Zum Inhalt springen

Jesuitendeutsch

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. November 2023 um 09:44 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Die oberdeutsche Schreibsprache wurde vor allem vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Klerus#Römisch-katholische_Kirche katholischen Klerus], allen voran von den Jesuiten und auch den Benediktinern, in Opposition zum „[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurfürstentum_Sachsen kursächsischen]“ ''Lutherdeutsch'' etabliert und hatte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts eine weite Verbreitung. Von protestantischer…“).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die oberdeutsche Schreibsprache wurde vor allem vom katholischen Klerus, allen voran von den Jesuiten und auch den Benediktinern, in Opposition zum „kursächsischen“ Lutherdeutsch etabliert und hatte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts eine weite Verbreitung.

Von protestantischer Seite wurde es deshalb auch als Jesuitendeutsch bezeichnet. Beide Begriffe, sowohl Lutherdeutsch als auch Jesuitendeutsch, sind vor dem Hintergrund der damaligen konfessionellen Konflikte als gegenseitig abwertende Begriffe (Stigmawörter) zu verstehen. Sprachwissenschaftlich unterschieden sich beide Varianten vor allem durch ihren regionalen Schwerpunkt und auch dadurch, dass man in den katholischen Regionen neue deutsche Wortbildungen eher ablehnte und an den lateinischen, französischen und italienischen Fremdwörtern festhielt.