barmen
Erscheinungsbild
barm-en Vorlage:dt. eigtl. "mit arm sein, ...werden" "verarmen"; "Mitleid, Mitgefühl haben"
- barmen Vb.
- ‘mit Mitgefühl erfüllen’ (selten), ‘jammern, klagen, lamentieren’ (nordd. und omd.).
- Die got. Kirchensprache bildet
- Ein an das Adj. ahd. arm ‘gering, hilflos, schwach, besitzlos, arm’ (s. arm) sich anschließendes Verb
- ahd. armēn (9. Jh.) bedeutet ‘arm werden, Not leiden’,
- so daß die Kirchensprache zur Wiedergabe von ‘sich erbarmen, Mitleid erregen’ präfigiertes ahd. *bi-armën benutzt, belegt (10. Jh.)
- in der adverbial gebrauchten Partizipialform barmēnto ‘erbarmend, voll Erbarmen’ (für lat. miserando);
- vgl. mit anderem Präfix und anderer Stammbildung
- aengl. ofearmian ‘mitleidig sein, Erbarmen zeigen’ (zu aengl. earmian ‘bemitleiden, bedauern’,
- von aengl. earm ‘arm’).
- vgl. mit anderem Präfix und anderer Stammbildung
- Zusammengezogenes und darum als Einheit empfundenes ahd. barmēn
- wird im Hinblick auf seine durativ-inchoative Bedeutung erneut präfigiert,
- so daß ahd. irbarmēn, nhd. erbarmen entsteht.
- Diese Weiterbildung wird zum geläufigen Verb im Dt.;
- mhd. barmen ‘(sich) erbarmen, Mitleid erregen’ bleibt selten,
- nhd. barmen wird weithin in die Mundarten abgedrängt
- und entwickelt im Nordd. und Omd. die oben angegebene Bedeutung ‘jammern, klagen, kläglich tun’,
- mit der es im 19. Jh. auch in die Literatursprache eingeht.