-selig
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[2]-sêlig, ein Wort,
- welches mit dem folgenden Bey- und Nebenworte Eines Ursprunges ist,
- und an Haupt- und Beywörter gehänget wird,
- andere Bey- und Nebenwörter aus denselben zu bilden.
- Es bedeutet
- eine Menge,
- einen Reichthum derjenigen Sache,
- welche das Hauptwort bezeichnet.
- So ist im Ißländ.
- årsäll, reich an Getreide,
- segersäll, siegreich,
- tockasäll,gnadenreich.
- Im Oberdeutschen
- ist ein leutseliger Ort, ein volkreicher, der viele Einwohner hat,
- redselig, gesprächig, wortreich u.s.f.
- Eben diese Bedeutung des Reichthums
- liegt auch in den im Hochdeutschen noch üblichen Bey- und Nebenwörtern zum Grunde,
- glückselig, leutselig, mühselig, saumselig, trübselig, armselig, feindselig, holdselig u.s.f.
- viel Glück, Mühe, Armuth, Feindschaft, Huld u.s.f. habend.
- In gottselig scheinet es eine Ähnlichkeit zu bedeuten,
- welcher Bedeutung dieses Wort gar wohl fähig ist,
- ob sie gleich eben nicht die häufigste ist;
- indessen lässet es sich vermittelst einer Figur auch aus der allgemeinern Bedeutung des Besitzes erklären.
- glückselig, leutselig, mühselig, saumselig, trübselig, armselig, feindselig, holdselig u.s.f.
- Im Oberdeutschen hat man noch mehrere Wörter dieser Art,
- welche aber im Hochdeutschen fremd sind;
- z.B. rathselig, reich an gutem Rathe,
- friedselig, reich an friedfertigen Gesinnungen, welches auch von einigen neuern Dichtern im Hochdeutschen gebraucht worden,
- bittselig, eine gute Gabe zu bitten habend,
- gnadselig, gnädig, gnadenreich,
- rachselig, rachgierig,
- habselig, reich an Habe, daher unser Habseligkeit,
- lobselig, reich an Lob, und so ferner.
- welche aber im Hochdeutschen fremd sind;
- liegt auch in den im Hochdeutschen noch üblichen Bey- und Nebenwörtern zum Grunde,
- Es bedeutet
- Im Ißländ. lautet dieses Wort säll.
- Die Endsylbe -ig, ist die Ableitungssylbe, daher es hier nur auf die Sylbe -sel ankommt,
- Die vermittelst dieses Wortes gemachten Beywörter
- leiden nicht nur die Comparation,
- sondern es können auch Hauptwörter auf -keit davon gemacht werden;
- Mühseligkeit, Saumseligkeit, Armseligkeit u.s.f.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 51. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000431303; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 51; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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