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barmen

aus AufEinWort, der freien Forschung
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barm-en deu. eigtl. "mit arm sein, ...werden" "verarmen"; "Mitleid, Mitgefühl haben"

  • barmen Vb.
  • ‘mit Mitgefühl erfüllen’ (selten), ‘jammern, klagen, lamentieren’ (nordd. und omd.).
  • Die got. Kirchensprache bildet
    • zur Übersetzung von griech. eleé͞in (ἐλεεῖν) ‘bemitleiden, Mitleid, Erbarmen haben’
    • nach dem Muster von gleichbed. lat. miserēre bzw. miserērī
      • (zu lat. miser ‘elend, kläglich, bejammernswert, arm’)
      • ein von got. arms ‘beklagenswert, elend’ abgeleitetes Verb got. arman ‘sich erbarmen’.
  • Ein an das Adj. ahd. arm ‘gering, hilflos, schwach, besitzlos, arm’ (s. arm) sich anschließendes Verb
    • ahd. armēn (9. Jh.) bedeutet ‘arm werden, Not leiden’,
    • so daß die Kirchensprache zur Wiedergabe von ‘sich erbarmen, Mitleid erregen’ präfigiertes ahd. *bi-armën benutzt, belegt (10. Jh.)
    • in der adverbial gebrauchten Partizipialform barmēnto ‘erbarmend, voll Erbarmen’ (für lat. miserando);
      • vgl. mit anderem Präfix und anderer Stammbildung
        • aengl. ofearmian ‘mitleidig sein, Erbarmen zeigen’ (zu aengl. earmian ‘bemitleiden, bedauern’,
        • von aengl. earm ‘arm’).
  • Zusammengezogenes und darum als Einheit empfundenes ahd. barmēn
    • wird im Hinblick auf seine durativ-inchoative Bedeutung erneut präfigiert,
    • so daß ahd. irbarmēn, nhd. erbarmen entsteht.
    • Diese Weiterbildung wird zum geläufigen Verb im Dt.;
      • mhd. barmen ‘(sich) erbarmen, Mitleid erregen’ bleibt selten,
      • nhd. barmen wird weithin in die Mundarten abgedrängt
      • und entwickelt im Nordd. und Omd. die oben angegebene Bedeutung ‘jammern, klagen, kläglich tun’,
      • mit der es im 19. Jh. auch in die Literatursprache eingeht.