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-lei

aus AufEinWort, der freien Forschung

-lei deu. figürlich die Art, Gattung, das Geschlecht

  • -lei Suffix zur Bildung von Gattungszahlwörtern (sechser-, verschiedener-, vielerlei),
  • hervorgegangen aus einem Substantiv
    • mhd. lei(e), leige, leije ‘Art (und Weise), Weg’,
    • mnd. mnl. leye;
    • vgl. mhd. gewant der selben leie.
  • Dies ist eine Entlehnung von afrz. loi, lei ‘Verhalten, Art, Weise’
    • (vgl. afrz. a (la) loi de ‘nach Art von’),
    • eigentlich ‘Recht, Gesetz, Glaube’,
    • aus lat. lēgem,
  • Mhd. lei(e) wird in der Regel in genitivischer Verbindung mit Zahlwörtern und Pronomina gebraucht,
    • vgl. mhd.
      • drīer leie,
      • sibenzehener lei (auch ohne Genitivendung tūsent lei),
      • aller lei,
      • deheiner lei,
      • der lei,
    • und entwickelt sich von da aus zum indeklinable Gattungszahlwörter bildenden Suffix.
  • Selbständiger substantivischer Gebrauch verliert sich im Frühnhd.

-ley, (-lei)[1]

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-ley[2], ein für sich allein veraltetes Wort,
  • welches ehedem ein Hauptwort weiblichen Geschlechtes war,
    • und eigentlich den Weg,
      • figürlich aber auch die Art, Gattung, das Geschlecht,
    • bedeutete,
    • und im Oberdeutschen ehedem auch Lige, Leige lautete, und zum Theil noch lautet.
      • Aller Leige, von aller Art, bey einem der Schwäbischen Dichter.
  • Jetzt ist es nur noch in der Zusammensetzung mit verschiedenen Bey- und Fürwörtern üblich,
    • neue Beywörter daraus zu bilden,
    • welche aber indeclinabel sind,
    • und auf keine Art verändert werden können.
    • Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden,
      • sind alle Zahlwörter und einige Fürwörter,
      • oder den Fürwörtern ähnliche Beywörter.
      • Alle diese müssen, wenn sie das -ley annehmen sollen,
        • in der zweyten weiblichen Endung stehen;
        • nicht, als wenn, wie Frisch glaubt, ein weibliches Hauptwort, Art, Gattung u.s.f. darunter verstanden würde,
          • sondern, weil Ley selbst ein eigentliches Hauptwort weiblichen Geschlechtes ist.
      • Wie man nun sagt, das sind Dinge aller Art,
        • d.i. von aller Art, ohne ein anderes Hauptwort[3] darunter zu verstehen,
        • so sagte man ehedem auch, das sind aller Ley Dinge,
          • oder jetzt zusammen gezogen allerley Dinge;
        • woraus zugleich erhellet,
          • warum die aus dieser Zusammensetzung entstehenden Wörter ihrer Natur nach indeclinabel sind.
  • Die Wörter, welche diese Zusammensetzung leiden, sind
    1. Zahlwörter.
      • Einerley, von Einer Art, zweyerley, beyderley, dreyerley.
      • Ja es lassen sich nicht nur die declinabeln Zahlwörter auf diese Art verändern,
        • sondern auch die indeclinabeln;
        • doch müssen sie vorher die Sylbe -er annehmen,
          • und dadurch gleichsam zu weiblichen Beywörtern der zweyten Endung gemacht werden.
          • Sechserley Geld, sechs verschiedene Arten Geldes,
          • Achterley Leute.
          • Zwanzigerley Sachen.
          • Hunderterley unter einander.
          • Tausenderley Dinge.
      • Im Oberdeutschen sagt man auch anderley, für von andrer Art,
        • welches aber im Hochdeutschen nicht üblich ist.
    2. Fürwörter, oder Fürwörtern ähnliche Beywörter, doch nur einige.
      • Diese sind im Hochdeutschen all, kein, viel und manch;
        • allerley, keinerley, vielerley, mancherley.
      • Im Oberdeutschen hat man deren weit mehrere;
        • derley, für dergleichen,
        • welcherley, solcherley, jederley von dieser Waare,
        • Logau, wasserley, dieserley, der selberley Dunst, Buch der Natur 1483,
        • einicherley im Theuerdank, für von irgend einer Art,
        • meinerley, deinerley, seinerley u.s.f. Kaisersberg.
        • Würme, die du in dir hast, sind nicht deinerley, ebend. sind nicht von deiner Art.

Anm.

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Dieses veraltete Hauptwort Leige

  • und zusammen gezogen Ley,
  • Holländ. gleichfalls Ley, (wo das y das Andenken des stärkern Hauches erhält,)
  • ist noch im Schwed. gangbar, wo es Led lautet,
    • und nicht nur eigentlich den Weg, (S. lege, legen und leiten,)
    • sondern auch figürlich die Art, Gattung, das Geschlecht, bedeutet.
  • Annorledes ist daselbst anderley, auf andere Art,
  • alleleds allerley,
  • mångaleds mancherley.
  • S. Geschlecht und Schlachten,
    • arten, welche gleichfalls damit verwandt sind.
  • Ehedem gebrauchte man statt dieser Sylbe auch Hand,
    • welches sich noch in allerhand für allerley erhalten hat,
    • ehedem aber in allen den Fällen üblich war,
      • wo man jetzt ley anhänget,
      • welches in dieser Art des Gebrauches neuer ist als jenes.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2042-2043. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000298107; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 2042 | 2043; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [2042]
  3. ↑ [2042]