streiten
streit,streite,streitend,streitet,stritt,gestritten
streit + en | Vb. einen Streit haben, ausüben; gegenüber etwas Festgesetzten ‘starrsinnig, widersetzend, hartnäckig' verhaltend; voranschreitend das Voranschreiten des anderen stoppen; wiederholt heftig 'schreitend, vorstoßend' dieselben Stellen, Leute, Gegner ... angreifen, bekämpfen um ein Recht, eine Meinung, Ansicht, Überzeugung, einen Anspruch oder Ähnlichem durchzusetzen, bestätigt zu bekommen;
Im 18. Jh. wird die Bedeutung von kämpfen mit streiten angeglichen ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’.
Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden, afries. strīda ‘streiten’, aengl. strīdan 'schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ (germ. *streidan) hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’.
Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen.
Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Ww. ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. starren).
Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476).