêma, lat. schēma oder figūra. Zu den Solözismen gehören auch Pleonasmus, Ellipse (auch Ellipsis genannt) und Anakoluth (auch Satzbruch genannt).
Literatur
- Fritz Lochner von Hüttenbach: Soloi und Soloikismos. Ein Nachprüfen und Überdenken eines antiken Fachausdruckes. In: Rheinisches Museum für Philologie. Band 119, 1976, S. 336–345.
- Rudolf Zimmer: Äquivalenzen zwischen Französisch und Deutsch: Theorie – Korpus – Indizes. Ein Kontextwörterbuch. Niemeyer, Tübingen 1990, ISBN 3-484-60344-5, S. 104 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Weblinks
- Was bedeutet Solözismus. In: wissen.de. Abgerufen am 15. November 2017.
- Duden – Solözismus – Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. In: duden.de. Abgerufen am 15. November 2017.
- ↑ Quelle: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 5. Amsterdam 1809, S. 316. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000772577 Lizenz: Gemeinfrei