-chen
ch + en | "klein, jung"
vermindernde Nachsibe (wie -lein), zusammengesetzt aus dem häufig in Tier- und Pflanzennamen, auch in vermindernden, auftretenden ger. k-Endsilben (oft mit vorangestelltem Bindewortlaut, s. Habicht, Kranich, die unter Sperling angeführten Formen mhd. (md.) sperc, sperke, sperche und vgl. ahd. fulihha ‘weibliches Füllen, junge Stute’, 9. Jh., m engl. hillok ‘kleiner Hügel, Haufen’) und der Endsilbe ger. -īna-, uig.-īno-, -eino-, das ursprünglich eine Zugehörigkeit, Abstammung ausdrückt, daher auch ‘das Kleine, das Junge’ bezeichnen kann, vgl. got. gaits ‘Geiß’, gaitein ‘das Junge der Geiß, Zicklein’ und s. Schwein, Scheweinchen, Füllen, Füllin, Küken, Kükchen.
In Verbindung mit k- und l-Suffix (s. -lein) erhält -īna- eindeutig vermindernden Sinn. Es ergeben sich asächs. -ikīn, wieskipikīn ‘Schiffchen’, mnd. -ken, wie vürken ‘Feuerchen’, ahd. -ihhīn, -ihhī wie fulihhīn, fulihhī ‘Füllen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. (md.) -ichin, -chen, wie bei nichin, frouchen.
Solche Bildungen entstehen (zuerst vereinzelt) seit dem 9. Jh. und sind seit dem 14. Jh. in allen Landschaften anzutreffen. Luther kennt von Hause aus -chen, bevorzugt in seinen gedruckten Schriften aber obd. -lein, das bis etwa 1620 vorherrscht; danach wird -chen häufiger, das 1690 von Bödiker als deminuierende Endung empfohlen wird.
Heute dominiert -chen in der Prosa; es steht in der Regel nach auslautendem -l (Spielchen), nach auslautendem -ch gilt -lein (Bächlein).