Anmerkung:AbhVrhSpr (Grotz)/Einleitung:001
Die heute allgemein akzeptierte Datierung des Traktats stammt von Pinborg (1967), 318. Die Zeugnisse zur Person des Autors sind äußerst spärlich und in ihrem historischen Wahrheitsgehalt nur schwer einzuschätzen. Eine kritisch den Forschungsstand zusammenfassende biographische Skizze bietet Lorenz (1989), 312f. Danach ist in dem Namenszusatz «de Erfordia» bzw. «Erfordensis» ein Verweis auf den Ort von Thomas' Lehrtätigkeit zu sehen, während die spätere (?), in den Kommentaren zum Traktat auftretende Namensvariante «Thomas de Occam» (ganz wie bei seinem berühmten Zeitgenossen Wilhelm von Ockham) auf den Herkunftsort deuten könnte. Ein für Thomas immer wieder vermuteter Pariser Studienaufenthalt um oder kurz nach 1300 ist faktisch kaum belegbar, doch scheint er plausibel aufgrund von auffallenden Ähnlichkeiten zwischen Thomas' Kommentaren zur logica vetus (vgl. Werkverzeichnis Nr. 1-3 bei Lorenz [1989], 323f.) und denen des Siger von Courtrai, der zu jener Zeit an der Pariser Artistenfakultät studiert. Dazu Pinborg (1967), 132. Da aber die lehrschrifthafte Form des vorliegenden Traktats wohl eine Lehrtätigkeit von Thomas voraussetzt, dürfte Paris als Entstehungsort für den Traktat nicht in Frage kommen.