absolut
ab–solut, absolut lat.-deu. ‘uneingeschränkt, unbedingt, unumschränkt, völlig’,
- entlehnt (16. Jh.) aus lat. absolūtus (Adv. absolūtē) ‘in sich abgeschlossen, vollständig, vollkommen, unbedingt, ohne Einschränkung’,
- eigentlich Part. Perf. von lat. absolvere ‘ab-, loslösen, los-, freisprechen, vollenden’ (s. absolvieren),
- daneben (bis ins frühe 19. Jh.) auch als Egsw. in lat. Form absolute.
Zuerst (um 1520) bei Paracelsus in der Bedeutung ‘befreit, erlöst’, seit Ende des 16. Jhs. ‘uneingeschränkt, nicht bedingt’, danach ‘unumschränkt’ (Anfang 17. Jh.) im Sinne der politischen Herrschaft (unter Einfluß von frz. absolu) und ‘vollkommen, ganz und gar, durchaus’ (2. Hälfte 17. Jh.).
Seit Anfang des 18. Jhs. ist absolut im Sinne von ‘unabhängig, losgelöst, an (und für) sich’ im philosophischen wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch (im Gegensatz zu relativ) üblich, auch fachsprachlich in Verbindungen wie absolute Höhe ‘Höhe über dem Meeresspiegel’ (1706), absolute Mehrheit ‘Mehrheit von über 50 % der Gesamtstimmenzahl’ (1790), absoluter Mehrwert ‘durch Verlängerung des Arbeitstages produzierter Mehrwert’ (Marx 1857/58), absoluter Nullpunkt ‘tiefste Temperatur überhaupt’ (1894), absolute Zahl‘ohne Vorzeichen betrachtete Zahl’ (1803).
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