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ä

aus AufEinWort, der freien Forschung

ä | Nf. æ, ae

Heute wird ein e hinter einem a, o oder u für die Umlautbuchstaben ä, ö und ü verwendet, wenn zum Beispiel auf der Tastatur oder im Zeichensatz keine Buchstaben für Umlaute vorhanden sind, sowie in Kreuzworträtseln und anderen Buchstabenspielen.

Auch in Eigennamen haben diese Buchstabenverbindungen meist den Lautwert [ɛ] , [ø] bzw. [y] .

ä, Ä[1]

[✐ | ✎]

[2]ä, ein einfacher Vocal,

  • welcher einem Mittellaut zwischen dem a und hohen e hat,
  • und so, wie das a,
    • bald gedehnt,
    • bald aber auch geschärft ausgesprochen wird.
  • Die meisten Sprachlehrer
    • haben diesen Buchstaben für einen wahren Doppellaut ausgegeben;
    • andere haben solches geläugnet,
      • und Gründe für ihre Meinung angeführet,
      • die aber größten Theils wenig oder gar nichts beweisen.
    • Indessen ist doch der Streit sehr leicht zu entscheiden,
      • wenn man nur den Laut selbst von dem Zeichen des Lautes unterscheidet.
      • Der Laut
        • an und für sich selbst,
        • wird mit einer eben so einfachen Öffnung des Mundes hervor gebracht,
        • und läßt so wenig doppeltes oder zusammen gesetztes hören,
          • als die Laute a, e, i, o und u;
        • und wenn er gleich ein Mittellaut zwischen dem a und e ist,
          • so folgt daraus noch nicht, daß er aus diesen beyden Vocalen[2] zusammen geschlossen ist.
    • In allen Sprachen
      • sind die Vocale nur stufenweise von einander unterschieden,
      • und wenn man die Mundarten mit in Anschlag bringt,
        • so werden diese Stufen unmerklich.
      • Im Deutschen würde es nicht schwer fallen,
        • zwanzig solcher Vocalen anzugeben,
          • deren Unterschied dem Gehöre noch immer merklich genug ist;
            • S. Lamberts neues Organon Th. 2, S. 47.
    • Warum sollen
      • aber alle diejenigen Doppellaute heissen,
        • die sich von den fünf am meisten hervorstechenden Vocalen mehr oder weniger entfernen?
    • Noch eins, welches besonders das ä betrifft.
      • Es hat eben denselben Laut,
        • den das erste e in Besen, lesen, Wesen und hundert andern Wörtern hat.[Anm. KF 1]
        • Machte der Laut einen Buchstaben zum Doppellaute,
          • so müßte man dieses e auch einen Doppellaut nennen,
          • welches doch noch niemanden eingefallen ist.

Aber nun zu dem Zeichen.

  • Gemeiniglich schreibt man die Laute ä, ö, ü,
    • durch Ae, Oe und Ue,
    • und in der kleinen Schrift durch a, o, u[Anm. KF 2],
    • und das sind nun freylich doppelte Buchstaben,
      • die aber darum keine Doppellaute machen.
  • Als die Deutschen die Lateinischen Buchstaben annahmen,
    • so fanden sie in denselben für die Vocale nur fünf Zeichen,
    • und sie hatten doch deren mehr nöthig.
    • Sie halfen sich also dadurch,
      • daß sie theils diese Zeichen zusammen setzten,
      • theils den am meisten verwandten Lauten einerley Zeichen gaben.
      • Unwissenheit, Verschiedenheit der Meinungen und vielleicht auch der Mundarten,
        • und die nur nach und nach geschehene Annahme des Lateinischen Alphabetes
        • machten, daß man dabey nicht gleichförmig zu Werke ging;
        • und daher kam es,
          • daß man besonders den Laut ä in einigen Fällen- durch das Zeichen å, in andern aber durch ein bloßes e ausdruckte.
    • Die Sprachlehrer,
      • welche selten philosophische Köpfe haben,
      • blieben bey dem Zeichen stehen,
      • und so wurden aus ä, ö und ü[Anm. KF 2] Doppellaute,
        • da man sie höchstens Doppelbuchstaben hätte nennen können.
    • In der größern oder so genannten Versal-Schrift
      • machte man es in den Druckereyen noch ärger,
      • und setzte den andern Vocal aus Armuth an Schriftzeichen gar daneben, Ae, Oe, Ue.
    • Wie viele Schwierigkeiten solches Kindern und Ausländern in Erlernung des Lesens macht,
      • und wie viele Verwirrung solches in einem Wörterbuche nach alphabetischer Ordnung anrichtet, ist leicht einzusehen.
      • Man hat daher in diesem Wörterbuche
        • für die drey Selbstlaute ä, ö, und ü,
        • so wohl in der größern als kleinern Schrift, besondere Zeichen gewählet,
          • die der Natur der Sache hoffentlich mehr angemessen,
          • und nicht so vielen Mißdeutungen unterworfen seyn werden.
      • Man muß daher auch diejenigen Wörter,
        • welche sich mit diesen drey Selbstlauten anfangen,
          • nicht in Ae, Oe und Ue,
          • sondern nach Maßgebung des darauf folgenden Consonanten aufsuchen.
        • Von dem Gebrauche dieses Vocals S. Orthogr. Th. 1, S. 140.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 2-3. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000000043; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 2 | 3; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [2]


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