Zum Inhalt springen

Rasse

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2025 um 07:31 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „-e“ durch „Wortglied::-e“). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

rass-e Vorlage:lat.-frz.-dt.

  • Rasse f.
    • Gruppe (Unterart) von Tieren, Pflanzen,
      • die sich durch gemeinsame erbliche Merkmale und physiologische Eigenschaften von anderen Gruppen unterscheiden,
    • große Gruppe von Menschen mit gemeinsamen charakteristischen erblichen Körpermerkmalen,
  • im Dt.
    • zuerst Razza, Raza (16./17. Jh.)
      • nach ital. razza, (frühes 14. Jahrhundert)
        • (Schreibweise rasse ab 1480)
      • danach Race (18. Jh., bis etwa 1900 in dieser Schreibweise)
        • nach frz. race ‘Geschlecht, Stamm, Abstammung, Nachkommenschaft, Gattung, Sorte, Art (von Menschen und Tieren)’.
  • Herkunft ungewiß.
    • FEW 10, 115 ff. macht wahrscheinlich, daß mfrz. frz. race
      • aus ital. razzo m. bzw. razza f. ‘Geschlecht’ (13./14. Jh.)
      • bzw. aus einem in Italien üblichen mlat. rassa ‘Abmachung unter den Angehörigen eines Berufes, einer Familie’
      • entlehnt sei,
        • dem lat. ratiō ‘Rechnung, Berechnung, Rechenschaft, Denken, Denkvermögen, Vernunft, Grund, Maß, Gesetzmäßigkeit, Ordnung, Methode, Prinzip’ (s. rational),
          • spätlat. ‘Sippenverband, Gruppe (von Tieren, Früchten)’,
          • wohl auch ‘Gestüt’,
        • zugrunde liegt.
  • Rasse
    • steht zunächst für ‘Geschlecht, Familie, Menschengruppe, -schlag mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften und Verhaltensweisen’,
    • wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. ein naturgeschichtlicher Ordnungsbegriff zur Bezeichnung einer Tier- bzw. Pflanzengruppe
      • mit übereinstimmenden typischen (vererbbaren) Merkmalen des äußeren Erscheinungsbildes in einem gleichen geographischen Verbreitungsgebiet,
      • oft im eingeschränkten Sinne ‘(durch systematische Züchtung gewonnenes) edles Geschlecht mit ausgeprägten, hervorragenden Eigenschaften’
        • (vgl. Rassehund, -pferd, -tier).
    • Gegen Ende des 18. Jhs. wird Rasse als anthropologischer Begriff auch auf Menschen in der oben angeführten Bedeutung übertragen
      • und im 19. Jh. vielfach mit ‘Volk’ gleichgesetzt.
    • In Anlehnung an die unwissenschaftliche Vorstellung von der Ungleichwertigkeit der Rassen (vgl. „Essai sur l’inégalité des races humaines“ Gobineau 1853) entwickelte der deutsche Faschismus eine Rassentheorie bzw. -ideologie, mit der er die Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung bestimmter Völker oder ethnischer Gruppen zu rechtfertigen suchte.