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WTH/Zur Logik des Diskurses/17

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▶Sprachsysteme sind Bedingungen der Möglichkeit von Aussagen (und Aussagen über Sprachsysteme gehören ihrerseits einem weiteren Sprachsystem an, das unter den nämlichen Bedingungen steht wie deren Objektsprache). Zu diesen Bedingungen zählt, soweit wir in solchen Sprachen argumentieren können, auch die vorgängige Angemessenheit kognitiver Schemata an ihren Gegenstandsbereich; aber das, was wir unter Verwendung der (wie immer angemessenen) kognitiven und sprachlichen Mittel zum Ausdruck bringen, sind jeweils bestimmte Sachverhalte, die entweder existieren oder nicht existieren. Ob die Sachverhalte existieren, entscheidet über die Wahrheit der Aussagen, in denen sie wiedergegeben werden, aber nicht über die Angemessenheit des Sprachsystems, dem die für diese Aussagen verwendeten Begriffe und Prädikate entlehnt sind. Wenn ein Sprachsystem unangemessen ist, ist nur eine notwendige Bedingung für die Wahrheit der Aussagen, die wir in Kategorien dieser Sprache formulieren, nicht erfüllt. Ob ein Sprachsystem angemessen ist, können wir zwer indirekt an den wahren Aussagen prüfen, die wir in ihm bilden können. Aber die Angemessenheit von Sprach- und Begriffssystemen dürften wir mit der Wahrheit der darin gebildeten Aussagen unmittelbar nur dann in Beziehung bringen, wenn sich die der "Angemessenheit" (nach unserer Hypothese) ieweils zugrundeliegenden kognitiven Entwicklungen in Form von diskursiven Lernprozessen bewußt, d. h. im Medium der Argumentation vollziehen würden. Das wäre erst der Fall, wenn die nichtdiskursiven, unter Handlungs- und Erfahrungsdruck ablaufenden kognitiven Entwicklungen von den empirischen Steuerungsmechanismen abgekoppelt und strukturell mit Diskursen verbunden würden. Ich glaube nun, daß wir in der Tat diese (im Wissenschaftssysrem annähernd erfüllte?) Forderung immer schon als erfüllt unterstellen müssen, wenn wir uns der Überzeugungskraft eines Arguments beugen, d. h. uns rational motivieren lassen.