Äquator
Erscheinungsbild
äqua--tor egtl. der ‘Gleichmacher’ und zwar der ‘Gleichmacher des Tages und der Nacht’; zu unterscheiden von Himmelsäquator u. Erdäquator.
- Äquator m. größter Breitenkreis der Erdkugel (17. Jh.).
- Spätlat. aequātor ‘wer die Münzen eicht’,
- im Mlat. Terminus der Astronomie zur Bezeichnung des Himmelsäquator,
- von lat. aequāre ‘gleichmachen’
- (zu lat. aequus ‘gleich’), eigentlich der ‘Gleichmacher’,
- und zwar der ‘Gleichmacher des Tages und der Nacht’ (mlat. aequator diei et noctis).
- Steht die Sonne im Himmelsäquator, ruft sie für die gesamte Erde Tagundnachtgleiche hervor.
- Die Übertragung auf den Erdäquator erfolgt, weil alle Punkte auf diesem Kreis stets Tagundnachtgleiche haben.
- Hierauf allein beruht die Bedeutung von Äquator, nicht auf der Teilung der Erde in zwei gleiche Halbkugeln.
- Die dt. Bezeichnung Gleicher für den Himmelsgleicher oder den Erdäquator kann schon zu Anfang des 16. Jhs. belegt werden.
- Während im 17. Jh. Gleicher und Äquator unterschiedslos nebeneinander stehen,
- gewinnt im 18. Jh., besonders in fachsprachlicher Anwendung, Äquator den Vorrang, kann aber, vor allem in poetischer Sprache, Gleicher nicht ganz verdrängen.
- Als Konkurrenzwort tritt im 17. Jh. noch Linie (auch Gleicherlinie, Äquinoktiallinie) auf, das Eingang in die Seemannssprache findet (die Linie passieren, kreuzen).
- (zu lat. aequus ‘gleich’), eigentlich der ‘Gleichmacher’,