Jesuitendeutsch
Die oberdeutsche Schreibsprache wurde vor allem vom katholischen Klerus, allen voran von den Jesuiten und auch den Benediktinern, in Opposition zum „kursächsischen“ Lutherdeutsch etabliert und hatte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts eine weite Verbreitung.
Von protestantischer Seite wurde es deshalb auch als Jesuitendeutsch bezeichnet. Beide Begriffe, sowohl Lutherdeutsch als auch Jesuitendeutsch, sind vor dem Hintergrund der damaligen konfessionellen Konflikte als gegenseitig abwertende Begriffe (Stigmawörter) zu verstehen. Sprachwissenschaftlich unterschieden sich beide Varianten vor allem durch ihren regionalen Schwerpunkt und auch dadurch, dass man in den katholischen Regionen neue deutsche Wortbildungen eher ablehnte und an den lateinischen, französischen und italienischen Fremdwörtern festhielt.