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AKHM/Vorwort

aus AufEinWort, der freien Forschung

Der Band, der die »kleinen Schriften« des Organon enthält, hat folgende Charakteristika: Der Text der Kategorien-Schrift und der Hermeneutik ist nach Minio-Paluello (Oxford 1949, seither nachgedruckt). Warum es sinnvoll ist, Porphyrios dazuzunehmen, ist in der Einleitung zur Isagoge kurz begründet. Sie eignet sich für Adepten aufs beste zu einem Einstieg in die aristotelische Logik überhaupt. Weshalb die Divisiones (Pseudo-Aristoteles) und die Definitiones (Pseudo-Platon) ebenfalls in diesen Band aufgenommen wurden, ist ebenso der Einleitung zu diesen beiden Schriften zu entnehmen. Zu den Stichworten der Divisiones ist je ein Stemma gezeichnet und in den Text eingerückt. Diese interpretatorische Zutat mag einen Eindruck von den Reihen vermitteln, mittels derer man in der Akademie das Reich der Begriffe zu ordnen versucht hat.

Die Einleitungen versuchen je, die besondere Thematik des Bezugstextes zu charakterisieren und die Problemlinien nach vorne und hinten auszuziehen, sodaß aus der historischen Einordnung auch eine systematische Verortung der Theoreme sich ergibt. Alle Übersetzungen sind neu angefertigt. Sie sind möglichst textnah, rechnen damit, daß der Leser im Original nachprüfen kann, ja soll, wollen also diese Rückkoppelung bewußt nicht kappen. Die nicht-aristotelischen Texte sind erstmals ins Deutsche übersetzt.

Eine ganz andere Aufgabe mußten sich die Übersetzer und Kommentatoren im Rahmen der Deutschen Aristoteles-Gesamtausgabe stellen. Die Arbeiten von K. Oehler (1984, 21986) und H. Weidemann (1994) zeigen das in allen Aspekten. Sie wenden sich vor allem an den Wissenschaftler; das in ihnen gesammelte und durchgearbeitete Material ist von eindrucksvoller Fülle und wird bis auf weiteres für die Forschung unentbehrlich bleiben. Damit in Konkurrenz treten zu wollen, wäre für eine Studienausgabe wie diese nicht sinnvoll; man kann aber versuchen, sich andere Ziele zu setzen, z. B. solche Punkte schärfer anzuleuchten, die bei ihnen nicht oder nur in zweiter Linie behandelt sind – und davon gibt es genug.

Neben den Einleitungen also, in denen versucht ist, die philosophiegeschichtliche Stellung der jeweiligen Schrift aus dem biographisch-genetischen Kontext zu würdigen, der sie auch an ihrer systematischen Stelle besser verstehbar macht, sollen die Anmerkungen auch solchen Lesern den Zugang erleichtern, die zum ersten Mal an diese Texte herantreten; sie wollen also das Verständnis einzelner Stellen fördern, gliedern, Textbezüge nachweisen; eine fortlaufende Kommentierung liefern sie nicht.

Die Literaturhinweise sind selbstverständlich eine Auswahl. Neben den klassischen Darstellungen kam es vor allem auf neuere Veröffentlichungen an, in denen der Stand der Kenntnis sich spiegelt. Dem Index verborum Graecorum ist ein deutsches Stichwortverzeichnis an die Seite gestellt, von dem aus auch der weniger griechischkundige Benutzer Zugang zu den hauptsächlichen Belegstellen finden kann.

Hans Günter Zekl