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Erscheinungsbild
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Phö. 16 𐤏 ʕain, Ajin, Auge (Vokalanstoß)
Ara. 16 ע Ajin
Gri. 15 Ο, ο Omikron (ὄ μικρόν)
Etr. kein O
Lat. 15 O, o
Rune 24. ᛟ ōþalan „Stammgut, Grundstück“
Dt. 15 O, o
Ursprung
- Ajin ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet die Vokale Omikron und Omega wurden. Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Auges her. Lateinische Entsprechung: O.
- Even alphabets that are not derived from Semitic tend to have similar forms to represent this sound; for example, the creators of the Afaka and Ol Chiki scripts, each invented in different parts of the world in the last century, both attributed their vowels for 'O' to the shape of the mouth when making this sound.[original research?]
- Das Zeichen kommt vom phönizischen Konsonanten Ajin, dem die Griechen den Vokalwert „o“ gaben. Es ist einer der wenigen Buchstaben, bei denen die Griechen den semitischen Buchstabennamen nicht übernahmen. Später erweiterten die Griechen ihr Alphabet um mehrere Zusatzbuchstaben, von denen der letzte das Omega (griechisch: großes O) war. Aus dem Omikron entwickelte sich über die etruskische Schrift das lateinische O, bei dem dann der griechische Buchstabenname wegfiel.
- In der protosinaitischen Schrift ist der Buchstabe das Symbol für ein Auge. Mit der Zeit veränderte sich die Pupille in einen Strich und ist später ganz verschwunden; bereits im phönizischen Alphabet wurde aus dem Augen-Symbol ein Kreis. Bei den Phöniziern erhielt der Buchstabe den Namen 'Ayin (Auge). Der Lautwert des Buchstabens bei den Phöniziern war der stimmhafte pharyngale Frikativ [ʕ], ein Konsonant, der im Deutschen nicht vorkommt.
- Die Griechen verwendeten diesen Lautwert ebenfalls nicht und übernahmen das 'Ayin anstelle dessen als Buchstaben für den Vokal /o/. Ursprünglich gab es im Griechischen nur ein Symbol für O, das direkt vom 'Ayin abgeleitet war, dieses Symbol stand sowohl für [o] als auch [oː]. In der Ionischen Variante der griechischen Schrift wurde später für [oː] ein neuer Buchstabe eingeführt, der eine Modifikation des ursprünglichen O war. Das ursprüngliche O bekam den Namen Omikron (kleines O) und behielt seine Stellung im Alphabet, der lange O-Laut den Namen Omega (großes O) und wurde am Ende des griechischen Alphabets eingefügt.
- Die Etrusker übernahmen nur den ursprünglichen Buchstaben für O, ebenso die Römer. In beiden Alphabeten behielt es sein Aussehen und den Lautwert [o] bei
- Greek omicron gave rise to the corresponding Cyrillic letter O and the early Italic letter to runic ᛟ.
- Othala (ᛟ) ist die 24. und letzte Rune des älteren Futhark (die achte Rune im dritten Ætt) mit dem Lautwert „O“. Sie fehlt im altnordischen Runenalphabet.[1] Der rekonstruierte urgermanische Runenname geht auf *ōþalan (vgl. ahd. uodil) zurück. Er bedeutet vermutlich "Erbbesitz, Stammgut, in der Sippe erbliches Vermögen" (vgl. Odal und Kleinod). Die Rune erscheint in den Runengedichten als altenglisch ēþel (mit der Bedeutung "Heimat") bzw. gotisch utal.[2]
- Der urgermanische Stamm ōþala- or ōþila- (Erbbesitz) ist eine Ablaut-Variante des Stammes aþal-. Dieser besteht aus einer Wurzel aþ und dem Suffix -ala oder -ila. Die zweite Suffix-Variante erklärt z. B. die Umlaut-Form ēþel.
- Eine etymologische Verbindung von Odal zu Adel ist naheliegend, aber auch diskutiert. Dieser Begriff beinhaltet soziale Privilegierung durch eine Vorfahrenreihe, größeren Landbesitz und befestigte Plätze.[3]
- Germanisches aþal‑ bedeutete in etwa "Abstammung, Herkunft, Art", auch "Adeliger, Fürst" (altenglisch atheling). Seine Etymologie ist nicht geklärt, jedoch könnte eine Nähe zu gotisch atta (Vater) bestehen[4] (s. Koseform Attila), was letztlich zu einer Wurzel aus der Säuglingssprache führte.
- Der Begriff oþal (Althochdeutsch uodal) ist ein Grundwort in einigen germanischen oder deutschen Namen, besonders Ulrich und dessen Varianten. Der Stamm aþal ist in gotischen Namen häufig: Athalarich, Ataulf etc. Auch Namen wie Adalbert, Edmund, Otto und andere.
- Odal war verbunden mit dem Erbrecht im alten Skandinavien. Einiges aus diesem Erbrecht ist heute noch in Geltung und regelt z. B. Aspekte des Eigentums in Norwegen (das Åsetesrett, Stammsitz-Recht, und das Odelsrett (Allod-Recht)).
- Verwendung
- Im Deutschen wird das O für zwei Laute verwendet:
- Das lange, geschlossene O (gerundeter halbgeschlossener Hinterzungenvokal; /o:/ wie in „Wohl“) und
- das kurze, offene O (gerundeter halboffener Hinterzungenvokal; /ɔ/ wie in „Wolle“).
- In Fremdwörtern kann das geschlossene o auch kurz sein („Modell“ [o]) und das offene auch lang („Wallstreet“ [ɔ:]).
