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DG1G/Einleitung

aus AufEinWort, der freien Forschung
  1. ↑ 1) In sofern γλῶσσα, lingua, sermō die eigentümliche Ausdrucksweise eines Individuums, Stammes oder Volkes bezeichnen, wird dafür golh. razda gebraucht (Rom. 14, 11. I Cor. 12, 10. 13, 8. 14, 21. 23. 26 = γλῶσσα, Matth. , 73. Marc. 14, 70 = λᾰλῐᾱ́); ebenso ags. reord in den alten gediebten (reord väs þâ gieta eorðbûendum an gemæne Cædm. 98, 25. torhtan reorde, vèregan reorde Cædm. 248, 10. 267, 9. cearegan reorde Andr. 2215), in der jüngeren Prosa aber spræc; ahd. ehmals gewiß auch rarta, wie noch aus elirartèr (aliēnigena, goth. aljarazdja?) folgt, doch später galt rarta für das engere modulātiō (Graff 2, 535); für sermō loquela sprāhha (schon fragm., theot und T. Matth. 26, 73. spràcha O. IV. 18,27) auch zungā (O. I. 1, 31. 53. 122.) mhd. sprāche, zuweilen zunge (Mar. 148, 12. Aw. 2, 10.) und rede (mit dütisker rede Mar. 148, 41.) altn. tūnga; das schwed. sprak, dän. sprog (beide neutral) scheinen aus hochd. Einfluß zu erklären, nnl. spraak gewöhnlich aber taal (was ursprünglich Zahl oder Erzählung bedeutet) Heutzutage bedienen wir uns auch der Ausdrücke Mundart und Dialekt in etwas eingeschränkterem Sinn, aber schwankendem.
  2. ↑ 1) Im neunten Jh. scheint man sie die anglische geheißen zu haben, vgl. nachher $. 13 und das abecedarium anguliscum im cod. sgall. 878 p. 321 linguā Anglorum bei Beda 13, 19 gibt Älfred durch on englisc. In Urkunden auch die Benennung sächsisch: fures quos saxonice dicimus vergeldþeóvas (a. 796.) Kembles ch. ags. I, 172. 207. Den zusammengesetzten Namen Engilsahsun haben erst spätere Glossen (Graft* 1, 351.)
  3. ↑ 1) Sowol Ostfränkische als Rheinfränkische, unter welcher letztern man sich, mehr die westliche Mittelrheinische denkt.
  4. ↑ 1) Von oberdeutschen Volksmundarten kann die Rede sein, nicht von altoberdeutscher Sprache; wie wollte man unter dieser die lLothringische und Fränkische begreifen? Und Mittelhochdeutsch hat sich noch weiter, Neuhochdeutsch ganz aus dem Bereich von Oberdeutschland entfernt, vgl. was im Verfolg bei Feststellung des Begriffs der heutigen Volksdialekte über den Namen Plattdeutsch gesagt werden wird.