j
Erscheinungsbild
j (Jod)
Phö.
Ara.
Gri.
Etr.
Lat. 10 J, j
Rune 12. ᛃ jēran „(gutes) Jahr“ j
Dt. 10 J, j
- Ursprung
- Phönizisch das i
- In der Entwicklung des lateinischen Alphabets wurden anders als heute I und J lange als bloße grafische Varianten desselben Zeichens nebeneinander verwendet, ohne dass eine lautliche Unterscheidung damit verbunden war. Das Zeichen selbst wurde jedoch teilweise für verschiedene Laute genutzt.
- Die Etrusker übernahmen das griechische Zeichen, verwendeten es jedoch nicht nur zur Schreibung des Vokals [i], sondern auch zur Schreibung des gleichlautenden Halbvokals [j] (so wie sie das Zeichen V sowohl für den Vokal [u] als auch für den gleichlautenden Halbvokal [w] verwendeten). Die Römer übernahmen die etruskische Verwendung unverändert.
- Jera(ᛃ) oder auch Jara ist die zwölfte Rune des älteren Futhark mit dem Lautwert j und fehlt im jüngeren Futhark.[1] Der rekonstruierte urgermanische Name bedeutet „Jahr“ oder „Ernte“. Die Rune erscheint in den Runengedichten als altenglisch gēar bzw. gotisch gaar.[2]
- Jera (also Jeran, Jeraz) is the conventional name of the j-rune ᛃ of the Elder Futhark, from a reconstructed Common Germanic stem *jēra-[1] meaning "harvest, (good) year“.
- The reconstructed Common Germanic name *jēran is the origin of English year (Old English ġēar). In contrast to the modern word, it had a meaning of "season" and specifically "harvest", and hence "plenty, prosperity“.
- The Germanic word is cognate with Greek ὧρος (horos) "year" (and ὥρα (hora) "season", whence hour), Old East Slavic ꙗра (jara) "spring" and with the -or- in Latin hōrnus "of this year" (from *hōjōrō), as well as Avestan 𐬫𐬁𐬭𐬆 (yārə) "year", all from a PIE stem *yer-o-.
- The derivation of the rune is uncertain; some scholars see it as a modification of Latin G ("C (ᚲ) with stroke") while others consider it a Germanic innovation. The letter in any case appears from the very earliest runic inscriptions, figuring on the Vimose comb inscription, harja.
- As the only rune of the Elder Futhark which was not connected, its evolution was the most thorough transformation of all runes, and it was to have numerous graphical variants.[2] In the later period of the Elder Futhark, during the 5th to 6th centuries, connected variants appear, and these are the ones that give rise to the derivations in Anglo-Saxon (as ᛄ ger and ᛡ ior) and Scandinavian (as ᛅ ár) traditions.
- Verwendung
- In der Spätantike entwickelte sich aus dem Halbvokal [j] eine stimmhafte Affrikate [dʒ]. Aus dieser entstanden die verschiedenen Laute der modernen romanischen Sprachen. So entspricht das lateinische [j] (z. B. in iustus „gerecht“) in modernem Italienisch einem [dʒ] (giusto [ˈdʒusto]), in modernem Spanisch meistens einem [x] (justo [ˈxusto]) und im modernen Französisch einem [ʒ] (juste [ʒyst]).
- „Während das gothische alphabet für den halbvocal j an 15. stelle ein eigenes zeichen geschaffen hatte, drückten noch die viel späteren ober- und niederdeutschen, sowie nordischen handschriften, die das lateinische alphabet angenommen, nach dessen brauche j durch i mit aus, soweit sie nicht auch g dafür verwendeten. erst seit dem 15. jahrhundert läszt sich der gebrauch eines eigenen buchstabs für den halbvocal in den anfängen nachweisen, und zwar zunächst nur für die minuskelschrift.“ – Aus: Grimmsches Wörterbuch
- Originally, 'I' and 'J' were different shapes for the same letter, both equally representing /i/, /iː/, and /j/; but, Romance languages developed new sounds (from former /j/ and /ɡ/) that came to be represented as 'I' and 'J'; therefore, English J, acquired from the French J, has a sound value quite different from /j/ (which represents the initial sound in the English language word "yet").
[2] J, welches
- wenn es das Zeichen eines Mitlautes ist, Jod genannt wird,
- ist, wenn man den vorigen Selbstlaut j besonders zählet,
- der zehente Buchstab des Deutschen Alphabetes. [3]
- ist, wenn man den vorigen Selbstlaut j besonders zählet,
- Man unterscheidet ihn in der kleinern Schrift von dem vorigen
- durch den nach unten zu verlängerten Strich j,
- #in der größern aber ist zwischen ihm und dem vorigen Selbstlaute noch kein Unterschied eingeführet,
- obgleich solches sehr leicht seyn würde.
- Man hat daher hier einen Versuch gemacht, den Consonant J von dem Vocal I zu unterscheiden.
- Vermuthlich ist dieser Unterschied darum unterlassen worden,
- weil man glaubte, das Jod sey durch seinen Stand hinlänglich von dem I unterschieden,
- weil es zu Anfange eines Wortes
- alle Mahl einen Vocal, der Selbstlaut I
- aber alle Mahl einen Consonanten nach sich hat.
- weil es zu Anfange eines Wortes
- Um diesen Unterschied durch nichts zu unterbrechen,
- pflegt man auch das selbstlautende lange I zu Anfange eines Wortes niemahls ie zu schreiben,
- weil es sonst je lauten würde;
- Isopp, nicht Iesopp.
