Lied
Liede,Lieder,Liedern
Lied | n. ‘mit einer Melodie versehenes (lyrisches) Gedicht’, ahd. liod (8. Jh.), mhd. liet ‘Lied, Gesangsstrophe, Epos, Lehrgedicht, Abschnitt daraus’, asächs. lioð, mnl. liet, nl. lied, aengl.lēoþ ‘Lied’, anord. ljōð ‘Strophe, Lied’, got. -liuþ in awiliuþ ‘Dank, Danksagung’.
Herkunft unbekannt.
Die ursprüngliche Bedeutung scheint ‘Lob-, Preislied’ gewesen zu sein; vgl. die Denominativa ahd. liudōn ‘singen, vortragen, ertönen’ (8. Jh.), anord. ljōða ‘dichten, singen’, got. liuþōn ‘lobsingen’, ahd. liudāri ‘Sänger (von Preisliedern)’ (8. Jh.), got. liuþareis.
Zugrunde liegt vielleicht die t-Erweiterung einer Schallwurzel uig. *lē̌u-, *lā̌u-, deren Ansatz sich allerdings nur auf den Vergleich mit (d-Erweiterung aufweisendem) lat. laus ‘Lob, Anerkennung, Achtung’, laudāre ‘loben, preisen’ und den Hinweis auf die Schallwurzel uig. *lā- (s. lallen, Lamento) neben uig. *lē- stützt. Oder liegt Dentalbildung zu uig. *leubh- ‘gern haben, begehren, lieb’, auch ‘gutheißen, loben’ (s. lieb, loben) vor? Vgl. Schwarz in: Festschr. Trier (1954) 434 ff.