Zum Inhalt springen

Genosse

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2025 um 07:25 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „-e“ durch „Wortglied::-e“).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

genoß-e m. ‘Gefährte, Begleiter, Mitglied, Kampfgefährte in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander.

  • Ww
    • Ahd. ginōʒ (8. Jh.), ginōʒo (9. Jh.),
    • mhd. genōʒ(e) ‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’,
    • asächs. ginōt,
    • mnd. genōt(e),
    • mnl. ghenoot,
    • nl. genoot,
    • aengl. genēat
  • und (ohne Präfix)
    • anord. nautr,
    • afries. nāt
  • sind Possessivkomposita zu
    • ahd. (8. Jh.),
    • mhd. nōʒ,
    • mnl. noot,
    • aengl. nēat,
    • engl. neat,
    • anord. naut ‘Nutzvieh, Rind, Schlachttier, Zugtier, Lasttier’
  • und bezeichnen denjenigen, ‘der das Vieh mit (einem) anderen gemeinsam hat’
  • Das zugrundeliegende
    • germ. *nauta- ‘Nutztier, Nutzvieh, Habe’ ist verwandt mit genießen und nutzen (s. d.)
  • und läßt sich mit diesen sowie mit
    • lit. naudà ‘Nutzen, Vorteil, Gewinn, Besitz, Vermögen’,
    • lett. nauda ‘Nutzen, Habe, Geld’
  • unter einem Ansatz ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ vereinigen.
  • Bis ins 19. Jh. bezeichnet Genosse den Gefährten, den Gleichgesinnten, den Gleichgestellten an Stand und Besitz.
  • In der Mitte der 70er Jahre des 19. Jhs. wird Genosse übliche Anrede in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei
    • als Ausdruck gleicher Gesinnung im Streben nach Verwirklichung gemeinsamer Ziele (s. das Kompositum Parteigenosse).
  • – Genossenschaft