w
Erscheinungsbild
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Phö.
Ara.
Gri.
Etr.
Lat. 23 W, w
Rune 08. ᚹ wunjō „Wonne“ (?) w
Dt. 23 W, w
- Ursprung
- Bis zum 5. Jahrhundert wurde aus dem römischen Halbvokal [w] im Rahmen von Lautwandel der Reibelaut [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. die germanischen Sprachen verschriftet wurden, die über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen <v> bzw. <u> nicht immer als passend und schuf stattdessen die Ligatur <uu> bzw. <vv>, woraus sich das heutige w entwickelte.
- Wunjo (ᚹ) ist die achte Rune des älteren Futhark mit dem Lautwert w und fehlt im altnordischen Runenalphabet.[1] Der rekonstruierte urgermanische Name bedeutet „Wonne“. Er erscheint in den Runengedichten als altenglisch wynn bzw. gotisch winne.[2]
- Der lateinische Buchstabe Wen (Ƿ ƿ), der im Altenglischen vor der Einführung der Ligatur W für den Lautwert /w/ verwendet wurde, geht auf diese Rune zurück. Im Altnordischen wurden mit dem leicht abgewandelten Zeichen Vend (Ꝩ ꝩ) die Laute /u/, /v/ und /w/ dargestellt.
- Verwendung
- In der modernen hochdeutschen Sprache wird der Buchstabe v oft zur Wiedergabe des Lauts [f] verwendet. In Deutschland ist dies vor allem bei scheinbar deutschen Wörtern gebräuchlich, im Süddeutschen neigt man bei Namen eher zum F-Laut (Beispiele: Vikar, Viktor, Viper, Ventil, vulgär).
- Im Althochdeutschen schrieb man den Laut meist mit einem F: Fihu (Vieh), filu (viel), fior (vier), firwizan (verweisen), folch (Volk).
- Im Mittelhochdeutschen kommen für ein und dasselbe Wort f- und v-Schreibungen vor; die v-Schreibung wird jedoch für das normalisierte Mittelhochdeutsch bevorzugt: Vrouwe (Frau), vriunt (Freund), vinden (finden), vuoz (Fuß), vilvraz (Vielfraß), valsch (falsch) und vride (Friede).
- Die Rechtschreibung hat bis heute noch einige dieser mittelhochdeutschen v-Schreibungen bewahrt.
- Im Spanischen ist der Lautwert des V mit dem des B verschmolzen: Im absoluten Anlaut sowie nach [m] werden beide Buchstaben als stimmhaftes [b] ausgesprochen, während sie in allen anderen Positionen zum bilabialen Reibelaut [β] werden. Letzterer ist dem [v] ähnlich, kommt aber ohne Beteiligung der Zahnreihe zustande.
- Im Polnischen kommt der Buchstabe V traditionell nicht vor, ist aber durch Fremdwörter geläufig und wurde Anfang der 90er-Jahre ins Alphabet aufgenommen. Auch das Sorbische verwendet den Buchstaben ausschließlich in Fremdwörtern.
- Das V als lateinisches Zahlenzeichen für die 5 hat keine Beziehung zu dem Buchstaben V. Dieses V ist die Hälfte eines X, des römischen Zahlzeichens für 10.
- In Grundschulen wird das V oft (buchstabierend) als Vogel-V (-[faʊ]) oder (lautierend) als Vogel-[f:] bezeichnet, um den Unterschied zum Buchstaben F (buchstabiert [ɛf] bzw. lautiert [f:]) deutlich zu machen.
- v ist heute im h[och]d[eutschen] dem f lautlich vollkommen gleich, was auch graphisch darin seinen ausdruck findet, dasz wörter desselben stammes bald mit f, bald mit v geschrieben sind (voll, fülle). der heutige laut ist ein tonloser labiodental; versuche, die zwei buchstaben nach heutiger schreibung auch lautlich zu trennen, setzen unterschiede voraus, die in der volkssprache nicht begründet sind… (aus dem Grimmschen Wörterbuch)
- In der modernen hochdeutschen Sprache wird der Buchstabe v oft zur Wiedergabe des Lauts [f] verwendet. In Deutschland ist dies vor allem bei scheinbar deutschen Wörtern gebräuchlich, im Süddeutschen neigt man bei Namen eher zum F-Laut (Beispiele: Vikar, Viktor, Viper, Ventil, vulgär).
