sch
sch Triegraph
Die Buchstabenkombination ‹sch› ist im Deutschen ein Trigraph, der für einen stimmlosen postalveolaren Spiranten (auch Reibelaut, Frikativ oder Zischlaut genannt) benutzt wird, der in der Phonetik mit [ʃ] wiedergegeben wird.
Der Trigraph hat seinen Ursprung in einem Lautwandel, der sich zum Beginn des Mittelhochdeutschen vollzog. Althochdeutsch schrieb und sprach man noch ‹sc› [], zwei Laute die sich später zusammengezogen haben. Beispiel: ahd. scouuôn, mhd. schouwen, heute schauen; ahd. scrîban, mhd. schrîben, heute schreiben. Unklar ist, wann sich diese Kombination zum heutigen Laut [ʃ]entwickelt hat, denn man geht davon aus, dass sie ursprünglich eher [] ausgesprochen wurde; diese Aussprache ist im Westfälischen noch vorhanden. (Der Laut [x] stellt die Aussprache des ‹ch› wie in Sache dar; so erklärt man auch die Kombination sch.)
Sicher ist, dass der Wandel zum Beginn des Frühneuhochdeutschen bereits abgeschlossen war und ‹sch› benutzt wurde, um einen einzigen Laut anzuzeigen. Das lässt sich daran ermitteln, dass hier ein weiterer Lautwandel eingetreten ist: Das Phonem /s/ wurde fortan an einigen Stellen als [ʃ] realisiert und das inzwischen als Trigraph aufgefasste ‹sch› benutzt, um diese Aussprache anzuzeigen. Beispiel: mhd. slinge, heute Schlinge; mhd. ars, heute Arsch. Einzig im Anlaut bei ‹st› und ‹sp› wurde die alte Schreibweise beibehalten (Stein, Spinne), was die Aussprache im hannoverschen Raum widerspiegelt, die sich aber mittlerweile weitestgehend verloren hat. In norddeutschen Dialekten wird ‹sch› an diesen Stellen immer noch als [s] gesprochen, in süddeutschen dagegen /s/ auch an anderen Stellen als [ʃ](Wurst []).[1]
Phö. 21 𐤔 šin, Schin (sch)
Ara. 21 ש Sin, Schin (Umschrift s, sh / s, sch)
Gri.
Etr.
Lat.
Rune
Dt. 00 ʃ sch
- Ursprung
- Schin ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines Zahnes oder der Sonne herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Sigma. Lateinische Entsprechung: S.
- The Proto-Sinaitic glyph, according to William Albright, was based on a "tooth" and with the phonemic value š "corresponds etymologically (in part, at least) to original Semitic ṯ (th), which was pronounced s in South Canaanite“.
- The Phoenician šin letter expressed the continuants of two Proto-Semitic phonemes, and may have been based on a pictogram of a tooth (in modern Hebrew shen). The Encyclopaedia Judaica, 1972, records that it originally represented a composite bow.[1]
- Ursprünglich wurde wohl mit dem Schin ein Laut bezeichnet, der zwischen [ʃ] , [θ] und [ɕ] stand.
- Shin (also spelled Šin (šīn) or Sheen) is the twenty-first letter of the Semitic abjads, including Phoenician Shin , Hebrew Shin ש, Aramaic Shin , Syriac Shin ܫ, and Arabic Shin ش (in abjadi order, 13th in modern order). Its sound value is a voiceless sibilant, [ʃ] or [s].
- Im Hebräischen steht das Zeichen für die zwei Laute [ʃ] und [s] .
- Ein Punkt rechts über dem Buchstaben markiert es als Schin (שׁ, Aussprache: ʃ ), ein Punkt auf der linken Seite als Sin (שׂ, Aussprache: stimmloses s wie in Snob)
- The Phoenician letter gave rise to the Greek Sigma (Σ) (which in turn gave Latin S and Cyrillic С), and the letter Sha in the Glagolitic and Cyrillic scripts (, Ш).
- Verwendung
- im Deutschen und Schwedischen für das Phonem /ʃ/,
- eng. sh ist wie sch für /ʃ/
- this same trigraph is pronounced /sx/. In Italian, however, sch represents the sounds /sk/ before e or i, as in "bruschetta" /brusˈkɛtːa/. In neither language is this trigraph regarded as an independent letter of the alphabet.
- Shin, as a prefix, bears the same meaning as the relative pronouns "that", "which" and "who" in English- when used in this way, it is pronounced like 'sh' and 'eh'. In colloquial Hebrew, Kaph and Shin together have the meaning of "when". This is a contraction of כּאשר, ka'asher (as, when).
