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Anmerkung:Die Sphäre des Begriffs und die Logik der Sphäre/17

aus AufEinWort, der freien Forschung

Erkennen als Medium der Wahrheit

Hegel vergleicht in der »Vorrede: Vom wissenschaftlichen Erkennen« zur Phänomenologie des Geistes das Erkennen sowohl mit einem Medium wie mit einem Werkzeug. Ähnlich wie Aristoteles unterscheidet er ein aufnehmendes und ein gestaltendes Erkennen. Das aufnehmende Erkennen ist wie ein »passives Medium«, das gestaltende Erkennen wie ein Werkzeug.

»Oder ist das Erkennen nicht Werkzeug unserer Tätigkeit, sondern gewissermaßen ein passives Medium, durch welches hindurch das Licht der Wahrheit an uns gelangt, so erhalten wir auch so sie nicht, wie sie an sich, sondern wie sie durch und in diesem Medium ist.« (...) »Sie setzt nämlich Vorstellungen von dem Erkennen als einem Werkzeuge und Medium, auch einen Unterschied unserer selbst von diesem Erkennenvoraus; vorzüglich aber dies, daß das Absolute auf einer Seitestehe und das Erkennen auf der andern Seite für sich und getrennt von dem Absoluten doch etwas Reelles [sei], oder hiermit, daß das Erkennen, welches, indem es außer dem Absoluten, wohl auch außer der Wahrheit ist, doch wahrhaft sei, – eine Annahme, wodurch das, was sich Furcht vor dem Irrtume nennt, sich eher als Furcht vor der Wahrheit zu erkennen gibt« (HW 3.68,70).

Im weiteren spricht Hegel vom Allgemeinen als Medium (HW 3.94-120,140-142,265,467-477, d.h. in den Kapiteln über sinnliche Gewißheit, Kraft und Verstand, das Gewissen und Gut und Böse). Sehr typisch:

»Die einfache sich selbst gleiche Allgemeinheit selbst aber ist wieder von diesen ihren Bestimmtheiten unterschieden und frei; sie ist das reine Sichaufsichbeziehen oder das Medium, worin diese Bestimmtheiten alle sind, sich also in ihr als in einer einfachen Einheit durchdringen, ohne sich aber zu berühren; denn eben durch die Teilnahme an dieser Allgemeinheit sind [94] sie gleichgültig für sich« (HW 3.94f).