Zum Inhalt springen

Anmerkung:AbhVrhSpr (Grotz)/Einleitung:051

aus AufEinWort, der freien Forschung

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß sich (abgesehen von den «Modi significandi» des Martinus de Dacia) nur in Thomas' Traktat ein eigener Abschnitt zur «Diasynthetica» findet. Ob sich die modistischen Traktate der anderen Autoren aus überlieferungsgeschichtlichen Gründen nur unvollständig erhalten haben oder ob Thomas im Gegensatz zu seinen Vorgängern mit der «Diasynthetica» dem funktional-syntagmatischen Aspekt erst eigentliche Geltung verschafft, ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen. Zu diesem Problem siehe Bursill-Hall (1971), v. a. 27; 30f.; 46; sowie Kelly (1990). Ein Indiz, das für die zweitgenannte Möglichkeit spricht, dürfte der ursprüngliche Traktat-Titel «Novi modi significandi» sein. (Siehe oben, Anm. 7.) Doch wie dem auch sei – entscheidend für den hier besprochenen Zusammenhang ist, daß Thomas jenen Aspektwechsel von den semantisch fundierten Wortklassen ‹an sich› hin zu deren Funktion für den syntaktischen Verband entschieden markiert, indem er den in der «Etymologia» verwendeten Begriff der «pars orationis» dann in der «Diasynthetica» durchweg durch den des «constructibile» (‹syntaktisch verknüpfbares Glied›) ersetzt.