- Shin also stands for the word Shaddai, a name for God. Because of this, a kohen (priest) forms the letter Shin with his hands as he recites the Priestly Blessing. In the mid-1960s, actor Leonard Nimoy used a single-handed version of this gesture to create the Vulcan hand salute for his character, Mr. Spock, on Star Trek.
- The Arabic letter šīn was an acronym for "something" (شيء šayʾ(un) [ʃajʔ(un)]) meaning the unknown in algebraic equations. In the transcription into Spanish, the Greek letter chi (χ) was used which was later transcribed into Latin x.
[1] sch, Sch
[2] sch,
- der volle oder grobe Zischlaut,
- welcher vornehmlich Oberdeutschen, Mundart,
- und auch hier manchen Provinzen mehr als andern eigen ist,
- obgleich die Niederdeutschen ihn auch nicht ganz vermissen.
- Indessen gebrauchen ihn diese nur vor einem Selbstlaute und vor dem r,
- dagegen sie sich vor dem l, m, n und w,
- wie ihre Nachbarn,
- die weiter gegen Norden wohnenden Völkerschaften,
- mit einem bloßen einfachen f begnügen,
- und um deßwillen in dem Wohlklange vieles vor den Oberdeutschen voraus haben;
- smecken für schmecken,
- swart für schwarz,
- sniden für schneiden.
- Auch da,
- wo die Oberdeutschen das einfache s wie ein sch hören lassen,
- besonders vor dem p und t,
- sprechen die Niederdeutschen nur ein einfaches s;
- wo die Oberdeutschen das einfache s wie ein sch hören lassen,
- Die Westphalen
- haben nebst den Holländern
- und einigen nördlichen Völkerschaften
- dieses Besondere,
- daß sie auch da, wo sie ein sch haben,
- es doch nicht zischend aussprechen können,
- sondern das s und den Gaumenlaut besonders hören lassen;
- Sgall für Schall, Fleisg für Fleisch, Sginken für Schinken.
- daß sie auch da, wo sie ein sch haben,
- haben nebst den Holländern
- Ottfried und seine Zeitgenossen
- schreiben das sch gleichfalls häufig durch sg,
- frenkisga zungun, Fränkische Sprache.
- schreiben das sch gleichfalls häufig durch sg,
Dieser Zischlaut
- ist sehr oft unmittelbar aus der Natur entlehnet; r
- auschen ist ein anderer und stärker zischender Schall als rausen und brausen.
- In diesem Falle ist es freylich sehr unbequem,
- daß wir diesen einfachen Laut durch drey Buchstaben s, c und h ausdrucken müssen,
- welches bey dem Buchstabiren sehr viele Unbequemlichkeit hat.
- Es haben daher schon mehrere ein eigenes [3] Schriftzeichen für diesen Laut in Vorschlag gebracht,
- welches desto mehr zu billigen wäre,
- da uns unter andern auch schon die Hebräer mit ihrem ש Schin, darin vorgegangen sind.
- Allein,
- so nützlich ein solches eigenes Schriftzeichen für den jetzt gedachten Fall seyn würde,
- da dieser Laut wirklich einfach und aus der Natur entlehnet ist,
- so würde es doch in einer andern Betrachtung wieder seine Unbequemlichkeit haben.
- So ist Schall allem Ansehen
- so nützlich ein solches eigenes Schriftzeichen für den jetzt gedachten Fall seyn würde,
- daß wir diesen einfachen Laut durch drey Buchstaben s, c und h ausdrucken müssen,
In der Comparation solcher Beywörter,
- welche sich auf -sch und -isch endigen,
- wird im gemeinen Leben,
- und selbst bey vielen Sprachlehrern
- nicht genug für das Ohr gesorgt;
- närrischste, bübischste, keuschste, klingen überaus rauh und widrig.
- Die sich auf ein bloßes -sch endigen,
- nehmen daher zu Milderung dieses Übelklanges ein -e vor der Endsylbe an,
- welches auch die auf -ß, -st und -z thun;
- keuscheste, gewissester Aichinger und andere
- wollen dieses -e auch bey denen auf -isch eingeführet wissen;
- närrscheste, hämischeste u.s.f.
- wo aber bloß ein Übelklang durch den andern ersetzet wird.
- Am sichersten vermeidet man diese Superlativen;
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1309-1310. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000397547; Lizenz: Gemeinfrei
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