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-selig

aus AufEinWort, der freien Forschung

-sel + -ig

-Selig[1]

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[2]-sêlig, ein Wort,
  • welches mit dem folgenden Bey- und Nebenworte Eines Ursprunges ist,
  • und an Haupt- und Beywörter gehänget wird,
  • andere Bey- und Nebenwörter aus denselben zu bilden.
    • Es bedeutet
      • eine Menge,
      • einen Reichthum derjenigen Sache,
      • welche das Hauptwort bezeichnet.
    • So ist im Ißländ.
      • årsäll, reich an Getreide,
      • segersäll, siegreich,
      • tockasäll,gnadenreich.
    • Im Oberdeutschen
      • ist ein leutseliger Ort, ein volkreicher, der viele Einwohner hat,
      • redselig, gesprächig, wortreich u.s.f.
    • Eben diese Bedeutung des Reichthums
      • liegt auch in den im Hochdeutschen noch üblichen Bey- und Nebenwörtern zum Grunde,
        • glückselig, leutselig, mühselig, saumselig, trübselig, armselig, feindselig, holdselig u.s.f.
          • viel Glück, Mühe, Armuth, Feindschaft, Huld u.s.f. habend.
        • In gottselig scheinet es eine Ähnlichkeit zu bedeuten,
          • welcher Bedeutung dieses Wort gar wohl fähig ist,
          • ob sie gleich eben nicht die häufigste ist;
            • indessen lässet es sich vermittelst einer Figur auch aus der allgemeinern Bedeutung des Besitzes erklären.
      • Im Oberdeutschen hat man noch mehrere Wörter dieser Art,
        • welche aber im Hochdeutschen fremd sind;
          • z.B. rathselig, reich an gutem Rathe,
          • friedselig, reich an friedfertigen Gesinnungen, welches auch von einigen neuern Dichtern im Hochdeutschen gebraucht worden,
          • bittselig, eine gute Gabe zu bitten habend,
          • gnadselig, gnädig, gnadenreich,
          • rachselig, rachgierig,
          • habselig, reich an Habe, daher unser Habseligkeit,
          • lobselig, reich an Lob, und so ferner.

Anm.

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  • Im Ißländ. lautet dieses Wort säll.
  • Die Endsylbe -ig, ist die Ableitungssylbe, daher es hier nur auf die Sylbe -sel ankommt,
    • welche eine Zahl, Menge, Verbindung, Gesellschaft, Besitz u.s.f. bedeutet. S. 1 Sahl.
    • Mit der Ableitungssylbe der Hauptwörter -sal
      • ist es genau verwandt,
      • ohne eben unmittelbar von demselben abzusammen,
      • daher auch die Schreibart sälig für selig unnöthig ist, zumahl da für -sal in vielen Fällen auch -sel üblich ist.
  • Die vermittelst dieses Wortes gemachten Beywörter
    • leiden nicht nur die Comparation,
    • sondern es können auch Hauptwörter auf -keit davon gemacht werden;
      • Mühseligkeit, Saumseligkeit, Armseligkeit u.s.f.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 51. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000431303; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 51; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [51]