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DG1G/Einleitung/15

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▷Über den althochdeutschen Sprachquellen hat ein ungünstiges Geschick gewaltet: sie stehn hinter der Reinheit und dem hohen Alter des gotischen Denkmals; sie erreichen zwar das Alter, aber lange nicht den Wert, noch die Menge der angelsächsischen Quellen, und wenn ihre Aufzeichnung allerdings um drei oder vier Jahrhunderte früher erfolgt ist, als die der Altnordischen, werden sie durch den innern gebalt und Reichtum dieser weit übertroffen, wir erlangen also von dem althochdeutschen Sprachstand nur eine lückenhafte und unterbrochne Vorstellung. Vollen Ersatz leistet die Wärme und Fruchtbarkeit der mittelhochdeutschen Poesie, durch die uns der einheimischen Sprache schätz eben so ergibig, wenn schon von anderer Seite aufgetan wird, als in der formgewaltigen objektiven Eigentümlichkeit des Nordens. Wie ansehnlich und erwünscht auch der Vorrat mittelniederländischer Dichtungen sei, an die Bedeutsamkeit der Hochdeutschen reicht er nicht von Ferne.


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