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ö

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Dezember 2023 um 18:43 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Phö. Ara. Gri. Etr. Rune Lat. Dt. 28 Ö,ö == o, O <ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 551-552. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000341843; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-0551 551] | [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-0552 552]; Kategorien: [h…“).
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Phö.

Ara.

Gri.

Etr.

Rune

Lat.

Dt. 28 Ö,ö

o, O [1]

[2] o, der funfzehente Buchstab des Deutschen Alphabetes,
  • und der vierte unter den Selbstlautern,
    • welcher mit einer runden Öffnung des Mundes ausgesprochen wird.
  • Es hat im Hochdeutschen
    • nur einen einzigen Laut,
      • welcher aber bald gedehnt ist,
        • wie in Tod, roth, schon,
      • bald geschärft,
        • wie in Post, Sonne, Stock.
  • In den Mundarten
    • aber gehet es fast in alle andere Selbstlauter,
      • das i ausgenommen,
    • und oft in die widrigsten Doppellauter über.
      • Saun für Sohn,
      • Pust für Post,
      • grauß, groaß,
      • gruß, für groß
      • u.s.f.
    • So wie in eben diesen Mundarten andere Selbstlauter in diesen übergehen.
  • Die Doppellauter oi und ou
    • finden sich,
      • außer einigen eigenthümlichen Nahmen,
      • nur noch in den gemeinen gröbern Mundarten.
        • Für auch spricht der Schweizer ouch,
        • für Eimer Oimer,
        • und statt Voigt schreibt und spricht man im Hochdeutschen beständig Vogt.

Ehedem

  • druckte man das gedehnte o oft durch ein angehängtes -e aus,
    • welche Schreibart sich noch in einigen eigenthümlichen Nahmen erhalten hat.
      • So schreibt man Soest und Coesfeld, und spricht Sooft und Coosfeld.
    • In den neuern Zeiten fing man an,
      • in einigen Wörtern das gedehnte o mit einem oo zu schreiben,
      • und dieses Zeichen des gedehnten Selbstlauters gar für einen Doppellaut auszugeben,
        • welches es doch auf keine Weise seyn kann, S. Aa.
        • So wollte Gottsched Boot, und Room (besser Rahm, denn Room ist Niederdeutsch)
          • zum Unterschiede von der Stadt Rom, geschrieben wissen.
        • Allein die Verdoppelung der Selbstlauter
          • ist unter allen möglichen das unschicklichste Zeichen der Dehnung,
          • und die seltsame Neuerung,
            • verschiedene gleichlautende Wörter auch durch die Schreibart zu unterscheiden,
            • hat zu wenig Beyfall gefunden,
            • als daß man noch Rücksicht darauf nehmen könnte,
              • zumahl da sie sich unter hundert Fällen kaum in Einem anwenden lässet.
              • Von dem h, so fern es gleichfalls das Zeichen eines gedehnten o ist,
              • S. H.

Ein sehr nahe mit o verwandter Selbstlaut

  • ist das ö,
    • welches eben so wohl bald gedehnt bald geschärft ist,
    • und daher von den meisten Sprachlehrern irrig für einen Doppellaut gehalten worden,
      • da es doch vielmehr ein eigener Selbstlaut ist,
      • welchen man nur aus Armuth an Schriftzeichen durch ein oe, \eo\, oder ö ausdruckt, S. Ä. 
    • In der Ableitung und Beugung der Wörter pflegt das o gern in diesen Selbstlaut überzugehen.
      • Groß, größer, Größe;
      • Tod, tödten, tödtlich;
      • Ochs, Öchschen;
      • Wort wörtlich, Wörter;
      • roth, Röthel, röthlich, röthen, u.s.f.
      • Regeln lassen sich davon nicht geben, sondern der Gebrauch entscheidet hier alles.
Das o
  • druckt vermöge seiner Natur etwas Großes, Hohes, Erhabenes, Weites aus,
  • und ist der natürliche Ausdruck der staunenden Verwunderung.
  • Man findet es daher gemeiniglich in denjenigen Wörtern,
    • welche diese Eigenschaft bezeichnen;
      • groß, grob, hoch, Ochs, empor, ori, u.s.f.
      • obgleich
        • durch die Länge der Zeit,
        • durch die natürliche Unbeständigkeit der Menschen,
        • und durch das Eigenthümliche der Mundarten,
        • dieses ursprüngliche o in vielen Wörtern in andere verwandte Selbstlauter übergegangen ist.
        • Indessen haben wir doch noch Wörter,
          • wo die verschiedenen Vocale zugleich die Verschiedenheit der Größe ausdrucken.
            • Stock, Stecken
            • und die Nieders. Stake und Sticken
          • sind alle in der Größe verschieden,
            • wie Kloß [3] und Klößchen,
            • das Schwed. Not, ein großes Netz, und Nätt, ein kleines Netz,
            • und andere mehr. S. J den Selbstlaut.

In

  • den nördlichen Mundarten
    • ist das o zu Anfange der Wörter oft aus unserm un entstanden,
      • wo es sich denn dem a privativo der Griechen nähert.
      • Im Schwed. ist otrogen ungetreu, osinaklig unschmackhaft, abgeschmackt, Ofall Unfall, Osoidein schädliches Thier, u.s.f.
      • Hingegen ist es im Schwedischen auch eine intensive Partikel;
        • omycken, sehr stumm.
    • Im Deutschen wird es manchen Wörtern, welche sich auf ein -r endigen,
      • oft müßig angehängt;
        • dero, ihro, nunmehro, dahero u.s.f.
      • wo es aber die reinere Hochdeutsche Mundart,
        • einige wenige Fälle ausgenommen,
        • wieder weggeworfen hat. S. Dero.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 551-552. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000341843; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 551 | 552; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [551]
  3. ↑ [551]