- In anderen Sprachen steht das O gewöhnlich für dieselben Laute bzw. einen davon. Eine Ausnahme bildet das Englische, in dem es je nach Kontext und Dialekt auch als [ ɒ ] („fox“, britisch), [ ɑ ] („fox“, amerikanisch) oder [ ʌ ] („son“) ausgesprochen wird.
- „AVENTIN […] lehrt es ‚rotundi oris spiritu‘ und ebenso ICKELSAMER […] ‚mit dem athem eines runden gescheubelten munds‘ aussprechen“ – Grimmsches Wörterbuch
- Im Deutschen wird das O für zwei Laute verwendet:
o, O [1]
[2] o, der funfzehente Buchstab des Deutschen Alphabetes,
- und der vierte unter den Selbstlautern,
- welcher mit einer runden Öffnung des Mundes ausgesprochen wird.
- Es hat im Hochdeutschen
- nur einen einzigen Laut,
- welcher aber bald gedehnt ist,
- wie in Tod, roth, schon,
- bald geschärft,
- wie in Post, Sonne, Stock.
- welcher aber bald gedehnt ist,
- nur einen einzigen Laut,
- In den Mundarten
- aber gehet es fast in alle andere Selbstlauter,
- das i ausgenommen,
- und oft in die widrigsten Doppellauter über.
- Saun für Sohn,
- Pust für Post,
- grauß, groaß,
- gruß, für groß
- u.s.f.
- So wie in eben diesen Mundarten andere Selbstlauter in diesen übergehen.
- aber gehet es fast in alle andere Selbstlauter,
- Die Doppellauter oi und ou
- finden sich,
- außer einigen eigenthümlichen Nahmen,
- nur noch in den gemeinen gröbern Mundarten.
- Für auch spricht der Schweizer ouch,
- für Eimer Oimer,
- und statt Voigt schreibt und spricht man im Hochdeutschen beständig Vogt.
- finden sich,
Ehedem
- druckte man das gedehnte o oft durch ein angehängtes -e aus,
- welche Schreibart sich noch in einigen eigenthümlichen Nahmen erhalten hat.
- So schreibt man Soest und Coesfeld, und spricht Sooft und Coosfeld.
- In den neuern Zeiten fing man an,
- in einigen Wörtern das gedehnte o mit einem oo zu schreiben,
- und dieses Zeichen des gedehnten Selbstlauters gar für einen Doppellaut auszugeben,
- welches es doch auf keine Weise seyn kann, S. Aa.
- So wollte Gottsched Boot, und Room (besser Rahm, denn Room ist Niederdeutsch)
- zum Unterschiede von der Stadt Rom, geschrieben wissen.
- Allein die Verdoppelung der Selbstlauter
- ist unter allen möglichen das unschicklichste Zeichen der Dehnung,
- und die seltsame Neuerung,
- verschiedene gleichlautende Wörter auch durch die Schreibart zu unterscheiden,
- hat zu wenig Beyfall gefunden,
- als daß man noch Rücksicht darauf nehmen könnte,
- zumahl da sie sich unter hundert Fällen kaum in Einem anwenden lässet.
- Von dem h, so fern es gleichfalls das Zeichen eines gedehnten o ist,
- S. H.
- welche Schreibart sich noch in einigen eigenthümlichen Nahmen erhalten hat.
Ein sehr nahe mit o verwandter Selbstlaut
- ist das ö,
- welches eben so wohl bald gedehnt bald geschärft ist,
- und daher von den meisten Sprachlehrern irrig für einen Doppellaut gehalten worden,
- da es doch vielmehr ein eigener Selbstlaut ist,
- welchen man nur aus Armuth an Schriftzeichen durch ein oe, \eo\, oder ö ausdruckt, S. Ä.
- In der Ableitung und Beugung der Wörter pflegt das o gern in diesen Selbstlaut überzugehen.
- Groß, größer, Größe;
- Tod, tödten, tödtlich;
- Ochs, Öchschen;
- Wort wörtlich, Wörter;
- roth, Röthel, röthlich, röthen, u.s.f.
- Regeln lassen sich davon nicht geben, sondern der Gebrauch entscheidet hier alles.
Das o
- druckt vermöge seiner Natur etwas Großes, Hohes, Erhabenes, Weites aus,
- und ist der natürliche Ausdruck der staunenden Verwunderung.
- S. den folgenden Empfindungslaut.
- Man findet es daher gemeiniglich in denjenigen Wörtern,
- welche diese Eigenschaft bezeichnen;
- groß, grob, hoch, Ochs, empor, ori, u.s.f.
- obgleich
- durch die Länge der Zeit,
- durch die natürliche Unbeständigkeit der Menschen,
- und durch das Eigenthümliche der Mundarten,
- dieses ursprüngliche o in vielen Wörtern in andere verwandte Selbstlauter übergegangen ist.
- Indessen haben wir doch noch Wörter,
- welche diese Eigenschaft bezeichnen;
In
- den nördlichen Mundarten
- ist das o zu Anfange der Wörter oft aus unserm un entstanden,
- wo es sich denn dem a privativo der Griechen nähert.
- Im Schwed. ist otrogen ungetreu, osinaklig unschmackhaft, abgeschmackt, Ofall Unfall, Osoidein schädliches Thier, u.s.f.
- Hingegen ist es im Schwedischen auch eine intensive Partikel;
- omycken, sehr stumm.
- Im Deutschen wird es manchen Wörtern, welche sich auf ein -r endigen,
- oft müßig angehängt;
- dero, ihro, nunmehro, dahero u.s.f.
- wo es aber die reinere Hochdeutsche Mundart,
- einige wenige Fälle ausgenommen,
- wieder weggeworfen hat. S. Dero.
- oft müßig angehängt;
- ist das o zu Anfange der Wörter oft aus unserm un entstanden,
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 551-552. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000341843; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 551 | 552; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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