- In ihm, ihn, ihr, ihnen ist statt des ie ein ih angenommen worden.
- weil es sonst je lauten würde;
- pflegt man auch das selbstlautende lange I zu Anfange eines Wortes niemahls ie zu schreiben,
- weil man glaubte, das Jod sey durch seinen Stand hinlänglich von dem I unterschieden,
- Vermuthlich ist dieser Unterschied darum unterlassen worden,
Hieraus erhellet zugleich,
- daß diejenigen Unrecht haben,
- welche je, jeder, jemahls, jemand, jetzt u.s.f.
- ie, ieder, iener, iemahls, iemand, itzt schreiben,
- und ih, ihder, ihner, ihmahls, ihmand, itzt, sprechen;
- eine Sprechart,
- welche den Oberdeutschen eigen ist,
- aber in Obersachsen wirklich nicht so häufig angetroffen wird,
- als uns manche Sprachlehrer bereden wollen.
- Herr Rector Heinz hält diese Sprechart für die richtige,
- und glaubt, das j stamme von der unrichtigen Schreibart der Mönche her.
- Aber ist es wohl wahrscheinlich,
- daß ein Paar Mönche im Stande seyn sollten,
- die herrschende Aussprache einer ganzen großen Nation zu bestimmen?
- daß ein Paar Mönche im Stande seyn sollten,
- Die schmelzendere Aussprache mit dem Jod
- stammet in diesen und andern Fällen zunächst aus Niedersachsen her,
- und ist im Hochdeutschen allgemein.
- Im Oberdeutschen hat das ie und i den Vorzug.
- welche je, jeder, jemahls, jemand, jetzt u.s.f.
Was die Aussprache dieses Buchstabens betrifft,
- so ist er der weichste unter den Gaumenbuchstaben,
- welcher entstehet, wenn sich die Zunge hinten an den Gaumen leget;
- ein Laut, welcher ganz natürlich entstehet,
- wenn der Selbstlaut i mit einem andern Selbstlaute zusammen schmelzet;
- daher Lilie, Petersilie, Linie, Pinie u.s.f.
- im geschwinden Sprechen häufig Lilje, Petersilje, Linje, Pinje lauten.
- Die Franzosen sprechen das Jod wie sch, die Engländer aber wie dsch aus. Journal, Schirrnal, James, Dschemes.
- wenn der Selbstlaut i mit einem andern Selbstlaute zusammen schmelzet;
Die Niedersächsische Mundart,
- welche unter allen die weichste und zärtlichste ist,
- macht von diesem Laute einen vorzüglich starken Gebrauch.
- Besonders schiebt sie ihn dem h und den stärkern Gaumenlauten g und ch unter.
- Glöjen, glühen, bröjen, brühen, jähnen, Jäscht, jälfern, jappen, jegen, Jegene, Jicht, jähren, für gähnen, Gäscht, gälsern, gaffen, gegen, Gegend, gähren;
- dagegen sie gunnen für jener, und gunsiet für jenseit spricht und schreibt.
- Viele Niedersachsen bringen diesen weichen Laut mit in das Hochdeutsche,
- und daher rühret es auch,
- daß Herr Heynatz, ein Märker, jähnen, jäschen und Jäscht geschriehen haben will,
- welches wider die reine Hochdeutsche Aussprache streitet.
- Jähe ist zweifelhaft, oder vielmehr,
- es ist gleichgültig, ob man gähe oder jähe schreibet,
- weil beydes gleich üblich ist,
- obgleich das erstere den Vorzug zu verdienen scheinet. [4]
- daß Herr Heynatz, ein Märker, jähnen, jäschen und Jäscht geschriehen haben will,
- und daher rühret es auch,
Die Hochdeutschen Abstracta auf e und ey,
- endigen sich in Niedersachsen gern auf ije und je;
- Gachelije, Gaukeley, Horije, Hurerey, Koopfaardije, Kauffahrdey, Kibbelije, Kampeley, Häpje, Hoffnung, gleichsam Hoffe.
- So wie auch einige Diminutiva
- statt des Hochdeutschen -chen daselbst auf -ja gemacht werden.
- Götje, Gottfriedchen,
- Greetje, Gretchen,
- Kliitjes, Klößchen,
- Grapjes, Grillen, Holtjes, Holzäpfel;
- obgleich das -ken in andern Fällen üblicher ist.
- Eben so häufig wird es den Selbstlautern zu Anfange einer Sylbe müßig vorgesetzt.
- Hötjer, Hüter, Hutmacher, jik, euch, jummer, immer, ju, ji, ihr, Jidder, Guter.
- statt des Hochdeutschen -chen daselbst auf -ja gemacht werden.
Das letztere ist mehrern so wohl ältern als neuern mitternächtigen Sprachen und Mundarten eigen.
- Jup stehet bey dem Ulphilas für up, auf,
- für aeta, sagen die Schweden jaeta,
- für efa, zweifeln, jefa,
- für Earl Jarl u.s.f.
- Auch die Hoch- und Oberdeutsche Mundart ist nicht frey davon;
- denn in Jahr, Joch, jung, je u.a.m. ist das j ein bloßer müßiger Vorsatz,
- so wie es in vielen andern in die härtern Gaumenlaute g, ch und k übergegangen ist.
- S. diese Buchstaben.
- denn in Jahr, Joch, jung, je u.a.m. ist das j ein bloßer müßiger Vorsatz,
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1405-1406. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000249807; Lizenz: Gemeinfrei;Faksimiles: 1405 | 1406; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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- ↑ Anm. KF: wie auch im Häbräisch es der 10te ist
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