[2] W,
- der drey und zwanzigste Buchstab des Deutschen Alphabets
- und der achtzehnte unter den Consonanten oder Hauptlauten,
- welcher zu den Blaselauten gehöret,
- und zwar der weichste und sanfteste unter denselben ist,
- daher er eben den Laut hat, welchen die Franzosen, Italiäner und Ungarn dem v beylegen.
- Im Deutschen kann derselbe
- um dieses weichen Lautes willen
- nur vor einem Vocale stehen,
- wehen, weg, ewig, Löwe.
- Allein im Niederdeutschen
- findet man ihn auch vor einem r,
- wräcken, rächen,
- wringen, ringen,
- wriben, reiben
- u.s.f.
- welchem Beyspiele denn auch die Englische Sprache,
- als eine Tochter der Niederdeutschen, folgt.
- findet man ihn auch vor einem r,
- In allen diesen Fällen,
Daß
- das w aber auch in andern Fällen
- nicht wesentlich zur Wurzel gehöret,
- sondern allenfalls eine bloße Verstärkung des Tones ist,
- erhellet aus so vielen Wörtern in den verwandten Sprachen,
- die diesen Laut nicht haben;
- wie dem Schwed., Dän. und Isländ. ord, Deutsch Wort,
- dem Isländ. und Schwed. andra, wandern,
- dem Schwedischen ila, weilen,
- dem Gothischen aurt, Schwed. rt, Wurz,
- dem Schwed. nska, wünschen, und andere mehr.
- die diesen Laut nicht haben;
Man schließe indessen
- daraus nicht,
- daß das w überall bloß zufällig sey,
- und bey Aufsuchung der Wurzel eines Wortes allemahl weggeworfen werden könne.
- In den meisten Fällen ist es wesentlich,
- und bezeichnet eine eigene sehr merkliche Onomatopöie,
- wie in wehen, wegen, wiehern, wanken u.s.f.
- Ist diese Onomatopöie
- in hundert andern Fällen nicht mehr merklich,
- so rühret solches daher,
- weil die mehrmahls übergetragenen Bedeutungen
- die erste eigentliche verdunkelt und in Vergessenheit gebracht haben.
- weil die mehrmahls übergetragenen Bedeutungen
- und bezeichnet eine eigene sehr merkliche Onomatopöie,
Bey
- den alten Deutschen
- hatte dieser Buchstab einen Laut,
- welcher aus u und v zusammen gesetzt war,
- wie sich theils aus Ottfrieds Stelle in der Vorrede zu seinen Evangelien vermuthen läßt:
- nam interdum tria u u u, ut puto, quaerit in sono, priores duo consonantes, ut mihi videtur, tertium vocali sono manente;
- wie sich theils aus Ottfrieds Stelle in der Vorrede zu seinen Evangelien vermuthen läßt:
- theils aus der ehemahligen Art
- Frawe, schawen u.s.f. zu schreiben,
- welche letztern ohne Zweifel wie Frauwe, schauwen gesprochen wurden.
- In den spätern Zeiten,
- als Sitten und Aussprache,
- besonders in der Hochdeutschen Mundart,
- sich verfeinerten,
- ließ man
- unter mehrern andern Nebenlauten in den jetzt gedachten Fällen
- auch das w weg,
- und schrieb und sprach Statt des rauhen uv ein bloßes u.
- Nur in dem Ew. der abstracten Ehrenwörter, für Euer, hat sich diese alte Schreibart noch erhalten.
- als Sitten und Aussprache,
- Frawe, schawen u.s.f. zu schreiben,
- welcher aus u und v zusammen gesetzt war,
- hatte dieser Buchstab einen Laut,
Zu diesen
- in den spätern Zeiten ausgemusterten müßigen Nebenlauten
- gehöret auch das h vor dem w,
- welches zu Anfange eines Wortes in den ältesten Mundarten so oft vorkommt:
- hwil, [3] Welle,
- hwelcher, welcher;
- besonders in der Angelsächsischen, woraus nachmahls das wh der heutigen Englischen Sprache geworden ist.
- welches zu Anfange eines Wortes in den ältesten Mundarten so oft vorkommt:
Einige gemeine Mundarten pflegen Statt des w gern ein m zu sprechen; mir für wir, Mörsing für Wirsing.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1317-1318. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000513237; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1317 | 1318; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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