frevel
fre + vel | Egw. ‘verwerflich, schändlich’, ahd. fravali ‘böse, vermessen, stolz’ (9. Jh.), mhd. vrevele, vrevel ‘mutig, kühn, mutwillig, frech’, asächs. fraƀol ‘trotzig, hartnäckig’, aengl. fræfel ‘schlau, frech’.
Man sieht darin eine alte Vorsilbenbildung (ger. *fra-, s. ver-) zu einem Namen (ger. *afla-), das in aengl. afol, anord. afl ‘Kraft’ erhalten ist und dem abgeleiteten Tätigkeitswort ahd. avalōn ‘auf dem Acker arbeiten, mit Eifer etw. bewerkstelligen’ (8. Jh.) zugrunde liegt.
Die germanischen Wörter werden entweder zusammen mit grie. Zusammensetzungen wie oligēpelḗs ‘schwach, ohne Kraft’ und griech. illyr. gall. Eigennamen auf einen Ansatz uig. *apelo- ‘Kraft’ ( 1, 52) oder mit aind. ápaḥ ‘Werk, Handlung’, lat. opus ‘Arbeit, Werk’, ops ‘Reichtum’ auf die Wurzel uig. *op- ‘arbeiten, zustande bringen; Ertrag der Arbeit, Reichtum’ (wozu auch üben) zurückgeführt.